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Montag, 21. Mai 2018

[Filmkritik] Wonder Woman

Wonder Woman


Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, David Thewlis, Robin Wright, Connie Nielsen
Regisseur(e): Patty Jenkins
Komponist: Rupert Gregson-Williams
Künstler: Allan Heinberg, Matthew Jensen, Charles Roven, Wesley Coller, Tommy Gormley, Aline Bonetto, Kristy Carlson, William M. Marston, Lindy Hemming, Martin Walsh, Richard Suckle, Geoff Johns, Lora Kennedy, Jason Fuchs, Stephen Jones, Deborah Snyder, Lucinda Syson, Zack Snyder, Rebecca Steel Roven
Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Italian (Dolby Digital 5.1), German (Dolby Digital 5.1), English (Dolby Digital 5.1), French (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Französisch, Niederländisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Warner Home Video - DVD
Erscheinungstermin: 2. November 2017
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 136 Minuten
ASIN: B0723DF4GK


Inhaltsangabe:

Diana ist eine Amazonenprinzessin, die auf einer verborgenen Insel zu einer unbezwingbaren Kriegerin ausgebildet werden soll. Als dort der Pilot Steve Trevor eine Bruchlandung hinlegt und den Kämpferinnen davon berichtet, dass weit entfernt von ihrer Welt ein verzweifelt geführter Weltkrieg tobt, zieht Diana ohne Erlaubnis mit ihm los, um in den Konflikt einzugreifen und das Gute gewinnen zu lassen. Während sie in die Schlacht zieht, entdeckt sie ungeahnte Fähigkeiten, die sie zu Wonder Woman werden lassen.

Meine Meinung:

Titel: Eine ganz besondere Amazone...

Ich kenne mich absolut nicht aus im Kosmos der Superhelden, aber da ich kürzlich von Leigh Bardugo "Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen" gelesen habe, war mein Interesse an Wonder Woman geweckt.

Der Film spielt während des ersten Weltkrieges. Die Amazonenprinzessin Diana wird gerade dazu ausgebildet eine der besten Kriegerinnen ihrer Spezies zu werden, als ein amerikanischer Pilot mit seinem Flugzeug abstürzt und sie diesen vorm Ertrinken rettet. Durch ihn erfährt sie vom Krieg, der außerhalb ihres Inselparadieses wütet und beschließt diesen zu beenden. Wird ihr dies in der unbekannten Welt der Menschen gelingen?

Im Film erwartet einem vor allem eins: Action. Schnelle Szenen wechseln sich ab und immer wird irgendwo geschossen oder irgendwas geht in die Luft.

Mir hat vor allem gefallen wie Diana als Diana Prince versucht unter den Menschen nicht allzu sehr aufzufallen, was ihr mehr schlecht als recht gelingt und doch auch oft etwas amüsantes an sich hat.

Da ich mir Wonder Woman stets als unglaublich attraktiv und sinnlich vorgestellt habe, ist Gal Gadot als Schauspielerin einfach nur perfekt gewählt, denn genau das verkörpert sie alles und ist dennoch nicht in allem perfekt. Ich mochte sie bereits in den "Fast & Furious" Filmen.

Da ich die Welt um Wonder Woman nicht wirklich kenne, fand ich die dargestellten Schurken ebenfalls sehr spannend. Obwohl es Menschen sind, hatten die Wissenschaftler doch so ihre Mittelchen, um sich stärker zu machen.

Gerade der Bezug zur realen Welt, denn im ersten Weltkrieg wurde tatsächlich zum ersten Mal Giftgas verwendet, gefiel mir gut.

Ansonsten war mir direkt klar, dass es keine tiefgründige Handlung in dem Film geben wird. Dies hatte ich nicht erwartet und war dementsprechend auch nicht enttäuscht.

Fazit: Ein interessanter Film, der in die Welt einer coolen Superheldin einführt. Gelungene Verfilmung. In meinen Augen empfehlenswert!

Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Sonntag, 20. Mai 2018

Rezension René Freund

"Ans Meer" von René Freund


Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Deuticke Verlag (14. Mai 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3552063633
ISBN-13: 978-3552063631


Inhaltsangabe:

Es ist ein ziemlich übler Tag im Leben von Anton, dem Fahrer eines Linienbusses auf dem Land. Vor kurzem hat er sich verliebt: in Doris, seine Nachbarin. Doch letzte Nacht hat er auf ihrem Balkon einen Mann husten gehört. Dann steigt auch noch die krebskranke Carla in den Bus, die ein letztes Mal das Meer sehen möchte, und zwar sofort. Es ist heiß, und die Gedanken rasen in Antons Kopf. Mut gehört nicht zu seinen Stärken, aber hatte Doris nicht gesagt, dass sie Männer mag, die sich etwas trauen? Wenig später hören die Fahrgäste im Linienbus eine Durchsage: „Wir fahren jetzt ans Meer.“ Ein herzerwärmendes Buch voller Humor über eine bunt gemischte Schar von Fahrgästen auf ihrer Reise in den Süden.

Autoreninfo:

René Freund, geboren 1967, lebt als Autor und Übersetzer in Grünau im Almtal. Er studierte Philosophie, Theaterwissenschaft und Völkerkunde und war von 1988 bis 1990 Dramaturg am Theater in der Josefstadt. Im Deuticke Verlag sind bisher erschienen: "Liebe unter Fischen" (2013), seine Familiengeschichte "Mein Vater, der Deserteur" (2014), "Niemand weiß, wie spät es ist" (2016) und zuletzt "Ans Meer" (2018). 

Meine Meinung:

Titel: Eine ganz besondere Reise...

Da mich René Freund bereits mit "Liebe unter Fischen" vor Jahren begeistern konnte, war ich gespannt auf sein neustes Werk.

In der Geschichte geht es um den Busfahrer Anton. Sein Jugendtraum Busfahrer entpuppte sich als Trugschluss und auch sonst ist Antons Leben leider sehr langweilig und vorhersehbar. Doch dann trägt ein Fahrgast eine ganz besondere Bitte an ihn heran: Carla möchte ein letztes Mal das Meer sehen, nur keiner will sie fahren. Na dann macht das eben Anton und eine abenteuerliche Reise beginnt.

Der Schreibstil Freunds ist irgendwie nüchtern und schnörkellos, bringt einem dadurch aber die Figuren irgendwie näher und lässt sich äußerst flüssig lesen.

Die Handlung wird uns über einen beobachtenden Erzähler nahe gebracht und immer im Wechsel begleiten wir mal Anton mit seiner illustren Reisegruppe, mal Doris, die ihnen dicht auf den Fersen ist.

Die Figuren sind sehr unterschiedlich und dennoch so real aus der Welt gegriffen, dass jeder Leser wohl seinen Liebling finden wird.

Mir hat besonders Grufti Eva gefallen. Zum einen mochte ich an ihr ihre Hilfsbereitschaft, zum anderen hat sie mich doch sehr an mich selbst erinnert als ich in ihrem Alter war.

Anton als Hauptfigur ist ebenfalls etwas besonderes. Das Bärli kann man mit seiner knuffigen Art einfach nur gern haben.

Gut gefallen hat mir, dass der Autor einige unvorhersehbare Wendungen eingebaut hat, die man nicht erahnen konnte. Gerade die Hippies fand ich einfach nur schreiend komisch.

Zum Ende des Buches gab es dann etwas zu viele positive Zufälle für meinen Geschmack, die mir zu weit hergeholt erschienen, um glaubhaft zu sein.

Fazit: Ein Roadtrip der besonderen Art, der einem das ein oder andere Schmunzeln beschert. Prädikat: gut.

Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Samstag, 19. Mai 2018

[Filmkritik] Das Pubertier

Das Pubertier - der Film


Darsteller: Jan Josef Liefers, Heike Makatsch, Detlev Buck, Monika Gruber, Harriet Herbig-Matten
Künstler: Kitty Kratschke, Leander Haußmann, Christine Rothe, Janina Brinkmann, Frank Heidbrink, Franziska Aigner-Kuhn, Prof. Dr. Günter Rohrbach, Martin Moszkowicz, Oliver Berben
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 2.39:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Constantin Film
Erscheinungstermin: 9. November 2017
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 87 Minuten


Inhaltsangabe:

