Seitenaufrufe letzten Monat

Freitag, 17. Januar 2020

[Filmkritik:] Booksmart

"Booksmart"


Darsteller: Beanie Feldstein, Kaitlyn Dever, Billie Lourd, Jessica Williams
Regisseur(e): Olivia Wilde
Format: Breitbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DD Stereo), Englisch (Dolby Digital 5.1), Englisch (DD Stereo)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Weltkino (Vertrieb Universum Film)
Erscheinungstermin: 15. Mai 2020
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 98 Minuten
ASIN: B07ZLHXWT8


Inhaltsangabe:

Molly und Amy haben in der Highschool alles richtig gemacht. Mit Bestnoten blicken sie nun wohlverdient einer glänzenden Zukunft an Elite-Unis entgegen und herab auf die Loser ihrer Klasse. Doch am letzten Schultag stellt Molly voller Entsetzen fest, dass es auch ihre Mitschüler an die besten Unis geschafft haben – obwohl diese offenbar nur Party im Kopf hatten. Fest entschlossen, sich nichts entgehen zu lassen, überredet sie Amy den Spaß der letzten Jahre in den noch verbleibenden Stunden auf der Highschool nachzuholen. Eine epische Nacht des schlechten Benehmens steht ihnen bevor, an deren Ende eine Lektion steht, die man nicht aus Büchern lernen kann.

Meine Meinung:

Titel: Typischer Highschoolfilm mit wenig Neuem 

Früher habe ich unglaublich gern Highschool- und College- Filme geschaut und dieser hier stand im Flugzeug im englischen Original zur Auswahl. Da Lachen auf einem Langstreckenflug auch mal nicht schlecht ist, ließ ich mich auf den Film ein.

Im Film geht es um die besten Freundinnen Molly und Amy, die ihre ganze Zeit damit verbracht haben in der Schule perfekt zu sein, damit sie später auf ihr Wunsch- College kommen. Ihre Mitschüler haben weniger getan und trotzdem das Gleiche erreicht. Nun haben die Mädchen noch eine Nacht, um all das Verpasste nachzuholen. Was wird ihnen diese Erfahrung bringen?

Gleich vorweg muss ich sagen, dass dieser Film einfach so gar nichts Neues bietet. Ob man ihn nun gesehen hat oder nicht, man vergisst ihn ganz schnell wieder, da er keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Der Film ist schrill, übertrieben laut und schrammt sehr gut an der Realität vorbei. Klar treffen unsere Heldinnen auf einen Serienmörder und landen später im Gefängnis. Das macht sich bestimmt prima im Lebenslauf.

Gut gefallen hat mir eigentlich nur die Wahl der Schauspieler. Beide Hauptcharaktere sind keine Highschoolschönheiten, sondern Mädels wie du und ich, so dass man sich mit ihnen identifizieren kann. Zudem kommt reichlich Diversity vor, denn es gibt Schüler jedweder Hautfarbe und auch Homosexualität spielt eine Rolle. Das war es dann aber auch schon an Positivem.

Fazit: Es gibt deutlich bessere Filme dieser Art mit mehr Charme. Ich kann keine Empfehlung aussprechen und rate wirklich davon ab.

Bewertung: gut gemeinte 2/ 5 Sternen

Rezension Rita Falk

"Guglhupfgeschwader" von Rita Falk


Broschiert: 320 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft; Auflage: 01 (12. August 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423262311
ISBN-13: 978-3423262316


Inhaltsangabe:

"Du, Franz, ich brauch dringend deine Hilfe", flüstert der Lotto- Otto dem Eberhofer ins Ohr und versaut ihm den Samstagabend mit der Susi. Dabei könnte er sich so schön feiern lassen, hat man doch in Niederkaltenkirchen beschlossen, dem erfolgreichen Dorfgendarm zu Ehren den Kreisverkehr auf den Namen "Franz-Eberhofer- Kreisel" zu taufen! Stattdessen muss er sich nun darum kümmern, dass den brutalen Verfolgern vom Lotto-Otto rasch das Handwerk gelegt wird. Bevor er die Ermittlungen aufnehmen kann, geht allerdings der gesamte Lotto-Laden in die Luft – und der Eberhofer hat es jetzt auch noch mit einem Mord zu tun.

