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Sonntag, 14. Juli 2019

Rezension Colson Whitehead

"Die Nickel Boys" von Colson Whitehead


Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (3. Juni 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446262768
ISBN-13: 978-3446262768


Inhaltsangabe:

Florida, Anfang der sechziger Jahre. Der sechzehnjährige Elwood lebt mit seiner Großmutter im schwarzen Ghetto von Tallahassee und ist ein Bewunderer Martin Luther Kings. Als er einen Platz am College bekommt, scheint sein Traum von gesellschaftlicher Veränderung in Erfüllung zu gehen. Doch durch einen Zufall gerät er in ein gestohlenes Auto und wird ohne gerechtes Verfahren in die Besserungsanstalt Nickel Academy gesperrt. Dort werden die Jungen missbraucht, gepeinigt und ausgenutzt. 

Autoreninfo:

Colson Whitehead, geboren 1969 in New York, studierte in Harvard und arbeitete als Journalist und Fernsehkritiker. Für seinen Roman "Underground Railroad" wurde er mit dem National Book Award 2016 und dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet. Colson Whitehead lebt in Brooklyn.

Meine Meinung: 

Titel: Wenn Willkür das Leben verändert...

Ich hatte sehr viele positive Stimmen zu dem Buch vernommen und wollte mir eine eigene Meinung bilden. Ich habe das Lesen dieses Buch nicht bereut, denn trotz der geringen Seitenzahl erzählt es von so viel mehr.

In der Geschichte geht es um Elwood, der als Farbiger bald das College besuchen darf. Leider wird er durch Zufall wegen Autodiebstahls beschuldigt und landet im Nickel, einer Besserungsanstalt für Jugendliche. Wird das Nickel ihn brechen können?

Zunächst einmal muss ich gestehen, dass ich diesen Roman nicht in einem Rutsch lesen konnte. Für mich war das Geschilderte teils so bedrückend, dass ich beim Lesen immer mal wieder innehalten musste.

Der Roman, der während der 60er Jahre in Amerika spielt, schildert sehr eindrücklich die Unterdrückung der Farbigen anhand des Anstaltslebens.

Elwood als Figur ist wirklich jemand, den man gern hat. Von den Eltern verlassen, probiert er dennoch sein Bestes zu geben. Und trotz allen Einschränkungen versucht er immer wieder an das Gute im Menschen zu glauben, auch wenn er dauernd enttäuscht wird. Sein Schicksal hat mich zutiefst berührt.

Beim Lesen hatte ich immer mal wieder eine Gänsehaut. Solche Grausamkeiten, die den Jungen dort passieren, kann man sich nicht wirklich vor Augen führen. Es ist schon erstaunlich wie Menschen mit etwas mehr Macht zu Gewalt den Unterdrückten gegenüber neigen und sich immer noch im Recht fühlen.

Die Gewalttaten werden nicht beschönigt geschildert, aber auch nicht blutrünstig ausgemalt. Vieles bleibt der Fantasie eines jeden Lesers überlassen, was mir gut gefallen hat.

Positiv hervorheben möchte ich zudem die Umschlaggestaltung, die es ermöglicht, dass das Buch ohne Plastik ausgeliefert werden kann. 

Fazit: Ein Roman der seinesgleichen sucht. Mich hat er mitten ins Herz getroffen, weshalb ich nur eine klare Leseempfehlung aussprechen kann. Klasse!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

Sonntag, 7. Juli 2019

[Filmkritik]: Love, Simon

Love, Simon

Darsteller: Nick Robinson, Josh Duhamel, Jennifer Garner
Regisseur(e): Greg Berlanti
Format: Breitbild
Sprache: Italienisch (DTS 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Französisch (DTS 5.1), Spanisch (DTS 5.1)
Untertitel: Deutsch, Französisch, Niederländisch, Italienisch, Spanisch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 2.39:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: 20th Century Fox Home Entertainment
Erscheinungstermin: 8. November 2018
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 110 Minuten
ASIN: B07F37TK2T