Sie war lieb, sie war niedlich. Doch kurz vor ihrem 14. Geburtstag mutiert Papas kleine Prinzessin zum bockigen Pubertier. Der Journalist Hannes Wenger (Jan Josef Liefers) gönnt sich eine berufliche Auszeit, um Tochter Carla (Harriet Herbig-Matten) in dieser schwierigen Lebensphase zu erziehen und von Alkohol, Jungs und anderen Verlockungen fernzuhalten. Das ist leichter gesagt als getan, denn seine Frau Sara (Heike Makatsch) geht wieder arbeiten und Hannes ist als Vater maßlos überfordert. Ob Geburtstagsparty, Handyvertrag oder Carlas erstes Mal: Hannes tritt in jedes Fettnäpfchen. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass auch andere Jugendliche peinliche Väter haben: Hannes' bester Freund, der Kriegsreporter Holger (Detlev Buck), lässt sich lieber im Krisengebiet beschießen als sich daheim von seinem Pubertier in den Wahnsinn treiben zu lassen.

Meine Meinung:

Titel: Absolut kein Vergleich zum Buch

Auch wenn ich noch keine eigenen Kinder vorweisen kann, habe ich die Romanvorlage mit Freude gelesen, da es mich in meine eigene Jugend zurückversetzt hat und so wollte ich doch unbedingt wissen wie dieses tolle Buch filmisch umgesetzt worden ist.

Der Film strotzt vor zahlreichen guten deutschen Schauspielern, das war es dann aber auch schon an Positivem zum Film.

Die vielen kleinen Gegebenheiten wie Sucht nach dem Smartphone, Kindergeburtstag und Co sind völlig überzogen und wenig realistisch dargestellt. Ich kenne keine Familie, in der sich der Vater im wahrsten Sinne des Wortes so dumm anstellt wie Hannes Wenger hier im Film. 

Ich hatte gehofft, dass der Film genauso wie seine schriftstellerische Vorlage das Chaos um die Pubertät real darstellen würde, aber dem ist weit gefehlt.

Die Witze sind in keinster Weise lustig, sondern strotzen nur so vor Klischees und Vorurteilen.

Ich konnte leider keine Freude beim Schauen des Films empfinden.

Bedauerlicherweise habe ich den Film bis zum Ende geschaut, in der Hoffnung dass da noch irgendwas Tolles passiert, was meine anfängliche Meinung ändern würde, aber diese Hoffnung trat leider nicht ein.

Fazit: Ein Film, der es nicht wert ist geschaut zu werden. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wer hierbei Spaß haben soll. Ich kann keine Empfehlung aussprechen und rate tunlichst davon ab. Lieber zum Buch greifen!

Bewertung: 1/ 5 Sterne 

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Samstag, 5. Mai 2018

Rezension Jason Rekulak

"Billy Marvins Wunderjahre" von Jason Rekulak


Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Wunderraum (12. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3336547830
ISBN-13: 978-3336547838
Originaltitel: The Impossible Fortress


Inhaltsangabe:

Es ist der Mai des Jahres 1987 und vom Cover des Playboy lächelt Vanna White. Im amerikanischen Fernsehen dreht sie das "Glücksrad", und bei 14-jährigen Jungs wie Billy, Alf und Clark drehen bei ihrem Anblick die Hormone durch. Wenn es den dreien gelänge, eine Ausgabe des Magazins zu ergattern, könnte das ihr ganzes Leben verändern. Für immer. Auf legalem Weg ist die Zeitschrift für sie unerreichbar, also schmieden sie einen genialen Plan. Sie ahnen nicht, welche Gefahren, Gegner und Abfalltonnen ihnen im Weg stehen und wie ein Mädchen namens Mary tatsächlich Billys ganzes Leben verändern könnte. Für immer.

Autoreninfo:

Jason Rekulak ist der Herausgeber von Quirk Books in Philadelphia. Er hat dort fast ein Dutzend New-York-Times-Bestseller veröffentlicht, die größtenteils von ihm konzipiert und auf sein Betreiben umgesetzt wurden. Er hat auch selbst unter Pseudonym einige Bücher für Quirk verfasst. Mit "Billy Marvins Wunderjahre" legt er erstmals einen Roman unter eigenem Namen vor. 

Meine Meinung:

Titel: Das Leben als Teenager mit all seinen Tücken...

So verrückt wie der Klappentext klang, konnte ich mich gar nicht dagegen wehren in die 80er Jahre versetzt zu werden und dieses Buch zu lesen.

