Seitenaufrufe letzten Monat

Montag, 14. Januar 2019

Rezension Ellen Sandberg

"Der Verrat" von Ellen Sandberg


Broschiert: 480 Seiten
Verlag: Penguin Verlag (27. Dezember 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3328100903
ISBN-13: 978-3328100904


Inhaltsangabe:

Ein Weingut an der Saar. Ein altes Verbrechen. Und eine Schuld, die nie verjährt ...

Als Nane nach zwanzig Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, hat sich vieles verändert. Nicht aber die Schuld, die weiter auf ihr lastet. Nicht die Erinnerung an die Nacht, die ihr Leben zerstörte und schon gar nicht das Verhältnis zu ihrer Schwester Pia.

Pia hat es gut getroffen. Die erfolgreiche Restaurateurin lebt mit ihrem Mann auf einem idyllischen Weingut an der Saar. Da lässt es sich gut verdrängen, auf welch zerbrechlichem Fundament ihr Glück gebaut ist. Doch dann tritt ihre Schwester Nane wieder in ihr Leben und Pia ahnt: Es ist Zeit für die Wahrheit. Und damit Zeit für Rache oder Vergebung.


Autoreninfo:

Ellen Sandberg ist das Pseudonym einer erfolgreichen Münchner Autorin, deren Kriminalromane regelmäßig auf der Bestsellerliste stehen. Sie arbeitete zunächst in der Werbebranche, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Mit dem groß angelegten Spannungs- und Familienroman "Die Vergessenen" schlägt sie einen neuen schriftstellerischen Weg ein und widmet sich dabei einem Thema, das ihr ein persönliches Anliegen ist: den Verbrechen der jüngeren Vergangenheit und der Notwendigkeit, diese nicht zu vergessen. 

Meine Meinung:

Titel: Blut ist eben doch nicht immer dicker als Wasser...

Nachdem ich "Die Vergessenen" von der Autorin gelesen hatte, war klar dass ich bei der Schreibqualität auch ihr nächstes Werk lesen muss. Bei dem vorliegenden Buch haben wir nun zwar eine ganz andere Geschichte, die aber nicht minder spannend ist, sondern uns ebenfalls in die menschlichen Abgründe blicken lässt.

In der Geschichte geht es um die drei Schwestern Pia, Nane und Birgit, deren Leben unterschiedlicher kaum gelaufen sein könnte. Während Pia ein glückliches Leben führt, hält sich Birgit gerade so über Wasser und Nane ist eben erst aus dem Gefängnis entlassen worden. Pia möchte zu ihrer Knastschwester keinen Kontakt, doch warum ist das so? Was passierte vor zwanzig Jahren wirklich, was die Schwestern so sehr entzweit hat?

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich jede Figur für sich zu Beginn des Buches mochte, einfach weil alle sehr authentisch und aus dem Leben gegriffen wirken.

Mit Nane konnte ich mich dabei am meisten identifizieren. Leider hat sie mich bei ihren Männergeschichten doch sehr oft an eigene Erfahrungen und die von Freundinnen erinnert. Sicherlich ist sie psychisch gesehen nicht die Stabilste, aber wer kann es ihr verübeln bei den Erfahrungen, die sie machen musste?

Pia mochte ich am Anfang richtig gern. Man genießt regelrecht mit ihr zusammen ihr gutes Leben. Dass es hinter der Fassade reichlich brodelt, merkt man erst im Verlauf der Handlung und erst da wird klar, dass Pia gar nicht so ist wie sie scheint.

Birgit bleibt als Einzige der Schwestern etwas blass beschrieben, aber auch ihr Schicksal hat mich berührt. Man weiß nun mal nicht wo die Liebe hinfällt und ob man sich damit ins Unglück stürzt oder eben nicht.

Der eigentliche Fall kristallisiert sich erst im Verlauf der Handlung raus, denn am Anfang ist gar nicht klar warum Nane eigentlich zwanzig Jahre ins Gefängnis musste.

Der Autorin gelingt es in dem Buch vor allem Charaktere mit dunklen Geheimnissen zu schaffen und das so real, dass man genau deswegen eine Gänsehaut bekommt.

Die Auflösung des Falls ist sehr strukturiert und stets nachvollziehbar. Zu keiner Zeit hatte ich Zweifel daran, dass es genauso und nicht anders passiert ist.