Inhaltsangabe:

Von den Produzenten von "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" kommt diese bewegende Geschichte über das Erwachsenwerden und das Abenteuer, sich selbst zu finden und das erste Mal zu verlieben. Für den siebzehnjährigen Simon Spier (Nick Robinson) gestaltet sich das Ganze jedoch etwas komplizierter, denn er hat seiner Familie und seinen Freunden noch nicht gesagt, dass er schwul ist. Außerdem weiß er nicht, wer der anonyme Klassenkamerad ist, in den er sich online verliebt hat. Diese beiden Probleme zu lösen, erweist sich als lebensverändernde Erfahrung für den Teenager.

Meine Meinung:

Titel: Jeder hat seine große Liebe verdient...

Nachdem ich gestern das gleichnamige Buch zu Ende gelesen habe, wollte ich dann auch direkt im Anschluss den Film schauen und so habe ich mir gestern einen gemütlichen Filmabend gemacht.

In der Geschichte geht es um Simon, der sich zu einem Jungen hingezogen fühlt, den er nur durch Mails kennt. Kann man sich in jemanden verlieben, den man nie gesehen hat? Als Simon dann erpresst wird, muss er sich entscheiden...

Der Film hält sich nur in etwa an die Buchvorlage, was mir stark aufgefallen ist, weil ich ja erst kurz vorher den Roman gelesen habe, was ich etwas schade fand.

Gut gefallen hat mir auf jeden Fall die Besetzung der Figuren, denn das hat sich auch mit meiner Vorstellung gedeckt. Nur Simons Eltern hatte ich mir nicht so enorm attraktiv vorgestellt.

Besonders eindrücklich fand ich Martin, denn dessen Darstellung hat mich am meisten überzeugt. Ich war hin und hergerissen zwischen peinlich berührt und ihn dennoch irgendwie mögen.

Der im Film eingeführte Lehrer, den es im Buch gar nicht gibt, hat dem Ganzen mehr Witz verliehen. Anfänglich war ich wegen dieser Rolle etwas irritiert, aber letztendlich mochte ich es.

Richtig klasse fand ich das Spielen mit den Erwartungen des Zuschauers. Es wurden diverse Andeutungen gemacht, wer denn nun Blue sein könnte. Da wird man als Zuschauer genauso gut an der Nase herumgeführt wie im Buch.

Ansonsten handelt es sich hier wirklich um einen guten Coming of Age Film mit Tiefgang.

Fazit: Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, gestehe aber, dass ich das Buch noch viel besser fand. Trotzdem sehenswert.

Bewertung: 4/ 5 Sternen

Samstag, 6. Juli 2019

Rezension Becky Albertalli

"Love, Simon" ("Nur drei Worte") von Becky Albertalli


Taschenbuch: 344 Seiten
Verlag: Carlsen (31. Mai 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783551317520
ISBN-13: 978-3551317520
ASIN: 3551317526
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Simon vs. the Homo Sapiens Agenda


Inhaltsangabe:

Was Simon über Blue weiß: Er ist witzig, sehr weise, aber auch ein bisschen schüchtern. Und ganz schön verwirrend. Was Simon nicht über Blue weiß: WER er ist. Die beiden gehen auf dieselbe Schule und schon seit Monaten tauschen sie E-Mails aus, in denen sie sich die intimsten Dinge gestehen. Simon spürt, dass er sich langsam, aber sicher in Blue verliebt, doch der ist noch nicht bereit, sich mit Simon zu treffen. Dann fällt eine der E-Mails in falsche Hände – und plötzlich steht Simons Leben Kopf.