Autoreninfo:

Rita Falk, Jahrgang 1964, hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer (Winterkartoffelknödel, Dampfnudelblues und Schweinskopf al dente) in die Herzen ihrer Leser geschrieben. Von sich selber sagt die Autorin, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Oberbayern verbracht hat. Dort hat sie ihre Kindheit verbracht, wuchs bei der Oma auf. Dem ihr so vertrauten Landstrich ist Rita Falk auch als Erwachsene treu geblieben. Sie lebt heute in München. Rita Falk ist mit einem Polizisten verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Meine Meinung:

Titel: Jubiläum für den Eberhofer... 

Da ich schon einige Eberhofer Bände, wenn auch nicht alle, gelesen habe, wollte ich unbedingt den Neusten lesen, zumal dieser bereits der 10. Band ist.

In der Geschichte geht es dieses Mal um den Lotto Otto, der verfolgt wird und deswegen Franz seine Hilfe benötigt, obwohl dieser lieber mit seiner Susi schmusen will. Als der Lottoladen dann auch noch in die Luft geht, muss Franz nun aber wirklich in die Puschen kommen. Wird er den Fall lösen und dennoch sein Jubiläum genießen können?

Gleich vorweg möchte ich betonen, dass ich die Eberhofer Fälle gern gelesen habe, aber hier hatte ich teils das Gefühl, dass die Luft einfach raus ist, da die Handlung des Öfteren nur so vor sich hin plätschert und im Fall nichts wirklich passiert, was vielleicht daran lag, dass der Fokus mehr auf dem Zwischenmenschlichen lag als auf dem Fall an sich.

Positiv anmerken möchte ich, dass die Grundidee sehr stimmig ist, gerade was Spielschulden und entsprechende Verfolger betrifft, denn so etwas gibt es ja wirklich. Wäre das Buch wie die letzten fünfzig Seiten gewesen, dann hätte ich es als Knaller empfunden.

Ich mochte nicht, dass sich Franz immer wieder um seine Vaterpflichten drückt. Klar ist es in vielen Teilen Deutschlands noch üblich, dass die Frau den Bärenanteil übernimmt, aber mit Susi hatte ich sehr oft Mitleid, die von ihrem Franz einfach mal im Regen stehen gelassen wird mit dem Kind. Schließlich haben sich beide dafür entschieden und dann müssen sich auch beide kümmern. Zum Schluss bekommt er ja noch die Kurve, aber mir hat das persönlich zu lange gedauert.

Der Zwist zwischen Rudi und Franz hat mich leider sehr genervt. Rudi tut so viel für seinen Freund und hat nun wirklich auch mal Anerkennung verdient. Gut fand ich hier wirklich, dass Rudi Theresa als Ausgleich bekommt und diese dafür sorgt, dass Franz mal die Augen geöffnet werden.

Der neue Hund an Franz Seite war süß beschrieben, hätte gern aber noch öfter auftauchen dürfen.

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich noch einen weiteren Band lesen wollen würde, da für meinen Geschmack so ein wenig die Luft raus ist. Klar mag ich die Figuren wie Oma, Sushi und Co, aber etwas mehr Spannung sollte schon im Fokus stehen.

Fazit: Leider nicht so gut wie die ersten Bände, weshalb ich nur bedingt eine Leseempfehlung ausprechen kann. Das kann Frau Falk besser.

