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Sonntag, 30. November 2014

Rezension Volker Kutscher

"Märzgefallene" von Volker Kutscher


  • Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer&Witsch (6. November 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462047078
  • ISBN-13: 978-3462047073

  • Inhaltsangabe:

    Seinen neuen Fall erbt Gereon Rath von einem ungeliebten Vorgesetzten, von Wilhelm Böhm, der sich unter dem neuen Nazi-Polizeipräsidenten ins politische Abseits manövriert hat: Ein Obdachloser ist erstochen am Nollendorfplatz gefunden worden. Dessen Vorgeschichte führt weit zurück in den Krieg, in den März 1917, als deutsche Soldaten während der »Operation Alberich« in Nordfrankreich verbrannte Erde hinterließen. Ungesühnte Morde, unterschlagene Goldbarren und eine perfide Sprengfalle, in die ein deutscher Hauptmann gerät, münden sechzehn Jahre später in eine Mordserie. Der Schlüssel zu alldem scheint der kurz vor der Veröffentlichung stehende Kriegsroman des Leutnants a. D. Achim Graf von Roddeck zu sein. Rath ermittelt, doch immer wieder kommen ihm andere Dinge dazwischen, und da sind die Vorbereitungen für seine Hochzeit mit Charlotte „Charly“ Ritter noch das geringste Problem. Er wird in die Kommunistenhatz der Politischen Polizei eingebunden, muss sich mit SA-Hilfspolizisten und dem neuen Polizeipräsidenten herumschlagen und einen Geschäftsfreund des Gangsterbosses Johann Marlow aus den Klauen der SA befreien.

    Autoreninfo:

    Volker Kutscher, Jahrgang 1962, arbeitete zunächst als Tageszeitungsredakteur und veröffentlichte mehrere Regionalkrimis, bevor er sich voll und ganz dem Romanschreiben widmete. Die Rath-Romane wurden mehrfach ausgezeichnet: 2010 mit dem Burgdorfer Krimipreis, 2011 mit dem "Krimifuchs", 2013 mit dem "Krimi-Blitz". Kutscher lebt mit seiner Familie in Köln.

    Meine Meinung:

    Titel: Fall Nummer 5 für Gereon Rath

    Nach "Akte Vaterland" war ich so begeistert von Gereon Rath, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es mit ihm und seiner Charly weiter geht.

    Im vorliegenden fünften Teil der Reihe bewegen wir uns in sehr düsteren Zeiten Deutschlands, denn wir schreiben das Jahr 1933. Gereon erbt den Fall seines Vorgesetzten Böhms, doch der Kriminalfall ist für Gereon wohl das kleinere Übel.

    In diesem Band lagen definitiv die historischen Elemente im Vordergrund. Man spürt förmlich die Umbrüche im damaligen Deutschland. Mir hat vor allem die Schilderung des Reichstagsbrandes eine Gänsehaut beschert.

    Auch unsere handelnden Protagonisten entwickeln sich weiter, der eine zum Positiven, manch anderer zum Negativen. Konstant stark blieb für mich vor allem Charly, denn ihr Schicksal als Frau hat mich doch sehr berührt. Gereon ist weiterhin ein cooler Kerl, den man als Frau nicht immer gern hat.

    Mit "Märzgefallene" ist Volker Kutscher wieder einmal ein komplexer und vor allem seitenstarker Krimi gelungen, der den Leser in eine andere Zeit mitnimmt und durch den man eine dunkle Zeit Deutschland live miterleben kann. Schockmomente und jede Menge Spannung vorprogrammiert.

    Einziges Manko: Der Roman ist solide, konnte aber für mein Empfinden nicht ganz mit dem Vorgänger mithalten.

    Fazit: Gelungene Fortsetzung der Reihe. In meinen Augen auch ohne Vorkenntnis der anderen Bände lesbar, aber man würde etwas verpassen, wenn man nicht auch die anderen lesen würde. Empfehlenswert!


    Bewertung: 4/ 5 Sternen

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