Besonders ist zudem, dass die Abgründe hier innerhalb einer Familie stattfinden und man sich beim Lesen echt fragt, ob es einem auch so ergehen könnte oder ob die eigenen Familienmitglieder gefestigtere Charaktere sind?

Fazit: Ein Roman, der mich sehr begeistern konnte und mir spannende Lesestunden im Urlaub verschafft hat. Ich spreche sehr gern eine Leseempfehlung dafür aus!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

----------------------------------------------------------------------------------------------------------

Sonntag, 13. Januar 2019

Rezension Bernhard Aichner

"Bösland" von Bernhard Aichner


Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: btb Verlag (1. Oktober 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442756383
ISBN-13: 978-3442756384


Inhaltsangabe:

Sommer 1987. Auf dem Dachboden eines Bauernhauses wird ein Mädchen brutal ermordet. Ein dreizehnjähriger Junge schlägt sieben Mal mit einem Golfschläger auf seine Mitschülerin ein und richtet ein Blutbad an. Dreißig Jahre lang bleibt diese Geschichte im Verborgenen, bis sie plötzlich mit voller Wucht zurückkommt und alles mit sich reißt: Der Junge von damals mordet wieder … 

Autoreninfo:

Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Nach den Spannungsromanen Nur Blau (2006) und Schnee kommt (2009) erschienen bei Haymon die Max-Broll-Krimis Die Schöne und der Tod (2010), Für immer tot (2011) und Leichenspiele (2012). Totenfrau ist der erste Thriller, der bei btb erscheint. Für die Recherche dazu arbeitete Aichner ein halbes Jahr bei einem Bestattungsinstitut als Aushilfe.

Meine Meinung:

Titel: Ein Missverständnis verändert ein ganzes Leben... 

Ich wollte schon immer mal ein Buch dieses Autors lesen und nun ist es mir endlich geglückt. Dabei erwartete mich ein sehr erfrischender, anderer Stil als ich es bisher bei Thrillern gewohnt war.

In der Geschichte geht es um Ben, der vor 30 Jahren als Kind wegen Mordes verurteilt wurde. Er kann sich an die Tat selbst nicht erinnern und versucht seit Jahren seine Erinnerungen wiederzufinden. Was geschah damals wirklich? Er begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit, nur um auf ein Geheimnis zu stoßen, dass sein eigenes Leben bedroht...

Das Besondere an dem Buch ist wohl, dass immer im Wechsel mal Handlung geschildert wird, egal ob aus der Gegenwart oder aus der Vergangenheit, und mal reine Dialoge zum Lesen zur Verfügung stehen, ohne dass dabei beschrieben wird, wie die Figuren dabei agieren. Dies empfand ich als sehr erfrischend und neuartig.

Der Fall von damals hat es mir dabei wirklich am meisten angetan, denn man fragt sich ja schon warum ein Kind ein anderes Kind einfach töten kann. Dieser Umstand wird auch nachvollziehbar erläutert.

Mit Ben als Figur kann man sich zwar nicht so wirklich identifizieren, einfach weil man schlichtweg seine negativen Erfahrungen zum Glück nie machen musste, aber man versteht wie er agiert. Ich mochte ihn beim Lesen immer mehr, was vor allem daran lag, weil er sich trotz allem was passiert war für andere einsetzt, auch wenn ihn das in Gefahr bringt.

Ansonsten war mir persönlich sehr schnell klar, wer hier der eigentlich Böse ist, weil der Autor bereits zu Beginn zahlreiche Indizien streut. Mir persönlich hat das gut gefallen, da ich es lieber mag, wenn man selbst auf des Rätsels Lösung kommt als wenn einem eine an den Haaren herbeigezogene Lösung präsentiert wird.

Die ersten zwei Drittel des Buches lasen sich wirklich wie ein echter Pageturner. Hier hatte der Thriller echtes Suchtpotential. Das letzte Drittel war dann etwas abgefahren und ließ mich ein wenig an der Glaubwürdigkeit der Handlung zweifeln.

Fazit: Ich habe es nicht bereut diesen Thriller gelesen zu haben, da es wirklich mal etwas anderes war. Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus!