Bewertung: 3/ 5 Sternen

Donnerstag, 16. Januar 2020

Rezension Arno Strobel

"Offline" von Arno Strobel


Broschiert: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 10. (25. September 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596703948
ISBN-13: 978-3596703944


Inhaltsangabe:

Fünf Tage ohne Handy. Ohne Internet. Offline. Der neue Psycho-Thriller von Bestseller-Autor Arno Strobel Fünf Tage ohne Internet. Raus aus dem digitalen Stress, einfach nicht erreichbar sein. Digital Detox. So das Vorhaben einer Gruppe junger Leute, die dazu in ein ehemaliges Bergsteigerhotel auf den Watzmann in 2000 Metern Höhe reist. Aber am zweiten Tag verschwindet einer von ihnen und wird kurz darauf schwer misshandelt gefunden. Jetzt beginnt für alle ein Horrortrip ohne Ausweg. Denn sie sind offline, und niemand wird kommen, um ihnen zu helfen ...

Autoreninfo:

Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den größten Urängsten nicht Halt. Seine Themen spürt er dabei meist im Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller. Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier. 

Meine Meinung: 

Titel: Wenn deine Auszeit zum Horrortrip wird...

Das Cover, welches aussieht wie ein Tablet, hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Da ich im Urlaub ohne Internet und andere digitale Kommunikation unterwegs war, erschien mir dies als passende Lektüre.

In der Geschichte will eine Gruppe von Leuten fünf Tage auf ihr Handy verzichten und sehen was das mit ihnen macht. Womit sie nicht gerechnet haben: heftige Schneefälle und einem Mörder unter ihnen. Wem kann man noch trauen? Und vor allem: wer wird überleben?

Gemächlich führt ein beobachtender Erzähler uns zunächst einmal in die Handlung ein. Wir lernen die Figuren kennen und merken schnell, dass davon jeder sein Päckchen und sein Geheimnis zu tragen hat.

Das Hotel, in dem die Handlung spielt, gefiel mir als Setting wirklich sehr gut. Zum einen ist es groß genug und zum anderen bietet es aufgrund der Renovierungsarbeiten reichlich Verstecke und Möglichkeiten der Tarnung. Das hat der Autor wirklich sehr geschickt gemacht.

Zu den Figuren selbst kann ich nur sagen, dass mir nicht eine wirklich sympathisch war. Alle sind so voller Vorurteile und Klischees, das ging für mich gar nicht. Andererseits bilden sie sehr schön die heutige Gesellschaft ab. Besonders heftig fand ich, dass einige immer sofort einen Schuldigen parat haben, nur um nicht selbst dran zu sein. Das war schon sehr beängstigend. Müsste ich mir jedoch eine Figur wählen, dann würde ich mich wohl für Jenny König entscheiden, die zumindest hilfsbereit ist und versucht einen klaren Kopf zu behalten.

Die beschriebenen Taten waren schon sehr hart und haben mich ein ums andere Mal schlucken lassen. Und selbstverständlich hatte ich Gänsehaut.

Die Spannung war eigentlich konstant vorhanden und aufgrund der kurzen, knackigen Kapitel und der schnellen Szenenwechsel liest sich der Thriler sehr flott.

Die Auflösung erschien mir persönlich etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen, aber dennoch schlüssig. Mir persönlich ist es lieber, wenn man als Leser selbst auf die Lösung kommen kann, was hier in meinen Augen nicht der Fall war.

Fazit: Solider Thriller mit etwas schwachem Ende. Trotzdem gibt es von mir eine Empfehlung, da ausreichend Nervenkitzel vorhanden war. Zudem sehr leicht und ohne Anstrengung zu lesen.

Bewertung: 4/ 5 Sternen

Mittwoch, 15. Januar 2020

Rezension Sebastian Fitzek

"Passagier 23" von Sebastian Fitzek


Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Knaur TB; Auflage: 19 (29. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783426510179
ISBN-13: 978-3426510179
ASIN: 3426510170


Inhaltsangabe:

Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund 20 Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt ... Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler. Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm …

Autoreninfo:

Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt "Die Therapie" (2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Seine Bücher wurden bereits 10 Millionen Mal verkauft, in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin. 