In der Geschichte geht es um Billy, der eigentlich Will heißt und seine beiden besten Kumpels Clark und Alf. Alle drei Jungs haben nur einen Wunsch: den aktuellen Playboy in ihren Besitz bringen, um Vanna White anschmachten zu können. Doch sie leben in den 80ern, wo man mal nicht eben an ein Erwachsenenmagazin kommt. Schnell schmieden sie einen Plan, der ihr Leben schneller aus dem Ruder laufen lässt als ihnen lieb ist. Werden sie ihr Ziel erreichen und das Hochglanzmagazin in den Händen halten?

Billy Marvin entführt uns als Ich- Erzähler in das Jahr 1987 und weiht uns in die Geheimnisse seiner Jungsclique ein.

Dem Autor gelingt es sehr gut ein Bild der damaligen Zeit zu zeichnen und als jemand, der die 80er auch live miterlebt hat, schwelgt man beim Lesen immer wieder in Erinnerungen und genießt es von Videotheken, Disketten, Musikkassetten und ähnlichem zu hören, was heute ausgestorben ist.

Das Besondere an dem Buch für mich war vor allem die Freundschaft der Jungs und dass alles was sie anstellen in der realen Welt stattfindet und nicht wie heutzutage digital.

Durch Billy, der ein Computernerd ist, erleben wir noch einmal die Anfänge der digitalen Technik mit.

Im Roman spielen vor allem Freundschaft, der Leichtsinn der Jugend und die erste große Liebe eine entscheidende Rolle. Selbst vor der irrwitzigsten Idee schrecken die Drei nicht zurück, um an ihr Ziel zu gelangen.

Billy als Hauptcharakter konnte den Leser direkt für sich gewinnen, weil man durch seine Gedanken- und Gefühlswelt deutlich spürt, was ihn umtreibt und ihm nicht behagt. Wer gibt schließlich in dem Alter zu in jemanden verknallt zu sein, der nicht der Norm entspricht?

Auch die Nebendarsteller wie Mary, Alf und Clark sind witzige Gestalten, über die man gern liest was sie so treiben.

Die Wende am Ende des Buches hat mich enorm aus der Bahn geworfen, denn mit der Offenbarung hatte ich nicht gerechnet und sie auch nicht kommen sehen.

Fazit: Wer Spaß daran hat sich in die Vergangenheit zu beamen, dem wird der Roman gefallen. Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus.

Bewertung: 4/ 5 Sternen 

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Donnerstag, 3. Mai 2018

Rezension Leigh Bardugo

"Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen" von Leigh Bardugo


Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (6. Februar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423761970
ISBN-13: 978-3423761970
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 12 Jahre
Originaltitel: Wonder Woman: Warbringer


Inhaltsangabe:

Eigentlich will Diana, Tochter der Amazonenkönigin, nur eines: das Rennen gewinnen, in dem sie gegen die schnellsten Läuferinnen der Insel antreten muss. Doch dann erblickt sie am Horizont ein untergehendes Schiff und bewahrt Alia, ein gleichaltriges Mädchen, vor dem Tod. Doch wie Diana vom Orakel erfährt, ist es Alias Bestimmung, die Welt ins Unglück zu stürzen und Krieg über die Menschheit zu bringen. Um dies zu verhindern, reist Diana mit Alia ins ferne New York – und wird unversehens mit einer Welt und Gefahren konfrontiert, die sie bislang nicht kannte ...

Autoreninfo:

Leigh Bardugo wurde 1975 in Jerusalem geboren und wuchs in Los Angeles auf. Sie studierte an der Yale University. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Make-up-Artist. Ihre Grischa-Trilogie schaffte es sofort auf die Bestsellerlisten und wurde in zwanzig Länder verkauft.

Meine Meinung:

Titel: Der Makel eine Heldin zu sein…

Ich habe schon sehr viele Lobeshymnen zu dem Buch gehört, meine Neugierde war dadurch geweckt und ich wollte mir nun selbst eine eigene Meinung bilden. Ich gestehe vorab, dass ich zwar von dem ein oder anderen Superhelden gehört habe, aber keinerlei Filme oder Comics dazu kenne. Die Superheldenwelt ist für mich gänzlich Neuland.

