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Donnerstag, 29. Oktober 2015

Rezension Gloria Goldreich

"Die Tochter des Malers" von Gloria Goldreich

  • Taschenbuch: 592 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 2 (21. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746631823
  • ISBN-13: 978-3746631820
Inhaltsangabe:

Ein Roman wie ein Gemälde von Marc Chagall: voller Poesie, Träume und Liebe Paris, 1935: Ida ist die behütete Tochter des Ausnahmekünstlers Marc Chagall und eines seiner Lieblingsmotive. Als sie sich in den Studenten Michel verliebt, steht die innige Beziehung zu ihrem Vater auf dem Spiel. Dann wird Frankreich von den Deutschen besetzt, und ihrer Familie droht tödliche Gefahr, was Chagall jedoch in blinder Hingabe an seine Kunst verleugnet. Schon bald muss Ida sich entscheiden – zwischen ihrem eigenen Lebensweg und der Rettung ihres Vaters. Bewegend, mitreißend, voller Tragik – und eine wahre Geschichte. 

Autoreninfo:

Gloria Goldreich ist die von der Kritik hochgelobte Autorin zahlreicher Erzählungen, Kinder- und Jugendbücher sowie mehrerer Romane. Ihr Werk wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie ist die Mutter dreier Kinder und lebt mit ihrem Mann in Tuckahoe, New York. 

Meine Meinung:

Titel: Das Leben der Künstlertochter...

Auf diesen Roman bin ich gestoßen, weil ich Paris sehr mag und mich die Zeit um 1935 brennend interessiert. Da ich von der Autorin noch nichts gelesen hatte, begann ich unvoreingenommen mit der Lektüre.

In der Geschichte geht es um Ida, die Tochter des Malers Marc Chagall. Ida ist der Liebling ihres Vaters und dient häufig als Malmotiv für ihn. Doch dann verliebt sie sich in einen Studenten und begeht einen folgenschweren Fehler. Welchen Weg wird sie nun gehen?

Der Roman basiert auf der Biografie der Künstlertochter und Gloria Goldreich hat sich laut eigener Aussage nur einige Erzählfreiheiten genommen.

Durch die Handlung führt uns ein beobachtender Erzähler und die Autorin bedient sich einer sehr detaillierten und bildhaften Sprache, so dass sich der Roman für mich wie ein kleines Kunstwerk anfühlte. Sprachlich konnte mich der Roman wirklich überzeugen.

Das Leben der Künstlertochter ist durchaus spannend dargestellt und man erfährt unheimlich viel über sie und ihren berühmten Vater. Ich fand, dass die Charaktere ausreichend dargestellt worden sind, um sich ein Bild von ihnen machen zu können. Es kam sehr gut rüber wie exzentrisch ein Künstler sein kann und dass das Leben mit so jemanden nicht gerade leicht ist. In Ida konnte ich mich ganz gut einfühlen, auch wenn ich manche ihrer Entscheidungen nicht ganz nachvollziehen konnte. Vielleicht lag es einfach an der Zeit, dass Ida nicht so selbstsicher agieren konnte, wie ich es erwartet hätte. Als Figur wirkte sie auf mich sehr selbstbewusst und durchsetzungsstark, nur gegenüber ihrem Vater konnte sie das dann wohl doch nicht sein.

Die Schwäche des Romans liegt in meinen Augen ganz klar darin, dass dem Leser das Denken abgesprochen wird. Man wird als Rezipient in eine bestimmte Richtung gedrängt, was man zu glauben hat und das mag ich persönlich nicht. Mir ist es lieber, wenn ich mir das ein oder andere einfach selbst zusammen fantasieren darf. Für meinen Geschmack wurde zu viel wiederholt.

Fazit: Ein durchaus unterhaltsamer biografischer Roman mit der ein oder anderen Schwäche. Bedingt lesenswert!


Bewertung: 3/ 5 Sternen

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