Bewertung: 4/5 Sternen

----------------------------------------------------------------------------------------------------------

Samstag, 12. Januar 2019

Rezension Ulrike Renk

"Jahre aus Seide" von Ulrike Renk


Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 2. (7. Dezember 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746634415
ISBN-13: 978-3746634418


Inhaltsangabe:

1932: Ruth hat eine unbeschwerte Jugend. Die meiste Zeit verbringt sie in der Villa des benachbarten Seidenhändlers Merländer. Sie ist fasziniert von den kunstvoll bedruckten Stoffen, lernt Schnittmuster zu entwerfen und Taschen und Zierrat zu fertigen. Und sie begegnet Kurt, ihrer ersten großen Liebe. Als die Nazis an die Macht kommen, scheint es für sie keine Zukunft zu geben, denn sie sind beide Juden. Kurts Familie trägt sich mit dem Gedanken auszuwandern, auch Ruth soll gegen ihren Willen ihr Elternhaus verlassen. Und dann kommt der Tag, an dem das Schicksal ihrer Familie in Ruths Händen liegt.

Autoreninfo:

Ulrike Renk, geboren 1967 in Detmold, zog ein paar Jahre später mit Eltern und Bruder nach Dortmund, wo sie auch die Schule besuchte. Studienaufenthalt in den USA, Studium der Anglistik, Literaturwissenschaften und Soziologie an der RWTH Aachen. Sie ist Mutter von vier Kindern. Heute lebt sie mit ihrem Mann, dem jüngsten Sohn, zwei Alaskan Malamute, drei ordinären Hauskatzen und zwei indischen Laufenten, in Krefeld am Niederrhein und arbeitet als freie Autorin. 

Meine Meinung:

Titel: Ein Buch voller ungehaltener Versprechen...

Die Autorin konnte mich vor einigen Jahren mit ihrer Australien- Saga so sehr begeistern, dass ich jetzt unbedingt mal wieder ein Buch von ihr lesen wollte. Leider wird nicht ein Versprechen des Klappentextes gehalten.

In der Geschichte geht es um die Jüdin Ruth, die unbeschwert in Deutschland groß wird und ein erfülltes Leben genießt bis die Nazis an die Macht kommen. Was wird sich in ihrem Leben alles ändern? Und was wird aus der Liebe zu Kurt, dessen Eltern unbedingt auswandern wollen, wenn es hart auf hart kommt?

Selten fiel es mir schwer in ein Buch hineinzufinden wie hier. Dies liegt vor allem daran, weil eigentlich während des ganzen Buches nicht wirklich viel passiert. Interessante Passagen wie etwa Ruth ihren Kurt kennenlernt, werden auf einer halben Seite abgerissen, während Feiertage ausführlichst beschrieben werden, aber eben nicht wirklich die Bräuche, sondern was es jeweils für Festessen gibt.

Zudem ist der Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht, gänzlich anders als beim Inhalt beschrieben. Ewig geht es erstmal um Ruths Mutter Martha und wie gut es doch der Familie geht. Man erlebt Ruth bereits als Kleinkind, was ich ehrlich gesagt als unnötig empfand.

Des Weiteren gelang es der Autorin nicht mir einen der Charatere schmackhaft zu machen, da keine Figur wirklich aus dem Leben gegriffen erscheint.

Die Hauptfigur Ruth kann bereits in jungen Jahren Dinge, die ich mir einfach nicht vorstellen kann und als unglaubwürdig empfunden habe. Natürlich können Kinder besondere Begabungen haben, aber nicht in der Ausprägung, da gerade bei der Schneiderei ja auch handwerkliches Geschick gefragt ist, was aber gewisse motorische Ausprägungen erfordert, die Kinder in jungen Jahren schlichtweg noch nicht haben.

Auch Ruths Mutter konnte mich leider nur sehr selten berühren, da ich überhaupt keinen Zugang zu ihr gefunden habe. Klar hat es mir gut gefallen, dass sie eine gute Mutter sein wollte, aber alle Pflichten, die damit einhergehen, gibt sie an das Hauspersonal ab. Zudem empfand ich ihr Leben doch als sehr langweilig, wenn sie ausschließlich Gesellschaften gibt, aber sonst nichts weiter kann.

Karl war für mich ein Charakter, der einfach zu gut für die Welt ist. Auch wenn das im wahren Leben so abgelaufen sein soll, empfand ich seine enorme Gutmütigkeit, mit der er seine Familie teilweise sogar in Gefahr bringt, als anstrengend und belastend. Beim Lesen fragte ich mich schon, was denn der Messias Karl als nächstes für gute Taten vollbringen wird?

