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Dienstag, 12. November 2019

[Filmkritik:] Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

"Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse"


Starttermin 25. Oktober 2019 bei Netflix (1 Std. 34 Min.)
Von Michael Steiner
Mit Joel Basman, Noémie Schmidt, Inge Maux
Genre Komödie
Produktionsland Schweiz


Inhaltsangabe:

Der junge orthodoxe Jude Motti Wolkenbruch (Joel Basman) hat sich bislang immer streng an das gehalten, was seine Mutter ihm vorgeschrieben hat. Jede Frau, die sie ihm als potenzielle Ehefrau vorstellt, sieht fast genau so aus wie sie. Doch als sie ihn wieder mit einer Jüdin verheiraten will, widersetzt sich Motti und verliebt sich in die Nichtjüdin Laura (Noémie Schmidt). Doch sie ist eine Schickse, soll heißen: Sie trägt Hosen, hat einen schönen Tucher (jüdisch für Hintern), trinkt Gin Tonic und schwört. Motti fängt an zu grübeln und bezweifelt, dass der von seinen Eltern vorgegebene Weg der richtige ist. Nach und nach schwindet der Gehorsam gegenüber seiner Mutter, während gleichzeitig die Leidenschaft gegenüber Laura wächst. So nehmen die Dinge seinen Lauf und Motti kommt bald zum Schluss: Sogar Schicksen können total verrückt sein. 

Meine Meinung:

Titel: Geh deinen eigenen Weg auch wenn er schwer ist...

Nachdem mir von dem Film vorgeschwärmt wurde, war meine Neugier geweckt und ich habe das Schauen wirklich nicht bereut. Zudem will ich jetzt unbedingt die Romanvorlage lesen.

In der Geschichte geht es um Motti, dessen Mutter ihn unbedingt verheiratet sehen will. Er hat sich bis jetzt eher weniger Gedanken um die Liebe gemacht. Klar war ihm nur, dass er sich bei den Frauen, die seine Mutter aussucht, einfach nicht wohl fühlt. Doch dann trifft er an der Uni Laura, eine Nichtjüdin und plötzlich steht seine Welt Kopf.

Der Film bietet einen guten Einblick in das Leben einer jüdischen Familie. Man kommt mit Gebräuchen, Verhaltensweisen und ähnlichen in Berührung, was ich sehr neugierig verfolgt habe.
Anfänglich hatte ich Sorge, dass ich Probleme mit dem Verstehen der Sprache haben werde, aber dies war kein Problem, da sich das Jiddische wie Plattdeutsch anhört. Und zur Not hat man ja immer noch den Untertitel zum Mitlesen.

Über Motti amüsiert man sich anfänglich sehr, weil er so tollpatschig und unbeholfen ist, aber mit der Zeit wächst er einem immer mehr ans Herz. Die Besetzung durch Joel Basman habe ich als passend empfunden.
Durch die Figur der Laura wurden die Unterschiede schnell offensichtlich, aber der Film zeigte deutlich, dass man diese Unterschiede ohne weiteres überwinden kann, sofern man offen dafür ist.

Meine persönliche Lieblingsfigur war allerdings Mottis Mutter Mame Wolkenbruch. Über sie musste ich am meisten lachen. Sie liebt ihren Sohn über alles und will nur das Beste für ihn, kann aber einfach nicht über den Tellerrand ihrer Welt blicken. Ihre Ohnmachtsanfälle fand ich herrlich und auch wie sie ihrem Mann immer wieder Knuffe in die Seite verpasst hat.

Fazit: Mir hat der Film sehr gut gefallen, weil ich Einblicke in eine andere Kultur bekommen habe und dabei gleichzeitig herzhaft lachen konnte. Zudem war er sehr kurzweilig. Schaut ihn euch an!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

Samstag, 9. November 2019

Rezension Michael Nast

"Vom Sinn unseres Lebens" von Michael Nast


Broschiert: 208 Seiten
Verlag: Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH; Auflage: 1. (6. September 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841906842
ISBN-13: 978-3841906847


Inhaltsangabe:

Zwischen Konsum- und Selfie-Wahn, Selbstoptimierung, Ichbezogenheit und dem Schwelgen in Luxusproblemen macht Michael Nast deutlich, wie zahlreich die Missverständnisse zwischen Ost und West im Alltag immer noch sind. Heiter, philosophisch und nachdenklich, zeigen uns seine Anekdoten eine Welt, in der das Miteinander immer mehr in den Hintergrund gerät.Wo sind eigentlich die Werte, nach denen wir leben wollen?