Meine Meinung:

Titel: Überlege dir gut, ob du auf Kreuzfahrt fahren willst! 

Dieses Buch habe ich wirklich schon ewig, aber nie die richtige Gelegenheit gehabt es dann endlich mal zu lesen. Doch nun kam dieser besondere Moment, denn ich bin auf Kreuzfahrt gefahren und da musste dieses Buch natürlich mit.

In der Geschichte geht es um Ermittler Martin, der seit dem Verschwinden seiner Familie ein psychisches Wrack ist. Nie hat er verwinden können, dass Frau und Sohn spurlos von einem Kreuzfahrtschiff verschwanden. Doch nun taucht ein verschwundenes Mädchen auf mit dem Teddy von Martins Sohn im Arm. Gibt es etwa noch Hoffnung?

Die Handlung beginnt wie immer bei Herrn Fitzek mit einer Schockszene. Ein beobachtender Erzähler führt uns durch die Handlung, wodurch wir nicht nur allein den Ermittler Martin begleiten, sondern auch andere Charaktere, die eine wichtige Rolle spielen.

Obwohl Martin doch sehr abgedreht reagiert, mochte ich ihn auf Anhieb gern. Man kann sich gar nicht vorstellen wie hart es sein muss auf so mysteriöse Weise seine Familie zu verlieren. Da ist es kein Wunder, dass man sich gefühlsmäßig betäubt. Was Martin alles tut, um Ermittlungserfolge zu erzielen, das hat mir sehr oft Gänsehaut bereitet und mich mit offenem Mund lesen lassen.

Mit Anouk hatte ich sehr lange Mitleid. Gern wollte ich wissen wo sie die ganze Zeit war und was ihr eigentlich zugestoßen ist. Für meinen Geschmack hätte es bei ihr gern noch etwas in die Tiefe gehen können.

Das Mutter- und Tochtergespann bestehend aus Julia und Lisa war schon sehr speziell mit ihren Problemen, die sie miteinander hatten. Die Tochter möchte ich nicht geschenkt haben, wie kann man sich nur so verrennen? Julia hat mir als Figur gut gefallen. In meinen Augen war sie auch am realistischsten dargestellt.

Besonders gefallen hat mir die Darstellung der Veranwortlichen auf einem Schiff und was sie alles tun, damit das Image erhalten bleibt. Zudem waren die Beschreibungen des Schiffes mit Kabinen und Co sehr wirklichkeitsnah, denn ähnlich habe ich mich auf meiner Kreuzfahrt auch gefühlt.

Der Fall an sich war gänzlich anders als erwartet. Ich hatte irgendwie mehr gehofft, dass der vorliegende Fall jedem Kreuzfahrtpassagier passieren kann und dadurch beim Lesen noch mehr Nervenkitzel entsteht. Dies war nicht der Fall, da das zu lösende Problem schon wieder sehr speziell und abgefahren war.

Die Auflösung hat mich durchaus überrascht und erschien mir auch schlüssig. Wäre der ganze Thriller wie die letzten hundert Seiten gewesen, dann hätte ich beim Lesen wahrscheinlich das Atmen vergessen.

Fazit: Dieses Buch gehört auf Kreuzfahrt. Es hat mir kurzweilige Lesestunden an Deck verschafft. Solide Spannung, die ich weiterempfehle. Gut!