Außerdem wurde immer wieder betont, dass die Familie sehr reich sei und nahezu mit matierellen Dingen geprahlt. Auch als es schon zahlreichen Familien schlecht geht, soll sich Ruth Skier kaufen und ihr Leben genießen. Wo bleibt da das Feingefühl den anderen Mädchen gegenüber?

Die Geschichte erschien mir leider an vielen Stellen an den Haaren herbeigezogen. Nie gibt es wirkliche Höhen und Tiefen in der Handlung. Wenn mal etwas Schlimmes passiert, ist wenige Zeilen später die Lösung da. Daher fiel es mir auch unendlich schwer konstant zu lesen, weil ich immer wieder hoffte, das nun endlich etwas mit Wums passiert und dann kommt dies wieder nicht.

Man merkt schon, dass durchaus recherchiert worden ist, aber die Einstreuung von politischen Ereignissen wirkt einfach zu gestelzt und gewollt. Auch führen die jüdischen Mädchen wie Anne Frank Tagebuch, was auch so sehr betont worden ist, dabei haben Mädchen in dem Alter wohl schon immer das Bedürfnis gehabt Tagebuch zu führen, egal welcher Ethnie oder Glaubensrichtung sie angehören. 

Ehrlich gesagt bin ich jetzt sogar erleichtert, dass das Buch zu Ende ist. Die Fortsetzungen dazu werde ich gewiss nicht lesen.

Fazit: Für Leser, die sehr seichte Kost mögen, die zudem sprachlich nicht anspruchsvoll ist, werden sicherlich einen Mehrwert in diesem Buch entdecken. Ich kann hier jedenfalls keine Leseempfehlung aussprechen.

Bewertung: sehr gut gemeinte 2/5 Sternen

----------------------------------------------------------------------------------------------------------
 
 

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Rezension Sebastian Fitzek

"Der Insasse" von Sebastian Fitzek


Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Droemer HC (24. Oktober 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426281538
ISBN-13: 978-3426281536


Inhaltsangabe:

Vor einem Jahr verschwand der kleine Max Berkhoff. Nur der Täter weiß, was mit ihm geschah. Doch der sitzt im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie und schweigt. Max' Vater bleibt nur ein Weg, um endlich Gewissheit zu haben: Er muss selbst zum Insassen werden.

Autoreninfo:

Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt "Die Therapie" (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Seine Bücher wurden bereits 10 Millionen Mal verkauft, in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin. 

Meine Meinung:

Titel: Wieviel Therapie wird er vertragen?

In der Geschichte geht es um Till Berkhoff, dessen Sohn vor einem Jahr verschwunden ist. Seitdem kann Till nur noch an seinen Sohn denken und er will Gewissheit über dessen Verbleib haben, um endlich mit der Sache abschließen zu können. Dafür geht er freiwillig in eine psychatrische Klinik. Tut er sich damit wirklich einen Gefallen?

Ein beobachtender Erzähler führt uns durch die Handlung und wir begleiten sowohl das Klinikpersonal als auch die eingewiesenen Patienten. Dabei wird schnell deutlich, dass so einige in dem Krankenhaus etwas auf dem Kerbholz haben.

Herr Fitzek beschrieb sehr interessant die Umgebung einer psychiatrischen Klinik und den Alltag dort. Man selbst hat damit ja zum Glück noch keine Erfahrungen sammeln müssen. Und die ein oder andere beschriebene Sicherheitsvorkehrung sorgte bei mir eher für Erleichterung.

Für mich lasen sich die ersten zwei Drittel des Buches wie ein Pageturner. Lange hat es kein Buch mehr geschafft mich so sehr zu beschäftigen und gleichzeitig so sehr zu erschrecken wie dieses. Teilweise las ich wirklich mit Abscheu, was unser lieber Täter angestellt hat. Klar ist jede Kliminalität und jede Straftat schlimm, aber wenn es um Kinder geht, dann ist das für mich nochmal eine ganz andere Nummer. 

Ansonsten hat mich doch enorm erstaunt was Till als Protagonist alles auszuhalten im Stande ist. Das kann man als echte Liebe zu seinem Kind werten, denn was ihm alles in der Klinik passiert, da würden einige dran zu Grunde gehen.

Die Ärzte des Krankenhauses waren doch schon sehr spezielle Persönlichkeiten, gerade Frieder mit seinem kleinen Alkoholproblem und Kasov mit seinen Machenschaften. Da war ich direkt froh, dass die Klinikleitung weiblich besetzt war von einer Guten.