In der Geschichte geht es um Diana, die junge Prinzessin von Themyscira. Sie ist im Gegensatz zu anderen Amazonen eine Amazone von Geburt an und zwar die Einzige. Noch ist sie nicht Wonder Woman und hat darunter zu leiden, dass sie als Prinzessin als zu schwach und den anderen Amazonen nicht gleichwertig angesehen wird. Doch beim großen Lauf der Insel, wo sie es allen zeigen will, beobachtet sie den Untergang eines Schiffes. Dieses Ereignis verändert ihr Leben wie sie es selbst nicht hätte ahnen können.

Die Handlung wird uns mal aus der Sicht von Diana und mal aus der Sicht von Alia nahegebracht, dem Mädchen das Diana vor dem Ertrinken rettet.

Diana ist ein Charakter mit dem ich mich direkt identifizieren konnte. Ich mochte wie sie die Welt der Menschen für sich entdeckt und ihre robuste, pragmatische Art Dinge zu regeln. Was sie alles überwindet und leistet, wird einer Heldin mehr als gerecht. Nur zu gern hätte ich so jemanden als Freundin.

Alia ist als zweiter Hauptcharakter ebenfalls sehr gelungen. Als Tochter einer reichen Unternehmerfamilie, die bereits Vollwaise ist und zusätzlich unter Diskriminierung wegen ihrer dunklen Hautfarbe leidet, hat so ihre Päckchen zu tragen. Trotz des „Fluchs“, der auf ihr lastet, schaut sie nach vorn und möchte das Problem lösen als davor wegzurennen. Dieser Mut gefällt mir.

Leigh Bardugo beleuchtet aber auch die Nebendarsteller sehr gut wie Alias Bruder Jason, ihre Freundin Nim und Kumpel Theo. Jeder stammt aus einem anderen Kulturkreis, wie das im Melting Pott New York nun einmal vorkommt. Bei diesen Akteuren findet jeder seinen persönlichen Liebling, mit dem er sich identifizieren.

Als Setting hat die Autorin die Insel Themyscira, New York und später Griechenland ausgewählt, alles sehr eindrücklich beschrieben. Es ist mein erstes Buch der Autorin und mit ihrem Schreibstil konnte sie mich einfach nur voll und ganz einnehmen.

Besonders gefallen hat mir, dass sich der Jugendroman liest wie ein Actionfilm, denn eine Kampfszene jagt die nächste. Eine Verfilmung dieses Buches stelle ich mir grandios vor.

Zudem sind zahlreiche witzige Szenen enthalten und auch aktuelle Probleme von Jugendlichen werden angesprochen, so dass der Roman eine runde Sache ist.

Mein einziger Kritikpunkt waren die manchmal etwas einfachen und leicht flach wirkenden Dialoge. Ansonsten fühlte ich mich rundum gut unterhalten.

Fazit: Für Actionfans der ideale Roman, der beim Lesen eine Adrenalinausschüttung beim Leser hervorruft. Klasse!

Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Dienstag, 1. Mai 2018

Rezension Bianca Marais

"Summ, wenn du das Lied nicht kennst" von Bianca Marais


Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Wunderraum (12. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3336547946
ISBN-13: 978-3336547944
Originaltitel: Hum If You Don't Know The Words


Inhaltsangabe:

Südafrika 1976. Die neunjährige Robin wächst behütet in einem Vorort von Johannesburg auf. In derselben Nation, aber Welten von Robin getrennt, lebt Beauty Mbali, eine verwitwete Xhosa-Frau, die sich allein um ihre Kinder kümmert. Als Robins Eltern getötet werden und zur selben Zeit Beauty in den Wirren des Schüleraufstands von Soweto nach ihrer Tochter sucht, führt das Schicksal diese zwei Menschen zusammen, deren Wege sich sonst nie gekreuzt hätten. Bei Beauty findet Robin Geborgenheit und es entspinnt sich eine innige Beziehung zwischen den beiden. Doch Robin fürchtet, Beauty wieder zu verlieren, sobald diese ihre Tochter findet. Verzweifelt trifft das Mädchen eine folgenschwere Entscheidung ...

Autoreninfo:

Bianca Marais hat an der Universität von Toronto Creative Writing studiert. Bevor sie sich dem Schreiben zuwandte, hatte sie ein Weiterbildungsunternehmen gegründet und später als freiwillige Helferin bei Cotlands gearbeitet, einer gemeinnützigen südafrikanischen Kinderhilfsorganisation, für die sie an Hilfsmaßnahmen für Aids-Waisen in Soweto teilnahm. Bianca Marais ist in Südafrika geboren und aufgewachsen und lebt heute mit ihrem Mann in Toronto. 