Autoreninfo:

Michael Nast, geboren 1975, landete mit "Generation Beziehungsunfähig" den Bestseller des Jahres 2016 und wurde zum Sprachrohr einer ganzen Generation. Mit seiner außergewöhnlichen Beobachtungsgabe ergründet er Situationen und Tatsachen wie kein anderer. 2018 erschien mit "#EGOLAND" sein erster Roman, der es zu Books at Berlinale schaffte, einem Forum für vielversprechende Filmstoffe aus dem Verlagswesen. Michael Nast lebt und arbeitet in Berlin als freier Kolumnist, Buch- und Drehbuchautor. 

Meine Meinung:

Titel: Mehr als nur ein Buch über Ost und West... 

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich aufgrund der Aufmachung des Buches nie darüber gestolpert wäre, weil es einfach so unglaublich schlicht aussieht. Ich hab jedoch bei einer Freundin in das Buch reinlesen können und war sofort gefesselt. Optik allein ist eben doch nicht alles, was wohl nicht nur für Bücher gilt.

Im Buch beleuchtet Herr Nast nicht nur witzige Anekdoten über die Unterschiede zwischen Ost und West, sondern auch wie unsere heutige Gesellschaft tickt mit ihrem Selfie- und Optimierungswahn.

Der Autor findet die richtigen Worte und in seinen kleinen Geschichten findet man sich einfach wieder. Egal ob es dabei um das Finden oder Ausbleiben der Liebe geht, um Freundschaften oder die Anonymität in der Großstadt. Dabei schafft er immer wieder eine Brücke in die Vergagenheit, wie lief es damals und wie ist es heute.

Aus vielen der Geschichten geht hervor, dass alles im Leben nur noch Konsum ist und genauso ist unsere aktuelle Gesellschaftt leider. Einen Klick entfernt ist die große Liebe, einen Klick entfernt das nächste tolle Smartphone oder die teure Designerjeans. Und dann kommt noch hinzu, dass viele nur noch an sich selbst denken. Wenn man anders ist und nicht die Ellenbogen ausbreitet, dann wird man komisch angeguckt und sorgt für Unverständnis.

Ich habe das Buch über mehrere Abende genossen. Man kann die Geschichten in einem Stück lesen oder auch einzeln. Auch querlesen oder sich die ein oder andere Abhandlung heraussuchen ist ebenfalls möglich. 

Ich bin sonst eher kein Fan von Ostgeschichten, weil diese meist nicht von Menschen verfasst wurden, die die DDR selbst erlebt haben. Bei Herrn Nast ist das anders und das spürt man auch, denn er beschreibt ein Leben, was ich selbst erlebt habe.

Gut gefallen hat mir zudem, dass nicht alles schlecht gemacht wird, sondern das Positives und Negatives beleuchtet wird, aber nie mit erhobenen Zeigefinger, sondern beobachtend und erfrischend.

Fazit: Endlich mal ein Sachbuch, welches mit Witz und Charme aufklärt und gleichzeitig unterhält. Klasse!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

Mittwoch, 6. November 2019

Rezension Aprilkind

"Der Grolltroll ... grollt heut nicht!?" von Aprilkind


Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: Coppenrath; Auflage: 1 (22. August 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3649631644
ISBN-13: 978-3649631644
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre


Inhaltsangabe:

Ich kann auch anders! Davon ist der Grolltroll felsenfest überzeugt und wettet darum mit seinen Freunden, einen Tag nicht zu grollen. Aber das ist gar nicht so leicht. Denn als seine Freunde ihm den leckeren Kuchen einfach vor der Nase wegschnappen, möchte er am liebsten mit den Füßen auf den Boden stampfen. Und als ihm eine erschrockene Krähe mitten auf die Nase macht, laut schreien. Ob der Grolltroll es trotzdem schafft, die Wette zu gewinnen ...?

Autoreninfo:

Das Kreativ-Duo Stephanie Maria Gerharz und Dr. Michael Gerharz aus Köln entwickelt unter ihrem Label aprilkind Kuscheltiere und Geschichten für Kinder auf der ganzen Welt und hat unter anderem die Schlafmützen und die Twonster erfunden. Von ihnen stammt die Idee und das Konzept zum Grolltroll.