Bewertung: 4/ 5 Sternen

Freitag, 27. Dezember 2019

[Filmkritik:] Blinded by the Light

"Blinded by the Light"


Originaltitel: BLINDED BY THE LIGHT
Produktionsland: Großbritannien
Produktionsjahr: 2019
Regie: Gurinder Chadha
Produzenten: Jane Barclay · Gurinder Chadha · Jamal Daniel · Alice Dawson
Buch: Paul Mayeda Berges · Gurinder Chadha · Sarfraz Manzoor
Vorlage: Bruce Springsteen
Musik: A.R. Rahman
Erstaufführung: 22.8.2019
Darsteller: Viveik Kalra (Javed) · Kulvinder Ghir (Malik) · Meera Ganatra (Noor) · Aaron Phagura (Roops) · Dean-Charles Chapman (Matt) · Nikita Mehta (Shazia) · Rob Brydon (Matts Vater) · Nell Williams (Eliza) · Hayley Atwell (Miss Clay) · Sally Phillips (Mrs. Anderson) · David Hayman (Mr. Evans) · Jeff Mirza (Mr. Shah)
Länge: 118 Minuten
Kinostart: 22.08.2019
Fsk: ab 12 J.
Genre: Biopic | Drama | Komödie


Inhaltsangabe:

Ein 16-jähriger Teenager pakistanischer Herkunft steht 1987 in der britischen Stadt Luton zwischen den Ansprüchen seiner hart arbeitenden Familie, dem Wunsch nach Zugehörigkeit und seinen schriftstellerischen Ambitionen. Erst in der Begegnung mit der Musik von Bruce Springsteen findet er einen Weg, seine Träume mit seiner Herkunft zu versöhnen.

Meine Meinung: 

Titel: Aus den Fesseln der eigenen Kultur ausbrechen...

Dieser Film ist komplett an mir vorbei gegangen und ich bin so froh, dass ich jetzt über ihn gestolpert bin, denn er ist wirklich richtig gut.

Es geht um den Pakistani Javed, der von seinem strengen Vater stets zu Höchstleistungen angetrieben wird. Zudem ist er immer wieder Anfeindungen bezüglich seiner Hautfarbe ausgesetzt, was ihn immer wieder runterzieht. Doch dann lernt er durch einen Freund die Songs von Bruce Springsteen kennen, was sein Leben für immer verändert. Wird er sich gegen seinen  Vater durchsetzen können? Und was bringt das neu gewonnene Selbstbewusstsein?

Die Figur des Javed ist so klasse, dass man sich direkt aufgehoben fühlt. Er hat die typischen Teenagerprobleme wie alle in seinem Alter und gleichzeitig kulturelle Einschränkungen, die ich besonders spannend fand, da mir das Leben pakistanisch stämmiger Menschen und deren Traditionen bisher gänzlich unbekannt war.

Die Songs von Springsteen haben mir richtig gut gefallen. Ich kannte nur die gängigen, aber er hat ja noch so viel mehr zu bieten.

Der geschichtliche Hintergrund im England der 80er war interessant, da ich über die Zeit nur sehr wenig wusste, da sie im deutschen Geschichtsunterricht keine Rolle spielt.

Fazit: Ein toller Coming of Age Film, in dem die Hauptfigur über sich hinauswächst und die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert. Unbedingt anschauen und mitfühlen und mitfiebern. Spitzenklasse!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

Donnerstag, 26. Dezember 2019

[Filmkritik:] Traumfabrik

"Traumfabrik"


Darsteller: Ken Duken, Heiner Lauterbach, Emilia Schüle, Dennis Mojen, Nikolai Kinski
Regisseur(e): Martin Schreier
Format: Dolby, PAL, Breitbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 2.39:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Euro Video DVD
Erscheinungstermin: 12. Dezember 2019
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 121 Minuten
ASIN: B07SZBLFYZ


Inhaltsangabe:

Sommer 1961. Emil (Dennis Mojen) ist Komparse im DEFA-Studio Babelsberg und verliebt sich dort in die französische Tänzerin Milou (Emilia Schüle). Die beiden sind wie füreinander bestimmt. Doch dann werden sie durch die Grenzschließung am 13. August getrennt. Ein Wiedersehen scheint unmöglich, bis Emil einen waghalsigen Plan schmiedet…

Meine Meinung:

Titel: Liebe versetzt Berge...