Meine Meinung:

Titel: Wir haben mehr gemeinsam als uns trennt...

Der Roman aus dem Wunderraum- Verlag sprach mich bereits allein aufgrund seiner Optik und seiner liebevollen Gestaltung an. Beugierig begann ich mit der Lektüre, um mehr über Südafrika zu erfahren.

Die Geschichte spielt 1976 zu Zeiten der Rassenunruhen in Südafrika. Auf der einen Seite haben wir die 10 jährige Robin, ein weißes, priviligiertes Mädchen, auf der anderen Seite die farbige Lehrerin Beauty, die aufgrund ihrer Hautfarbe nur als Maid arbeitet und das obwohl sie studiert hat. Das Schicksal führt die beiden ungleichen Protagonisten zusammen, doch haben sie wirklich nichts gemeinsam?

Die Handlung spielt ausschließlich in der Vergangenheit und immer im Wechsel begleiten wir mal Beauty und mal Robin, wobei jede in ihrem Part als Ich- Erzählerin agiert. Aufgrund dieser Erzählweise ist man ganz nah dran an den Figuren und erlebt ihre Gedanken- und Gefühlswelt hautnah.

Der Roman besticht vor allem durch eine Vielfalt an Wissen zur Arpartheid und dem Leben in Südafrika. Vieles war mir völlig unbekannt, bis auf Nelson Mandela wusste ich noch nicht viel über dieses Land.

Besonders an dem Buch ist zudem, dass man ständig das Gefühl hat mitten im Geschehen zu sein. Man hört förmlich die Schreie der Aufständigungen und spürt wie sie unter den Knüppeln der Polizei zu leiden haben. Doch es wird nicht nur die Trennung von schwarz und weiß thematisiert, sondern auch der Umgang mit Juden und Homosexuellen wird aufgezeigt.

Bei dem vorliegenden Roman handelt es sich um ein Stück Zeitgeschichte, welches man zwar nicht in einem Rutsch lesen kann, weil man einfach zu sehr emotional berührt, aber dennoch unglaublich gut unterhalten wird.

Über die Figur der Robin bekommt man sehr schön mit wie prägend Erziehung und das Erlernen von Vorurteilen sein kann. Wie lax sie mit manchem umgeht und ihren Dreck von den Farbigen wegmachen lässt ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben, schlichtweg weil sie nichts anderes von ihren Eltern gelernt hat, ließ mich ein ums andere Mal schlucken.

Bei Beauty wird sehr schnell deutlich was für eine starke Persönlichkeit sie ist. Bereits mit knapp 50 Jahren hat sie schon so viel miterleben müssen, was auch für zwei Leben gereicht hätte. Nicht nur hat sie geliebte Menschen zu Grabe tragen müssen, sondern auch noch an der Unterdrückung der Farbigen zu leiden.

Die Autorin hat sehr schön herausgearbeitet, dass trotz diverser, vermeintlicher Unterschiede die Hauptcharaktere so viel mehr gemeinsam haben als sie trennt.

Trotz des recht ernsten Themas, gelingt es Frau Marais aber auch immer mal witzige Szenen einzustreuen, damit man nicht allzu sehr von der Handlung runtergezogen wird. Freudig möchte ich da zum Beispiel den Papagei Elvis erwähnen und seine Launen.

Fazit: Ein Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch weiterbildet und lange in einem nachklingen wird, einfach weil man über vieles noch nachdenkt oder gar online recherchiert, weil man noch mehr wissen möchte. Klasse! 

Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Sonntag, 29. April 2018

Rezension Tom Saller

"Wenn Martha tanzt" von Tom Saller


Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: List Hardcover (9. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3471351671
ISBN-13: 978-3471351673


Inhaltsangabe:

Ein junger Mann reist nach New York, um das Notizbuch seiner Urgroßmutter Martha bei Sotheby's versteigern zu lassen. Es enthält bislang unbekannte Skizzen und Zeichnungen von Feininger, Klee, Kandinsky und anderen Bauhaus-Künstlern. Martha wird 1900 als Tochter des Kapellmeisters eines kleinen Dorfes in Pommern geboren. Von dort geht sie ans Bauhaus in Weimar - ein gewagter Schritt. Walter Gropius wird auf sie aufmerksam, Martha entdeckt das Tanzen für sich und erringt so die Bewunderung und den Respekt der Bauhaus-Mitglieder. Bis die Nazis die Kunstschule schließen und Martha in ihre Heimat zurückkehrt. In ihrem Arm ein Kind und im Gepäck ein Notizbuch von immensem Wert - für sie persönlich und für die Nachwelt. Doch am Ende des Zweiten Weltkriegs verliert sich auf der Flucht Marthas Spur ...