Bücher schreiben wollte Barbara van den Speulhof schon immer. Spätestens seit sie lesen konnte. Gedauert hat es trotzdem viele Jahre, bis ihr erstes Kinderbuch erschien. Zuvor arbeitete sie u.a. in einem Kinderbuchverlag und produzierte ausführend Hörbücher und Hörspiele.

Meine Meinung:

Titel: Ist denn heute niemand wütend? 

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den zweiten Band rund um den Grolltroll. Man kann die Bände unabhängig von einander lesen, sollte sich aber Band eins auf keinen Fall entgehen lassen.

Dieses Mal will der Grolltroll seine Wut im Griff haben und wettet sogar. Aber irgendwie ist am Wetttag einfach der Wurm drin und ständig passiert etwas, dass der Grolltroll am liebsten seiner Wut freien Lauf lassen würde. Hat er sie dennoch im Griff?

Das Buch zeigt auch in der neuen Geschichte, dass Wut, Trauer und Angst zum Leben dazu gehören und es jedem passieren kann und das nicht schlimm ist, solange es nicht zur Gewohnheit wird.

Die Zeichnungen von Stephan Pricken sind einfach nur wunderschön, kindgerecht und liebevoll gestaltet. Auch beim mehrfachen Anschauen entdeckt man immer noch etwas Neues.

Das Kinderbuch kommt mit einem stabilen Hardcovereinband, der auch den ein oder anderen Sturz aus Kinderhänden überstehen sollte. Die Seiten sind aus festem Papier, was Kinderhände von Kleinkindern ab 2 Jahren aushält. Für die ganz Kleinen ist es jedoch in meinen Augen noch nichts.

Fazit: Ein tolles Vorlesebuch, was man seinen Kindern und sich gönnen sollte. Danach sind schöne Träume garantiert.

Bewertung: 5/ 5 Sternen

Dienstag, 5. November 2019

[Serienkritik:] Wir sind die Welle

"Wir sind die Welle"


Originaltitel: Wir sind die Welle
Produktionsland: Deutschland
Jahr: seit 2019
Produktionsunternehmen: Rat Pack Filmproduktion, Sony Pictures Film und Fernseh Produktion
Episoden: 6 Folgen in Staffel 1
Genre: Jugendserie, Drama
Regie: Anca Miruna Lăzărescu, Mark Monheim
Drehbuch: Jan Berger, Ipek Zübert, Kai Hafemeister, Thorsten Wettcke, Christine Heinlein
Produktion: Dennis Gansel
Erstveröffentlichung: 01.11.2019 

Inhaltsangabe:

Eine Gruppe von Jugendlichen, die von dem neuen geheimnisvollen Mitschüler Tristan Broch angeführt wird, verfolgt den Traum einer besseren Zukunft. Wütend auf die gesellschaftliche Missstände, welche die Jugendlichen nicht mehr hinnehmen wollen, beschließen sie etwas dagegen zu tun. Was zunächst als idealistischer und spielerischer Aufstand gegen das Establishment beginnt, bekommt jedoch schon bald eine bedrohliche Eigendynamik. Am Ende stellt sich die Frage: Ob der Zweck wirklich die Mittel heiligt? 

Meine Meinung:

Titel: Anders, aber trotzdem richtig gut!

Nachdem ich die vielen negativen Kommentare zur Serie gelesen hatte, wollte ich mir selbst eine Meinung bilden und ich muss gestehen, dass diese ganz anders ausfällt, also schaut euch die Serie am besten selbst an und hört nicht auf die Meinung anderer.

Natürlich kenne ich das Buch "Die Welle" von Morton Rhue und auch die gleichnamige Verfilmung mit Jürgen Vogel, die mir gut gefallen haben, aber da zu der Serie nur die Info kam, dass diese davon inspiriert worden sei, habe ich jetzt nicht erwartet genau das zu bekommen, was das Buch beschreibt. Genau aus dem Grund war ich froh, dass die Serie etwas anderes abliefert.

In der Serie werden aktuelle Themen angesprochen wie Klimaschutz, das zu Viel an Konsum und andere gesellschaftliche Missstände, was mir richtig gut gefiel.