Auoreninfo:

Becky Albertalli hat als Psychologin schon mit vielen schlauen, schrägen und wunderbaren Jugendlichen gearbeitet. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Söhnen in der Nähe von Atlanta und widmet sich ganz dem Schreiben. Für ihren ersten Roman, "Nur drei Worte", erhielt sie 2017 den Deutschen Jugendliteraturpreis. 

Meine Meinung:

Titel: Wundervoller Jugendroman... 

Ich hatte so viel Positives über dieses Buch gehört, dass ich es unbedingt lesen wollte. Und ich kann nur die vielen positiven Meinungen bestätigen.

In der Geschichte geht es um Simon, der sich zu einem Jungen hingezogen fühlt, den er nur durch Mails kennt. Kann man sich in jemanden verlieben, den man nie gesehen hat? Als Simon dann erpresst wird, muss er sich entscheiden...

Simon fungiert als Ich- Erzähler, was ich hier als sehr passend empfand, da man so seine Gedanken und Gefühle nah miterleben kann. Mir gefällt so etwas besonders gut, weil man sich dann den Figuren näher fühlt und sich mit ihnen identifizieren kann.

Simon ist ein liebenswerter Typ, den man sofort gern hat. Er kümmert sich um seine Freunde und ist auch sonst ungemein aufgeschlossen.

Das Thema Homosexualität schneidet die Autorin sehr angenehm an. Es wird nichts kitschig oder romantisiert dargestellt, sondern alles ist völlig normal und easy. Das mochte ich gern, denn ich finde man darf lieben wen man möchte.

Der Wechsel zwischen echter Handlung in der Gegenwart und den Mails fand ich abwechslungsreich und so noch unterhaltsamer. Auch in den Nachrichten kamen die Gefühle der beiden Jungs sehr gut rüber.

In meinen Augen hat dieser Roman zu Recht den Jugendliteraturpreis gewonnen und auch die Verfilmung ist nachvollziehbar. Ich kenne den Film noch nicht, werde ihn aber gewiss bald schauen, denn gekauft ist er bereits.

Fazit: Ein tolles Jugendbuch mit Herz. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Must- Read, klasse!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

Mittwoch, 3. Juli 2019

Rezension Rita Falk

"Grießnockerlaffäre" von Rita Falk


Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423214988
ISBN-13: 978-3423214988


Inhaltsangabe:

Im Polizeihof Landshut wird ein toter Polizist gefunden. Der Letzte, der mit dem Barschl zu tun hatte, war der Franz. Nun war der Tote ausgerechnet sein direkter Vorgesetzter – und absoluter Erzfeind. Blöderweise handelt es sich bei der Mordwaffe auch noch um Franz’ Hirschfänger. Sieht also nicht gut aus für den Eberhofer!

Autoreninfo:

Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt in Bayern, ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und hat in weiser Voraussicht damals einen Polizeibeamten geheiratet. Mit ihren Provinzkrimis um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer und ihren Romanen "Hannes" und "Funkenflieger" hat sie sich in die Herzen ihrer Leserinnen und Leser geschrieben – weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Höchst erfolgreiche Kino-Verfilmung der Eberhofer-Serie mit Sebastian Bezzl und Simon Schwarz in den Hauptrollen.

Meine Meinung:

Titel: Familiengeheimnisse werden aufgedeckt...

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich bereits um den vierten Fall für Herrn Eberhofer. Neugierig begann ich mit der Lektüre.

In der Geschichte steht dieses Mal unser Franz selbst unter Mordverdacht, wurde schließlich ein sehr verhasster Kollege in Landshut um die Ecke gebracht und Franz war der Letzte, der ihn lebend gesehen hat. Heimlich beginnt er zu recherchieren, kann ja nicht angehen, dass ihm ein Mord angehängt wird.

Nach dem etwas schwächeren dritten Band "Schweinskopf al dente" war dieser hier wieder besser, konnte aber an die beiden tollen Erstlinge nicht ganz anknüpfen.