Seda als Figur fand ich spannend. Über sie hätte ich gern noch etwas mehr erfahren. Ich habe sie als sehr sympathisch und clever empfunden.

Tramnitz ist ja nun wirklich eine Person, die einem Albtraum entsprungen zu sein scheint. Er scheint ein Händchen dafür zu haben Leute für sich zu manipulieren und zu benutzen.Und leider hat es Herr Fitzek geschafft, dass ich ihn teilweise nicht mal unsympathisch fand.

So suchtete ich den Thriller also durch und wollte endlich des Rätsels Lösung wissen.

Leider hat mich die Auflösung anfänglich verwirrt und dann doch ein ganz klein wenig enttäuscht zurückgelassen, da ich einfach eine völlig andere Auflösung erwartet hatte. Irgendwie blieb der ganz große Knall aus.

Fazit: Wer Gänsehaut sucht, der wird sie hier finden. Definitiv nichts für schwache Nerven.

Bewertung: 4/5 Sternen

----------------------------------------------------------------------------------------------------------


 

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Rezension Anne Gesthuysen

"Mädelsabend" von Anne Gesthuysen


Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (8. November 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462051504
ISBN-13: 978-3462051506


Inhaltsangabe:

Oma und Enkelin – zwei starke Frauen vom Niederrhein und die Frage: Wie viel Ehe verträgt ein erfülltes Leben?
Eine Ehe steht nach sechzig Jahren vor dem Aus – und eine junge Mutter ringt um eine Entscheidung, die nicht nur ihr Leben bestimmen wird. Ruth und Walter leben seit Ruths Sturz im Seniorenheim Burg Winnenthal. Walter möchte am liebsten sofort zurück nach Hause, die vielen lebenslustigen Witwen hier sind ihm unheimlich. Ruth hingegen genießt die Gesellschaft von Gleichgesinnten. Sie lauscht den Lebensgeschichten der anderen Frauen und singt endlich wieder im Chor. Keine zehn Pferde werden sie hier wegbringen. Als ihre Enkelin Sara, Mutter eines kleinen Sohnes, die Zusage für ein Forschungsstipendium in Cambridge erhält und von ihrem Mann vor eine Entscheidung gestellt wird, sucht sie Rat bei Ruth. Geschickt verwebt Anne Gesthuysen Gegenwart und Vergangenheit und erzählt von einem bewegten Frauenleben am Niederrhein, das den Bogen vom Zweiten Weltkrieg über die piefigen Fünfziger- und die wilden Siebzigerjahre bis in die Jetztzeit spannt. Von der Liebe und kuriosen Hochzeitsbräuchen, von Karnevalstraditionen und Anti-AKW-Treckerfahrten. Von den Herausforderungen einer Jahrzehnte währenden Ehe, von patriarchalen Machtstrukturen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Humorvoll, warmherzig und feinfühlig spürt sie der Frage nach, was zwei Menschen zusammenhält und welche Bedeutung Freiheit und Selbstverwirklichung haben. Eindrücklich zeigt sie, dass es keine einfachen Antworten gibt, nur individuelle Wege zum Glück.


Autoreninfo:

Anne Gesthuysen wurde 1969 am unteren Niederrhein geboren. Nach dem Abitur in Xanten studierte sie Journalistik und Romanistik. In den 90er-Jahren arbeitete sie bei Radio France, ansonsten fühlt sie sich seit Ende der 80er-Jahre in den deutschen Medien wohl. Als Reporterin hat sie für WDR, ZDF und VOX gearbeitet, schließlich auch als Moderatorin. Ab 2002 moderierte sie das "ARD-Morgenmagazin". Diese Nachtschichten gab sie nach dem großen Erfolg ihres ersten Romans "Wir sind doch Schwestern" aber Ende 2014 auf, um sich tagsüber an den Schreibtisch zu setzen und weitere Bücher zu schreiben. Sie lebt mit ihrem Mann, Frank Plasberg, und ihrem Sohn in Köln.

Meine Meinung: 

Titel: Was ist das Leben einer Frau wert?

Bereits mit ihrem ersten Roman konnte mich die Autorin begeistern, weshalb ich voller Vorfreude dieses Buch in die Hände nahm.

