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Mittwoch, 3. Juni 2015

Rezension Donal Ryan

"Die Sache mit dem Dezember" von Donal Ryan

  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (25. Februar 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257069278
  • ISBN-13: 978-3257069273
Inhaltsangabe:

In einer Kleinstadt in Irland soll die Investition eines riesigen Konzerns alle Bewohner zu Millionären machen. Wenn da nicht Johnsey Cunliffe wäre, der seltsame und stille Johnsey, der kaum je ein Wort sagt. Die Farm seiner kürzlich verstorbenen Eltern ist das Kernstück des geplanten Bauprojekts. Gerade als sich ihm das Glück zuwendet, wird Johnsey von allen Seiten unter Druck gesetzt. Er soll verkaufen. Doch genau das will er nicht.

Autoreninfo:

Donal Ryan, geboren 1976 in Nenagh, im Süden Irlands, studierte Bauingenieurwesen und Jura in Limerick, wo er bei der Staatlichen Behörde für Arbeitnehmerrechte beschäftigt ist. Für seinen zweiten Roman "The Spinning Heart" (2012) wurde Ryan mit dem Irish Book Award und dem Guardian First Book Award ausgezeichnet. Der Roman stand außerdem auf der Longlist des Man Booker Prize 2013. Donal Ryan lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Castletroy, Limerick. 

Meine Meinung:

Titel: Ein Jahr, das alles verändert…

Bei dem vorliegenden Buch hat mich der Klappentext so sehr angesprochen, dass ich neugierig geworden bin. Was ich aber letztendlich geboten bekam war so viel mehr als ich erwartet hatte.

Johnsey Cunliffe hat immer nur mit seinen Eltern zusammen gelebt und nach deren Tod ist er mit dem Leben überfordert. Warum sollte er den Besitz seiner Eltern verkaufen, wenn es doch das Einzige ist, was von ihnen übrig ist? Johnsey spürt alsbald, dass seine Entscheidung weitreichende Konsequenzen für sein Leben haben wird. Kann er sich der Mehrheit widersetzen?

Bevor ich überhaupt auf den Inhalt eingehe, möchte ich erst einmal den unheimlich bildhaften Schreibstil des Autors loben, der einfach ein Lesegenuss an sich ist, unabhängig von der Geschichte. Man kann sich alles sehr genau vorstellen und regelrecht in Johnseys Welt abtauchen.

Johnsey ist als Protagonist etwas ganz Besonderes, der mich manches Mal an Forrest Gump erinnert hat. Johnsey sieht sich selbst als Hornochsen an und die Kleinstadtbewohner behandeln ihn auch als solchen, dabei ist er ein Meister der Beobachtung und kann sehr gut andere Menschen einschätzen. Sein Schicksal berührt und nimmt einen als Leser emotional total mit, für mich eine sehr tragische Figur.

Die Kleinstadtbewohner mit all ihren Eigenarten und vor allem Vorurteilen sind sehr gut dargestellt.

Das Buch selbst ist in zwölf Kapitel unterteilt, die nach den Monaten des Jahres benannt sind. Die Handlung wird uns zum einen über Rückblenden, zum anderen als Gegenwartshandlung näher gebracht. Durch die Rückblenden bekommt man einen intensiveren Einblick in die Familie Cunliffe.

Das Ende kommt dann sehr plötzlich und ist offen. Mich hat dies anfänglich gestört, doch nachdem ich das Gelesene etwas hatte sacken lassen, habe ich den Kunstgriff des Autors verstanden, denn egal welches Ende er gewählt hätte, als Leser wäre man nie so recht glücklich geworden, daher ist es besser, wenn man sich selbst noch seine Gedanken dazu machen kann.

Fazit: Ein Roman mit Tiefgang, der zum Nachdenken anregt und mir wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Unbedingt lesen!


Bewertung: 5/ 5 Sternen

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