Ich liebe ja Filme mit geschichtlichem Hintergrund und da der Trailer unheimlich ansprechend war, musste ich diesen Film einfach schauen.

Gleich vorweg möchte ich betonen, dass es sich hierbei um eher leichtere Kost handelt, was aber den Unterhaltungswert nicht mindert. Es ist eben eher ein Liebesfilm mit einer Portion Kitsch und es geht nur am Rande um die Filmstudios in Babelsberg.

In der Geschichte geht es um Emil und Milou, die sich bei einem Filmdreh das erste Mal sehen und es zwischen ihnen direkt funkt. Doch als die französische Tänzerin nach West- Berlin ins Hotel geht, wird die Mauer zwischen Ost und West geschlossen und eine Chance auf ein Widersehen scheint aussichtslos. Doch Emil kann sie nicht vergessen und lässt sich etwas einfallen. Wird sein Plan aufgehen?

Die Wahl der Schauspieler habe ich als sehr passend empfunden. Frau Schüle und Herr Mojen passen nicht nur optisch als Paar super zusammen, sondern strahlen die nötige Jugend aus, die bei der ersten großen Liebe zumindest für mich sehr wichtig ist. Und ich muss gestehen, dass es mir Mojens blaue Augen echt angetan haben, da wäre ich auch beim ersten Anblick hin und weg gewesen.

Bei Nikolai Kinski hatte ich sofort ein Bauchgefühl, dass ich diese Gesichtszüge schon einmal gesehen habe, auch wenn ich diesen Schauspieler zuvor noch nie gesehen hatte. Die Gesichtszüge seines Vaters sind ihm ja wirklich ins Gesicht gemeißelt. Die Rolle als Milous Freund hat gut gepasst, weil er einen guten Mix aus atraktiver Kerl und Bösewicht abgibt.

Babelsberg als Filmkulisse zu verwenden fand ich super, denn mich fasziniert die Filmwelt sehr und gerade wie es hinter den Kulissen abgeht. Die Jobs, die Emil als Laie annimmt, haben mich doch sehr amüsiert, da mir nicht klar war, dass man zum Beispiel auch jemanden braucht, der Gänse hüten kann.

Emils Idee fand ich schon sehr an den Haaren herbeigezogen und die Glaubwürdigkeit ging hier für meinen Geschmack etwas flöten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit so einem Betrug durchkommen kann. Seine Ideen als Regisseur fand ich dann aber gelungen, ich sag nur betrunkene Darsteller.

Fazit: Der Film konnte nur bedingt meine Erwartungen erfüllen, da ich mehr Geschichtliches erwartet hatte, aber ich habe mich trotzdem gut unterhalten gefühlt. Für Fans von deutschen Liebesfilmen ein Muss. Gut!

Bewertung: 4/ 5 Sternen

Rezension Tahereh Mafi

"Wie du mich siehst" von Tahereh Mafi


Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1. (27. November 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3737356963
ISBN-13: 978-3737356961
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
Originaltitel: A Very Large Expanse of Sea


Inhaltsangabe:

Eine Kleinstadt in den USA: Shirins Alltag ist zum Albtraum geworden. Sie hat genug von den unverschämten Blicken, den erniedrigenden Kommentaren und den physischen Attacken, die sie ertragen muss, weil sie Muslima ist. Sie flüchtet sich ins Musikhören und in das Breakdance-Training mit ihrem Bruder und dessen Freunden. Shirin hat beschlossen, niemandem mehr zu trauen. Bis sie an ihrer neuen High School den Jungen Ocean trifft. Er ist der erste Mensch seit langem, der Shirin wirklich kennenlernen möchte. Erschrocken weist Shirin ihn harsch zurück. Ocean ist für sie aus einer Welt, aus der ihr bisher nur Hass und Ablehnung entgegenschlugen. Aber dann kommt alles anders ... 