Die Krimihandlung nimmt hier auch eher einen recht kleinen Part ein, was ich sehr schade fand. Ich hätte mir mehr Ermittlerarbeit gewünscht.

Im Fokus stand dieses Mal überraschend Oma, der die Autorin eine Liebelei gönnt, was für mich sehr überraschend kam. Ich hab es dem Lenerl wirklich von Herzen gegönnt, dass sie das nochmal erleben durfte.

Die Enthüllung eines Familiengeheimnisses fand ich super, denn ich habe alles erwartet, aber das ganz sicher nicht. Zudem hat man deutlich gesehen wie sehr die Familie zusammenhält trotz aller Differenzen. Ludwigs Frau passt auch prima zu den Eberhofers, sie ist eben auch eine gute Seele.

Franz hat mir auch hier nur so mittel gefallen. Irgendwie mag ich es nicht so recht, dass er und seine Kumpane so oft fremdgehen und ständig dem Alkohol frönen. Okay er ist mit der Susi nicht so richtig verbandelt, aber er sollte sich echt mal langsam entscheiden was er möchte.

Die Frauen im Buch sind wirklich nicht zu beneiden und trotz allen Vorkommnissen sehr gutherzig. Das muss man erstmal schaffen.

Fazit: Deutlich besser als der Vorgänger. Für Fans natürlich ein Muss. Ich spreche eine Leseempfehlung aus.

Bewertung: 4/ 5 Sternen

[Filmkritik]: Kindeswohl

[Filmkritik]: Kindeswohl


Darsteller: Emma Thompson, Stanley Tucci, Fionn Whitehead, Anthony Calf, Jason Watkins
Regisseur(e): Richard Eyre
Format: DVD-Video
Sprache: Deutsch (DTS), Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Concorde Video
Erscheinungstermin: 16. Januar 2019
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 102 Minuten


Inhaltsangabe:

Fiona Maye ist eine erfahrene Familienrichterin in London. Ausgerechnet als ihre Ehe mit Jack in eine tiefe Krise gerät, wird ihr ein eiliger Fall übertragen, bei dem es um Leben und Tod geht: Der 17-jährige Adam hat Leukämie, doch als Zeugen Jehovas lehnen er und seine Eltern eine rettende Bluttransfusion ab. Fiona muss entscheiden, ob das Krankenhaus den Minderjährigen gegen seinen Willen behandeln darf. Die Auseinandersetzung mit dem intelligenten Jungen führt Fiona zu einer Entscheidung, die auch ihr eigenes Leben verändern wird.

Meine Meinung:

Titel: Was wirklich zählt in der Ehe...

Auf Grundlage Ian McEwans gleichnamigen Romans, ist dieser Film entstanden. Ohne Kenntnis des Buches begann ich den Film zu schauen und wurde regelrecht überwältigt.

In der Geschichte geht es um die erfahrene Richterin Fiona Maye, in deren Ehe es so richtig krieselt. Nie hat sie Zeit für ihren Gatten, da sie dauernd Entscheidungen für andere Familien treffen muss. Doch dann trifft sie auf Adam, der unter Leukämie leidet. Wird diese Begegnung ihre Sicht auf die Dinge ändern?

Vorweg sei gesagt, dass ich schon lange keinen Film mehr gesehen habe, der mich so berührt hat. Selten wurde ich so emotional getroffen, dass die Tränen nicht nur ein Mal flossen.

Emma Thompson in der Rolle der erfolgreichen Richterin hätte passender kaum verkörpert werden können. Man spürt ihr hin- und hergerissen sein zwischen der beruflichen Verantwortung und dem Verlust ihrer großen Liebe, wenn sie sich nur um andere kümmert. Mich hat am meisten die Szene berührt, wo sie das erste Mal auf Adam trifft, denn dort erfährt man wie Fiona wirklich ist.

Der Film beleuchtete für mich sehr gut wie beruflicher Erfolg, gerade bei Frauen, das private Leben negativ beeinträchtigen kann.

