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Donnerstag, 24. September 2015

Rezension Jodi Picoult

"Bis ans Ende der Geschichte" von Jodi Picoult

  • Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (31. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570102173
  • ISBN-13: 978-3570102176
Inhaltsangabe:

Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade? 

Autoreninfo:

Jodi Picoult, geboren 1967 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und zahlreichen Tieren in Hanover, New Hampshire.

Meine Meinung:

Titel: Wenn deine Vergangenheit den Rest deines Lebens bestimmt...

Seitdem ich "Neunzehn Minuten" von Jodi Picoult gelesen hatte, war ich von ihren Geschichten fasziniert und so war es nur verständlich, dass ich auch ihr neustes Werk lesen wollte.

Im Buch geht es um die junge Sage Singer, die seit einem Autounfall menschenscheu geworden ist, denn ihr Gesicht ist entstellt und zudem gibt sie sich die Schuld am Tod ihrer Mutter. Den Schmerz versucht sie über eine Trauergruppe zu verarbeiten, in der sie alsbald den um viele Jahre älteren Josef Weber kennenlernt. Schnell merken die beiden, dass sie etwas verbindet und eine tiefe Freundschaft entsteht. Können sie sich gegenseitig Halt geben und ihren Schmerz überwinden? Und wird ihre Freundschaft Bestand haben?

Die Handlung gestaltet sich völlig anders als erwartet, was aber nicht heißt, dass es mir nicht gefallen hat.

Die Geschichte spielt sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. Während die Gegenwart durch Sage Singer und Leo Stein beleuchtet wird, vergegenwärtigen uns die Vergangenheit Sages neuer Freund Josef Weber und ihre Großmutter Minka. Die jeweiligen Parts lassen sich gut durch unterschiedliche Schriftarten und der jeweiligen Überschrift unterscheiden. Der jeweils berichtende Protagonist fungiert als Ich- Erzähler.

Sage ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, an die man sich erst so ein wenig gewöhnen muss. Sie hat einige Päckchen des Lebens zu tragen und man spürt ihren Schmerz, das hat mir gut gefallen. Josef mochte ich anfänglich unheimlich gern, als dann aber sein Geheimnis zu Tage tritt, da war ich erschüttert und mir nicht mehr sicher, was ich von ihm halten soll, aber da ging es mir wahrscheinlich wie Sage.

Besonders berührt hat mich jedoch das Schicksal von Sages Großmutter Minka. Das Thema Holocaust wurde in Büchern schon oft besprochen, aber die Autorin hat hier ihre ganz eigene Art damit umzugehen und konnte mich überzeugen.

Ich bin vernarrt in die Vergangenheit und vor allem faszinierte mich schon immer die Geschichte der Juden, seitdem ich mit dieser das erste Mal im Geschichtsunterricht in Berührung kam.

Das Buch regt definitiv zum Nachdenken an und man sollte hart im Nehmen sein oder es verkraften, dass die ein oder andere Träne rollt. Gerade bei dem aktuellen Flüchtlingsdrama bekommt man aufgrund dieser Geschichte noch einmal eine ganz andere Sichtweise.

Fazit: Ein Roman, der mich berührt hat. Frau Picoult sorgt dafür, dass man als Leser selbst seine Schlüsse zieht und sich eine eigene Meinung bildet. Gern empfehle ich den Roman weiter.


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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