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Donnerstag, 11. Februar 2016

Rezension Jim Shepard

"Aron und der König der Kinder" von Jim Shepard


Gebundene Ausgabe: 270 Seiten
Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (21. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3406689590
ISBN-13: 978-3406689598
Originaltitel: The Book of Aron

Inhaltsangabe:


Aron, ein kleiner polnisch-jüdischer Junge, ist in seiner nicht gerade kleinen, armen Familie so etwas wie eine Katastrophe auf zwei Beinen. Nichts will ihm so recht glücken und alles macht er kaputt. Doch halb Tom Sawyer, halb Simplicius – er ist ein guter Kerl. Aron hat leider keine Zeit, ein vernünftiger Erwachsener zu werden. Denn seine Familie zieht nach Warschau, die Deutschen überfallen Polen und die Juden werden ins Ghetto gepfercht. Er freundet sich mit einer Gruppe Jugendlicher an, die für sich und ihre Familien ums Überleben kämpfen, arbeiten, schmuggeln und stehlen und sich immer fragen müssen, wieviel Freundschaft und Liebe sie sich noch leisten können. Verrat und Tod lauern jederzeit. Als der König der Kinder, der berühmte Arzt und Pädagoge Janusz Korczak, Aron in sein Waisenhaus aufnimmt, beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft, die den Jungen verändert und beide über sich hinauswachsen lässt.

Autoreninfo:

Jim Shepard, geboren 1956, lebt mit seiner Familie in Williamstown, Massachusetts und lehrt am Williams College. Er hat sechs Romane und vier Erzählsammlungen veröffentlicht und hat u. a. The Story Prize gewonnen. Viele seiner Erzählungen sind in den Anthologien von "The Best American Short Stories" vertreten.

Meine Meinung:

Titel: Alles andere als leichte Kost...

Seitdem ich „28 Tage lang“ von David Safier gelesen habe, interessiert mich das Schicksal der Warschauer Juden besonders und deswegen wollte ich auch dieses Buch lesen.

In der Geschichte geht es um Aron, der laut seinen Eltern schon immer eine Katastrophe auf zwei Beinen ist. Anders als seine großen Brüder taugt er zu nichts. Als die Familie nach Warschau zieht, ändert sich das Leben der Familie schlagartig, denn sehr bald wird das Ghetto gebaut, in dem sich die Juden dann nur noch aufhalten dürfen. Die Not wird groß, der Hunger auch. Wird Aron sich in diesen schlechten Zeiten durchbeißen können?

Aron agiert hier als Ich- Erzähler, was das Lesen der Geschichte nicht gerade vereinfacht, da er nun mal ein kleiner Junge ist und aus seiner Sichtweise nüchtern berichtet was um ihn herum passiert. Das erfolgt gefühlt auch nicht immer chronologisch, vielmehr folgt er seinen Gedankengängen.

Die Sprache, die Jim Shepard benutzt ist sehr einfach gehalten, so dass man in jedem Fall abkauft, dass ein Junge zu einem spricht. Der Erzählstil ist so nüchtern und distanziert, dass man die dargestellten Figuren gar nicht so richtig fassen kann. Ich konnte zwar fühlen wie schlecht es den Menschen dort ergangen ist, aber mich nicht in die einzelnen Charaktere einfühlen.

Je mehr man liest, desto mehr Grausamkeiten kommen auf einen zu, was beim Lesen gar nicht so leicht zu verdauen ist. Da bestiehlt der Eine den Anderen und Kinder schrecken vor Mord nicht zurück, was ich entsetzlich fand beim Lesen.

Dieses Buch ist ganz klar keine leichte Kost und es ist kein Amüsement es zu lesen, da der Stoff so schwer zu verdauen ist. Dennoch bin ich der Meinung, dass das Lesen dieses Romans einen Mehrwert hat, denn er regt ganz klar zum Nachdenken an.

Fazit: Schwere Kost, aber wer sich mit dem Thema Warschauer Ghetto näher befassen will, der bekommt hier ein sehr authentisches Bild. Für Interessierte auf jeden Fall lesenswert. Alle anderen, die das Thema etwas leichter präsentiert bekommen wollen, denen rate ich eher zu dem Roman von David Safier.


Bewertung: 3/ 5 Sternen

Kommentare:

  1. Als ich las worum es hier geht, musste ich sofort an "28 Tage lang" denken, denn auch dort kommt Janusz Korczak vor. Vielleicht hat der Autor gerade deswegen einen sehr nüchternen Schreobstil verwendet, weil das buch schon genug grausam ist....
    Liebe Grüße
    Martina

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  2. Hallo Martina,

    das ist möglich. Leider fühlt man dadurch aber nicht so intensiv mit den Figuren mit wie beim Roman von Herrn Safier, aber vielleicht ist das auch einfach nur Geschmackssache.

    LG Janine

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