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Mittwoch, 6. Januar 2016

Rezension Anne Jacobs

"Die Töchter der Tuchvilla" von Anne Jacobs


Taschenbuch: 736 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (16. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734100321
ISBN-13: 978-3734100321

Inhaltsangabe:


Augsburg, 1916. Die Tuchvilla, der Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer, ist in ein Lazarett verwandelt worden. Die Töchter des Hauses pflegen gemeinsam mit dem Personal die Verwundeten, während Marie, Paul Melzers junge Frau, die Leitung der Tuchfabrik übernommen hat. Da erreichen sie traurige Nachrichten: Ihr Schwager ist an der Front gefallen, ihr Ehemann in Kriegsgefangenschaft geraten. Während Marie darum kämpft, das Erbe der Familie zu erhalten und die Hoffnung an ein Wiedersehen mit Paul nicht aufzugeben, kommt der elegante Ernst von Klippstein in die Tuchvilla. Und wirft ein Auge auf Marie… 

Autoreninfo:

Anne Jacobs veröffentlichte unter anderem Namen bereits historische Romane und exotische Sagas. Mit "Die Tuchvilla" gestaltete sie ein Familienschicksal vor dem Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte und eroberte damit die Bestsellerliste.

Meine Meinung:

Titel: Das Leben in der Tuchvilla geht weiter...

Nachdem ich "Die Tuchvilla" gern gelesen hatte, wollte ich natürlich wissen wie es mit den Melzers und ihrer Tuchfabrik weitergeht und begann mit voller Freude diesen seitenstarken Roman zu lesen. Zudem mag ich Bücher über den 1. Weltkrieg einfach nur zu gern.

Wir schreiben das Jahr 1916 und es ist Krieg. Auch die Melzers in Augsburg sind davon betroffen. Während die Männer an der Front dienen, versuchen die Frauen die Villa und die Fabrik am Laufen zu halten. Wird den Frauen das Schicksal hold sein und sie ihre Männer bald wiedersehen?

Bereits auf den ersten Seiten hatte mich die Autorin mit ihrer blumigen Sprache in ihren Bann gezogen. Auch wenn es schon über ein Jahr her ist, dass ich den ersten Teil gelesen habe, so war ich doch sofort wieder drin im Geschehen und auch die Melzers waren mir wieder gegenwärtig. Die Schreibe der Autorin ist sehr detailliert, was manchmal zu Längen führt, die ein wenig den Lesefluss stören und nicht sein müssten.

Ein auktorialer Erzähler führt uns durch die Geschichte. Wir bekommen aus den unterschiedlichsten Perspektiven etwas mit, denn mal begleiten wir Marie, mal Kitty und wie sie alle heißen. Dadurch erfährt man besonders viel aus dem Kosmos der Tuchvilla.

Im ersten Buch hatte ich ja noch so meine Probleme mit Marie, hier mochte ich sie aber wirklich gern mit ihrer anpackenden Art und den Mut etwas verändern zu wollen. Die dargestellten Charaktere sind alle sehr unterschiedlich, so dass man sie gut unterscheiden kann und jeder Leser wird jemanden finden, der ihm sympathisch ist.

Mir gefällt an dem Buch vor allem, dass nicht nur die Herrschaften mit ihren Problemen beleuchtet werden, sondern auch deren Dienstboten und dass keine Gesellschaftsschicht dabei bevorzugt wird.

Zudem scheut sich Anne Jacobs nicht davor die Schrecken des Krieges dem Leser nahe zu bringen. Erst dadurch kommt der Umbruch der damaligen Zeit für den Leser richtig rüber.

Auch beim Lesen dieses Buches fühlte ich mich stark an die TV- Serie "Downton Abbey" erinnert. Wer daran Gefallen findet, der wird auch diesen Roman genießen können.

Fazit: Für mich eine gelungene Fortsetzung, die ich gern gelesen habe. Vom mir gibt es eine Leseempfehlung.


Bewertung: 4/ 5 Sternen

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