Autoreninfo:

Tahereh Mafi wurde 1988 in einer Kleinstadt in Connecticut, USA, geboren. Sie ist iranischer Abstammung und die Jüngste von fünf Geschwistern neben vier älteren Brüdern. Ihr Debütroman "Ich fürchte mich nicht", der erste Band einer Trilogie, ist 2011 in den USA erschienen, wurde in über 30 Sprachen übersetzt und stand auf den Bestsellerlisten der New York Times und der USA Today. Mafi ist mit dem Filmemacher und Schriftsteller Ransom Riggs verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Santa Monica, Kalifornien.

Meine Meinung:

Titel: Wenn Vorurteile dein Leben torpedieren... 

Das ungewöhnliche Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Von der Autorin hatte ich schon viel gehört, aber bisher noch kein Buch gelesen, weshalb ich mich unvoreingenommen an die Lektüre wagte.

In der Geschichte geht es um Shirin, die gerade in eine neue Stadt gezogen ist. Sie ist schon sehr oft umgezogen und kennt die Vorurteile ihrer Mitschüler, weshalb sie versucht so unauffällig wie möglich zu sein. Doch dann tritt Ocean in ihr Leben und plötzlich ist alles so unfassbar kompliziert. Wie wird sie mit der neuen Situation umgehen? Und was machen die Vorurteile der anderen mit den Betroffenen?

Die Handlung wird uns über Shirin als Ich- Erzählerin nahe gebracht, was dazu führt, dass wir als Leser live miterleben wie sich die erste Liebe anfühlt. Dies hat mir sehr gefallen, da man sich als erwachsener Leser direkt nochmal jünger fühlt. Die Gefühls- und Gedankenwelt von Shirin ist teilweise so intensiv, dass es manchmal nur schwer auszuhalten ist. Zum einen ist sehr hart was sie alles aushalten muss, zum anderen wird man daran erinnert, dass man als Jugendlicher so viel intensiver fühlt und schnell mal alles um sich herum vergisst, wenn man verliebt ist.

Shirin als Figur war mir anfänglich komplett unsympathisch. Sie ist so aggressiv und voller Wut, was ich am Anfang einfach nicht verstanden habe. Fast hat man das Gefühl, dass sie ihre Probleme selbst verursacht. Erst mit der Zeit kann man hinter die Fassade blicken und spürt, dass sie sich einen enormen Schutzpanzer zugelegt hat, um nicht verletzt zu werden. Trotzdem hätte ich sie gern das ein oder andere Mal wachgerüttelt, dass sie doch bitte anders agieren soll als sie es tut.

Ocean ist das komplette Gegenteil von Shirin. Ihn mochte ich auf Anhieb, weil er so offen und ohne Vorurteile ist. Mir gefiel, dass er beharrlich an seinen Zielen festhält und sich nicht von anderen beeinflussen lässt.

Die Thematik Kopftuch wird sehr ansprechend und verständlich erklärt. Ich konnte nachvollziehen warum Shirin sich dafür entschieden hat und trotz der Probleme bei ihrer Wahl bleibt.

Zudem mochte ich es, dass Breakdance eine Rolle spielt. Ich habe mich damit bisher noch nie beschäftigt, fand aber gut wie der Zusammenhalt der Crew ist und was so alles möglich ist bei dieser Tanzform.

Die Sache mit den Vorurteilen und dem Hass hat mich doch sehr bestürzt. Meine Schulzeit war sicher auch nicht leicht, aber so furchtbar wie im Buch beschrieben war es ganz sicher nicht. Besonders schlimm fand ich, dass selbst die Erwachsenen dabei mitmachen.

Fazit: Für mich war dieses Buch sehr augenöffnend, weshalb ich es gern anderen Lesern ans Herz legen möchte. Auch für Erwachsene lesenswert.

Bewertung: 4/ 5 Sternen