Die Rolle von Adam wird durch Fionn Whitehead gespielt, den ich bisher als Schauspieler noch nie wahrgenommen habe. Die Rolle des kranken Jungen, der sich in die deutlich ältere Richterin verguckt, spielt er mit Bravour. Hier wird deutlich wie risikobereit Jugendliche sind, um an ihr Ziel zu kommen.

Der Konflikt mit der Religion war spannend und nachvollziehbar geschildert.

Mit dem Ende hatte ich so gar nicht gerechnet, bin ich doch stets davon ausgegangen, dass die Ehe eh dahin, aber wenigstens ein Leben gerettet werden kann. Ob der völlig unerwarteten Wendung flossen bei mir zum Schluss dann nochmal besonders arg die Tränen.

Fazit: Ein Film, der sehr leise daherkommt, denn man muss schon zwischen den Zeilen "lesen", um alles zu verstehen. Ich kann nur eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Dieser Film wird mir sehr lang im Gedächtnis bleiben. Prädikat wertvoll!

Bewertung: 5/ 5 Sternen
 

Dienstag, 2. Juli 2019

Rezension Rita Falk

"Schweinskopf al dente" von Rita Falk


Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783423214254
ISBN-13: 978-3423214254


Inhaltsangabe:

Richter Moratschek findet einen Schweinskopf in seinem Bett – und macht sich vor Angst ins Hemd. Denn saudummerweise ist Dr. Küster – wegen Mordes zu 15 Jahren Haft verurteilt – aus dem Gefängnis geflohen. Der Moratschek wiederum flieht zu Papa Eberhofer. Und der Franz steckt mittendrin in seinem dritten Fall ...

Autoreninfo:

Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt in Bayern, ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und hat in weiser Voraussicht damals einen Polizeibeamten geheiratet. Mit ihren Provinzkrimis um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer und ihren Romanen "Hannes" und "Funkenflieger" hat sie sich in die Herzen ihrer Leserinnen und Leser geschrieben – weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Höchst erfolgreiche Kino-Verfilmung der Eberhofer-Serie mit Sebastian Bezzl und Simon Schwarz in den Hauptrollen. 

Meine Meinung:

Titel: Wenn der Psychopath sein Unwesen treibt...

Nachdem mir die ersten beiden Fälle rund um Franz Eberhofer sehr gefallen haben, musste ich auch den Folgeband lesen.

In der Geschichte geht es dieses Mal dem ehrenwerten Richter Moratschek an den Kragen, denn ein entflohener Psychopath ist hinter ihm her. Kann Franz die Gerechtigkeit schützen und den Flüchtigen fangen?

Leider muss ich gestehen, dass dies der bisher schlechteste Fall war und mich die Handlung nicht wirklich fesseln konnte.

Der vermeintliche Fall ist sehr aufgebläht, denn eigentlich passiert nicht wirklich viel. Das war bei den Vorgängern deutlich besser.

Auch fand ich es hier sehr anstrengend zu lesen wie oft Franz mit seinen Kumpels nicht nur reichlich dem Alkohol frönt, sondern sich auch regelmäßig maßlos mit Essen unnötig vollstopft. Da hat der Franz für mich einiges an Charme verloren.

Lustig hingegen fand ich wieder die liebe Oma. Ihr Friseurbesuch war der Knaller und auch die Fahrt nach Italien war amüsant. Toll ist auch wieder zu lesen wie sehr sie sich um ihre Jungs kümmert.

Nichte Uschi hat einem auch wieder das Herz erwärmt. Es war schön zu lesen wie sie sich entwickelt. Diese Jahre gehen nur zu schnell ins Land. 

Übrigens ist mir aufgefallen, dass immer so viel erklärt wird, dass man den Band auch ohne Kenntnis der Vorgänger lesen kann. Wenn man sie kennt, ist dies dennoch von Vorteil, weil man nur so die Entwicklung der Figuren spürt.

