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Montag, 27. Mai 2019

Rezension Tommy Jaud

"Der Löwe büllt" von Tommy Jaud


Broschiert: 320 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz; Auflage: 3. (30. April 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3651025586
ISBN-13: 978-3651025585


Inhaltsangabe:

Es läuft nicht gut für Nico Schnös, 47, den überforderten Controller mit der kaputten Brille. Warum gibt ihm seine Mutter seit dem Tod des Vaters täglich durch, was sie kocht und wie sie putzt? Was genau treibt Nicos Frau in dieser seltsamen Kuschelsekte, und warum flüchtet im Großraumbüro sogar der Saugroboter vor ihm? Als er bei einem Wutanfall eine Kaffeetasse auf den Finanzvorstand wirft, schickt sein Chef ihn in den Zwangsurlaub: Entweder Nico kommt entspannt zurück, oder er ist seinen Job los. Der kanarische Ferienclub ist paradiesisch schön – doch sämtliche Entspannungsversuche gehen nach hinten los. Vielleicht hätte Nico nicht ausgerechnet seine hyperaktive Mutter mitnehmen sollen:

Autoreninfo:

Der gebürtige Franke lebt und arbeitet noch immer freiwillig in Köln. Wenn er gerade mal kein Buch schreibt, fährt er Mountain Bike mit seiner Frau, meditiert sich Köln schön oder verliert im Tennis gegen seinen Lektor. 

Meine Meinung:

Titel: Stress ist nichts für schwache Nerven... 

Natürlich war mir der Autor bereits durch seine Simon-Peters-Reihe bekannt. Da ich derzeit etwas Aufmunterung gebrauchen kann, begann ich gespannt zu lesen.

In der Geschichte geht es um Nico Schnös, dessen Ruhepuls ständig über hundert liegt. Er ist von allem und jedem genervt. Als er im Büro einen Kollegen mit einer Kaffeetasse verletzt, heißt es: Zwangsurlaub. Entweder er entspannt sich und erreicht einen Ruhepuls von unter 60 oder er fliegt aus der Firma. Kann das wirklich gelingen?

Der Schreibstil von Herrn Jaud ist unverkennbar geblieben und ein Wortspiel jagt das Nächste. Laute Lacher sind mir zwar keine entwichen, aber ich konnte mich amüsieren.

Nico als Figur ist echt immens anstrengend, gerade weil er dauernd wütend ist und es dafür nicht mal wirklich trifftige Gründe gibt. Trotzdem mag man ihn irgendwie, dieses kleine Weichei.

Nicos Mutter Rosi dagegen ist wirklich ein Gedicht. Sie fand ich einfach nur goldig mit ihrem Putzfimmel und ihrer hyperaktiven Art.

Mia, die Frau von Nico, war schon sehr speziell mit ihrer Vorliebe für Meditation, Yoga und Co, aber wenigstens war sie dadurch entspannt.

Die Handlung wird uns über Nico als Ich- Erzähler vermittelt, weshalb wir ganz nah an ihm dran sind und seine Emotionen live zu spüren bekommen. Mal befinden wir uns als Leser in der Gegenwart im angekündigten Entspannungsurlaub und mal in der Vergangenheit, wo wir erleben wie der Urlaub überhaupt erst nötig wurde. Durch diese Wechsel wird mehr Spannung aufgebaut, da die einzelnen Abschnitte immer dann unterbrochen werden, wenn es am spannendsten ist.

Der Roman hat mich durchaus gut unterhalten und ich konnte oft lächeln und schmunzeln, aber die große Literatur ist es nicht. Hatte ich aber ehrlich gesagt auch nicht erwartet.

Ist euch übrigens an dem Titel etwas aufgefallen?

Fazit: Gute Urlaubslektüre und mal für zwischendurch, daher spreche ich eine Empfehlung aus.

Bewertung: 4/5 Sternen