Autoreninfo:

Tom Saller, geboren 1967, hat Medizin studiert und arbeitet als Psychotherapeut in der Nähe von Köln. Falls er nicht gerade schreibt, spielt er Saxophon in einer Jazzcombo. "Wenn Martha tanzt" ist sein Debütroman. 

Meine Meinung:

Titel: Vom Bauhaus und der Kunst in schweren Zeiten zu überleben...

Ehrlich gesagt habe ich ausschließlich zu dem Buch gegriffen, weil es zu einer Zeit spielt, die stets mein Interesse weckt, nämlich die Zeit um den zweiten Weltkrieg. Und dann zog mich die Handlung so in ihren Bann, dass ich auch jetzt nach dem Lesen noch Gänsehaut habe und völlig überwältigt bin.

In der Geschichte geht es um Martha, die mit einer Mutter und zwei Vätern groß wird. Ihr Vater ist Kapellenmeister und so wächst sie wohlbehütet und stets von Musik begleitet auf. Doch schnell wird ihr die enge Welt des Dorfes zu klein und sie begibt sich nach Weimar, eine Reise, die ihr Leben grundlegend verändern wird.

Die Handlung wird uns über zwei Händlungsstränge nahe gebracht. Zum einen begleiten wir den Ich- Erzähler Thomas Wetzlaff im Jahr 2001, der das Tagebuch seiner Urgroßmutter veräußern will. Zum anderen erleben wird durch einen beobachtenden Erzähler die Geschehnisse um Martha Wetzlaff von 1900 bis 1945.

Besonders auffällig ist der sehr eigenwillige Schreibstil des Autors. Völlig schnörkellos und mit kurzen Sätzen beschreibt er uns die Ereignisse. War ich anfänglich von dieser Art des Schreibens noch abgestoßen, zog mich doch die Handlung um Martha schnell mit und ließ mich die staccatohafte Ausdrucksweise aushalten und bald mögen.

Unglaublich gut gefallen haben mir dabei die Beschreibungen um die Entstehung des Bauhauses und die dort vollführte Kunst. Sehr passend dazu gewählt sind die Absätze im Buch mit Rechteck, Dreieck und Kreis voneinander getrennt.

Tom Saller gelingt es sehr gut, dass Durchdringen des braunen Gedankenguts der Gesellschaft aufzuzeigen, denn anfänglich spürt man nur sehr wenig von deren Aufkommen, bis letztendlich die Braunhemden das Ende des Bauhauses in Weimar einleuten.

Tief berührt hat mich wie Martha stets von ihrem toten Bruder Heinzchen begleitet wird. Er hilft ihr bei der ein oder anderen Entscheidung und sorgte bei mir für die Schauderaugenblicke.

Erst im letzten Teil des Buches wird dann der Zusammenhang klar zwischen Thomas und Martha, die letztendlich nur aufgrund von Missverständnissen zueinander fanden. Die Offenbarungen am Ende haben mich echt überrascht. Zwar hatte ich schon einige Vorahnungen, aber die Auflösung hatte ich in der Form dann doch nicht erwartet.

Marthas Geschichte hat mich tief beeindruckt, zeigt es doch wieder einmal wozu Frauen alles fähig sein können. Und auch wenn die Geschichte rein fiktiv ist, kann man sich doch sehr gut vorstellen, dass es sich genauso abgespielt haben könnte.

Fazit: Ein Roman der leise startet und mit lautem Knall endet. Ich bin tief beeindruckt. Die Geschichte wird noch lange in mir nachhallen. Lasst euch von dem merkwürdigen Schreibstil nicht abschrecken, das Durchalten wird belohnt. Klasse Lektüre, die ich nur uneingeschränkt empfehlen kann, Gänsehaut- und Taschentuchmomente garantiert.

Bewertung: 5/ 5 Sternen

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