Fazit: Leider kann dieser Band mit den Vorgängern nicht mithalten. Für Fans ein Muss, alle anderen sollten sich eher den Vorgängern widmen. Für mich zu wenig Krimi hier, daher nur eine bedingte Leseempfehlung von mir.

Bewertung: 3/ 5 Sternen

Montag, 1. Juli 2019

Rezension Rita Falk

"Dampfnudelblues" von Rita Falk


Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423213736
ISBN-13: 978-3423213738


Inhaltsangabe:

Gerade läuft’s für den Eberhofer Franz mit der Susi einwandfrei, sein heimischer Saustall ist so gut wie fertig eingerichtet, da überschlagen sich die Ereignisse in Niederkaltenkirchen: "Stirb, du Sau!" hat jemand mit roter Farbe an Realschulrektor Höpfls Eigenheim geschmiert, und kurz drauf liegt er auch noch tot auf den Gleisen! Selbstmord? Mord? Mal wieder Stress pur für den Franz … 

Autoreninfo:

Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt in Bayern, ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und hat in weiser Voraussicht damals einen Polizeibeamten geheiratet. Mit ihren Provinzkrimis um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer und ihren Romanen "Hannes" und "Funkenflieger" hat sie sich in die Herzen ihrer Leserinnen und Leser geschrieben – weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Höchst erfolgreiche Kino-Verfilmung der Eberhofer-Serie mit Sebastian Bezzl und Simon Schwarz in den Hauptrollen.

Meine Meinung: 

Titel: Der Eberhofer ermittelt wieder...

Kaum waren die "Winterkartoffelknödel" genossen, wollte ich natürlich wissen wie es weitergeht. Und cool war, dass der Roman da anfängt, wo der Letzte aufgehört hat.

In der Geschichte geht es selbstverständlich wieder um unseren Dorfgendarme Franz Eberhofer. Dieses Mal wird der Rektor der örtlichen Schule bedroht. Nur bedroht oder will ihm da einer ans Leder? Franz hat da wieder so einen Instinkt und beginnt zu ermitteln.

Bei diesem Fall stach besonders hervor, dass man nun als Leser ein noch innigeres Verhältnis zu den Protagonisten hat. Man freut sich regelrecht an den kleinen Zankereien zwischen Oma, Papa und Franz teilhaben zu dürfen.

Die Oma mit ihrem Gespür für den richtigen Moment Gutes zu tun und immer das passende Essen parat zu haben, ist sie mir nun noch mehr ans Herz gewachsen.

Mit unserem Stoffel Franz und seinen Frauenproblemen habe ich sehr mitfühlen müssen. Es war schön zu lesen, dass ihm die Susi scheinbar doch nicht so einerlei ist. Da geht doch noch was, oder?

Und auch toll fand ich die kleine Uschi mit ihrem coolen Spitznamen. Es las sich sehr niedlich wie sie immer wieder dem lieben Onkel auf die Pelle rückt, der sie dann aber auch immer mehr ins Herz schließt, obwohl er das gar nicht will.

Den zweiten Fall habe ich persönlich als intensiver und emotionaler empfunden. Da nun ein ehemaliger Freund vom Eberhofer betroffen ist, ging einem das Ganze dann doch etwas näher als beim letzten Mal.

Der Fall endete in meinen Augen schlüssig und nachvollziehbar. So ein klein wenig konnte ich den Täter sogar verstehen.

Herrlich fand ich zudem vom Neuzugang der Fußballmannschaft zu lesen. Herrlich wie die Protagonisten mit ihren Vorurteilen umgehen. Vom Superkicker würde ich gern noch mehr lesen.

Fazit: Dieser Fall stand dem Ersten in nichts nach, weshalb ich auch hier gern wieder eine absolute Leseempfehlung auspreche. Klasse!

Bewertung: 5/ 5 Sternen