In der Geschichte geht es um Ruth und ihre Enkelin Sara. Beide haben als Frauen ihr Päckchen zu tragen. Werden sie sich für oder gegen ihre Männer entscheiden?

Bereits auf den ersten Seiten nahm mich die Handlung enorm gefangen, denn es beleuchtet das Frauenbild in der Bundesrepublik ab 1941. Begeistert war ich vor allem deswegen, weil ich dazu kaum etwas weiß, da sowohl meine Eltern als auch ich selbst in der DDR groß geworden sind und mir beim Lesen sehr schnell klar wurde, dass es zwischen den beiden Ländern doch enorme Unterschiede gab.

Die Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet und man kann sich gut mit ihnen identifizieren. Während Sara für die moderne Frau von heute steht, ist ihre Großmutter Ruth diejenige, die noch leben musste wie ihre Eltern und später ihr Mann es von ihr wollten.

Richtig spannend fand ich zu erleben wie das Ehepaar Ruth und Walter im Alter miteinander umgehen. Die Autorin hat sehr gut herausgearbeitet, dass eine so lange Beziehung und Ehe Spuren bei beiden Partnern hinterlässt.

Bis zur Mitte las sich der Roman so fesselnd, dass ich nicht mehr aufhören wollte mit der Lektüre.

Leider gibt es ab der Mitte der Handlung eine Art Bruch, zumindest habe ich es so empfunden. Plötzlich wird der Leser vor vollendete Tatsachen gestellt, obwohl man sehr gehofft hatte, dass man die Situationen im Buch erleben darf. Dazu kommt es aber leider nicht.

Fazit: Ich habe das Buch gern gelesen, allerdings konnte es meine Erwartungen nicht zu hundert Prozent erfüllen. Gute Unterhaltung mit Luft nach oben. Für Leser, die Familiengeschichten mögen ideal.

Bewertung: 4/ 5 Sternen

----------------------------------------------------------------------------------------------------------
 

Montag, 12. November 2018

Rezension Aprilkind

"Der Grolltroll" von Aprilkind und Barbara van den Speulhof und Stephan Pricken



Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: Coppenrath; Auflage: 1 (9. November 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783649628934
ISBN-13: 978-3649628934
ASIN: 3649628937
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre


Inhaltsangabe:

Es könnte alles so schön sein! Wäre da nicht die blöde Hütte, die immer wieder zusammenkracht, oder der dumme Baum, von dem einfach kein Apfel herunterfallen will … Den Frust und die Wut, wenn Dinge nicht so laufen, wie man es sich wünscht, kennt jeder. Auch der Grolltroll. Was aber tun, wenn die ganz große Wut kommt und uns einfach überrollt? Unser Bilderbuch hilft, ihr spielerisch ein Ende zu setzen.

Meine Meinung:

Titel: Wenn der Ärger dich mal überrollt...

Als begeisterte Leserin war ich auf der Suche nach einem tollen, buchigem Geschenk für meine kleine Nichte und da stolperte ich über dieses zauberhafte Buch.

In der Geschichte geht es um den Grolltroll, der durch seine muffelige Art all seine Freunde vergrault. Doch irgendwann muss auch mal Schluss sein mit dem Wütendsein und dem Ärger, oder?

Mit liebevollen Zeichnungen versehen, kann man das Abenteuer des Trolls erleben. Auf dicken Papierseiten lässt sich hier so einiges angucken und bestaunen.

Das Buch ist sowohl für die ganz Kleinen zum Vorlesen als auch für größere Kinder zum Erstlesen geeignet.

Selten habe ich so ein liebevoll gestaltetes Buch in den Händen gehalten.

Fazit: Klare Lese- und Kaufempfehlung, hier werden die Kids lange Freude daran haben.

Bewertung: 5/ 5 Sternen

----------------------------------------------------------------------------------------------------------

Sonntag, 11. November 2018

Rezension Daniel Speck

"Piccola Sicilia" von Daniel Speck


Broschiert: 624 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (26. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596701627
ISBN-13: 978-3596701629


Inhaltsangabe:

Ein sonniger Herbsttag auf Sizilien. Schatztaucher ziehen ein altes Flugzeug aus dem Meer. Die deutsche Archäologin Nina findet auf der Passagierliste ihren Großvater Moritz, der seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen galt – das große Geheimnis ihrer Familie. Seine Abwesenheit hat eine Wunde hinterlassen, die über drei Generationen reicht. Überraschend begegnet Nina auf Sizilien einer fremden Frau, die behauptet, Moritz’ Tochter zu sein. Hatte er eine zweite Familie?
Tunis, 1942. Das bunte italienische Einwandererviertel „Piccola Sicilia“. Drei Religionen leben in guter Nachbarschaft zusammen,​ ​bis der Krieg das Land erreicht. Im Grand Hotel Majestic begegnet ​der deutsche Soldat ​Moritz der faszinierenden Jüdin Yasmina und dem Pianisten Victor. Als die Nazis Victor gefangen​ ​nehmen, riskiert Moritz alles, um ihm zur Flucht zu verhelfen. Doch nicht nur Victor, sondern auch Moritz hat Gefühle für Yasmina. Er verstrickt sich in eine ​Leidenschaft, die sein Schicksal für immer ​v​​erändern wird.

Autoreninfo:

Daniel Speck, 1969 in München geboren, baut mit seinen Geschichten Brücken zwischen den Kulturen. Auf seinen Reisen trifft er Menschen, deren Schicksale ihn zu seinen Romanen inspirieren. Der Autor studierte Filmgeschichte in München und in Rom, wo er mehrere Jahre lebte. Er verfasste die Drehbücher zu "Maria, ihm schmeckt’s nicht" sowie zu "Zimtstern und Halbmond ". Für "Meine verrückte türkische Hochzeit" erhielt er den Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis. Sein Roman "Bella Germania" stand 85 Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und war das erfolgreichste deutsche Debüt 2016. "Piccola Sicilia" ist sein zweiter Roman.

Meine Meinung:

Titel: Liebe findet ihren Weg...

Eher zufällig habe ich genau dieses Buch mit in den Urlaub genommen. Vom Autor selbst hatte ich bisher weder etwas gehört noch gelesen, daher begann ich völlig unbefangen mit der Lektüre und ich wurde regelrecht eingesogen.

Die Geschichte ist in zwei Handlungsstränge untergliedert. Zum einen begleiten wir Nina Zimmermann in der Gegenwart, deren guter Freund sich gerade auf Schatzsuche unter Wasser befindet. Könnte das Geheimnis im Meer etwas mit ihr zu tun haben? Zum anderen begleiten wir in der Vergangenheit die Geschwister Victor und Yasmina in Tunis, welches alsbald von den Deutschen besetzt wird und das Leben der dort ansässigen Juden dramatisch verändert. Wie wird es den Geschwistern in diesen dramatischen Zeiten ergehen?

Gleich vorweg möchte ich erwähnen, dass der Vergangenheitspart den deutlich größeren Raum in der Geschichte einnimmt, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Auch fand ich immens spannend den 2. Weltkrieg mal in einem anderen Land in einer Geschichte miterleben zu dürfen, denn über die Rolle Tunesiens in dieser Zeit wusste ich ehrlich gesagt so gar nichts.

Die im Buch dargestellten Figuren sind sehr vielschichtig und berühren einen als Leser. Mein Herz wurde vor allem von Yasminas Schicksal berührt. Als Waise in einer liebevollen Familie wie den Sarfatis zu landen, ist schon ein großes Glück und dennoch sorgt dies für jede Menge Furore. Auch Moritz mit seiner Zerrissenheit hat mir sehr gefallen, konnte man doch nur zu gut verstehen, dass die Entscheidung, die es zu treffen galt, niemals eine leichte sein wird.

Richtig bewegend fand ich die Gedanken und Gefühle von Archäologin Nina, die gerade versucht eine Trennung zu verarbeiten. Hier habe ich mich sehr aufgehoben gefühlt, da ich selbst ähnliches durchmachen musste und mich so sehr gut in sie einfühlen und sie verstehen konnte. 

Zum Schluss der Geschichte wird deutlich wie Vergangenheit und Gegenwart zusammenhängen und dennoch bleibt Spielraum für den Leser mit seinen Gedanken, da der Roman offen endet.

Ich habe mich unheimlich gut unterhalten gefühlt und habe geschichtlich so einiges dazu lernen dürfen.

Fazit: Die bewegende Geschichte dreier Frauen, die trotz alles religiösen und kulturellen Unterschiede versuchen ihr Leben zu meistern und nie nach hinten schauen, sondern stets in die Zukunft. Absolut lesenswert!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

----------------------------------------------------------------------------------------------------------