Auch Extremismus spielt hier eine große Rolle, auch wenn dieser vorrangig nun von links und nicht von rechts kommt. Und in meinen Augen wurde bereits nach den ersten zwei Folgen klar, dass die Macher damit nicht der rechten Fraktion in die Karten spielen wollen, denn die bekommen sehr wohl ihr Fett weg, sondern das Thema wird hier aus meiner Sicht aus allen Perspektiven beleuchtet. In der Serie gibt es nämlich auch Schüler, die der rechten Seite angehören und die Serie zeigt sehr schön wie beide Seiten aufeinander prallen.

Die Wahl der Schauspieler hat mir sehr gut gefallen, da es eine gute Mischung aus bekannten und weniger bekannten Gesichtern ist. Die Hauptakteure Lea und Tristan sind natürlich von bekannten Darstellern besetzt und ich fand die Wahl von Luise Befort und Ludwig Simon schon sehr passend. Am meisten habe ich mich jedoch über Milena Tscharntke gefreut, die ich in der Serie "Druck" und im Film "Alles Isy" mega fand.

Die Serie zeigt sehr gut, zu was Gruppendynamik führen kann und dass auch eine gut gemeinte Sache schnell mal aus dem Ruder laufen kann.

Die Thematik wurde hier wirklich sehr gut in die heutige Zeit adaptiert.

Das Ende der Serie ist offen gehalten, so dass es weitere Staffeln geben könnte, aber eben nicht muss. Ich würde mich jedenfalls über eine eventuelle Fortsetzung freuen.

Fazit: Bildet euch selbst eine Meinung. Ich mochte die erste Staffel der Serie gern und spreche daher eine Anschauempfehlung aus. Mal was anderes und sehr unterhaltsam.

Bewertung: 5/ 5 Sternen

Montag, 4. November 2019

[Filmkritik:] Werk ohne Autor

"Werk ohne Autor"


Darsteller: Tom Schilling, Sebastian Koch, Paula Beer, Saskia Rosendahl, Oliver Masucci
Komponist: Max Richter
Künstler: Dirk Schürhoff, Tom Sternitzke, David Vogt, Gabriele Binder, Quirin Berg, Silke Buhr, Patricia Rommel, Matthias Richter, Caleb Deschanel, Simone Bär, Carlos Gerstenhauer, Alexandra Montag, Patrick Sanchez Smith, Florian Henckel von Donnersmarck, Christine Strobl, Carolin Haasis, Bettina Ricklefs, Jan Mojto, Christiane Henckel von Donnersmarck, Max Wiedemann
Format: Dolby, PAL
Sprache: German (Dolby Digital 5.1)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Walt Disney
Erscheinungstermin: 4. April 2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 182 Minuten


Inhaltsangabe:

Während des Zweiten Weltkriegs wird das Interesse des kleinen Kurt Barnert an der Kunst durch seine unkonventionelle Tante Elli geweckt, die später von dem Nazi-Arzt Seeband in den Tod geschickt wird. Nach dem Krieg lässt sich Kurt in Dresden als Künstler ausbilden und lernt dort seine große Liebe kennen, Elisabeth, die Tochter von Seeband. Gemeinsam wagen sie in den späten Fünfzigern den Sprung nach Düsseldorf und Kurt an die Kunstakademie, während sich die Konflikte mit dem Schwiegervater zusehends verschärfen. 

Meine Meinung:

Titel: Über die Kunst und das Leben...

Über drei Stunden Spielzeit beängstigten mich anfänglich etwas, aber da mich die Thematik so faszinierte, wollte ich es probieren. Nach meinem Geschmack hätte der Film ewig weiter gehen können.

In der Geschichte geht es um Kurt Barnert, der durch seine Tante Zugang zur Kunst findet und später Maler werden möchte. So wird hauptsächlich sein Schaffen nach dem Krieg beleuchtet. Zudem kommt es immer wieder zu Konflikten mit seinem Schwiegervater. Was verbirgt dieser nur für ein Geheimnis?

Mir hat der Film gefallen, weil er deutsche Geschichte beleuchtet und dies über mehrere Epochen. Zudem werden nach der Zeit des Krieges beide Teile Deutschlands, sowohl die DDR als auch die BRD, näher beleuchtet.

Tom Schilling als Kurt hat mich einfach nur gefangen nehmen können. Man kauft ihm dieses Verträumte, aber gleichzeitig sehr Tiefsinnige einfach ab. Zudem hat man gespürt, dass er offenbar Malunterricht hatte, schon allein was das Halten des Pinsels betraf.

Sebastian Koch als strengen Schwiegervater mit mieser Vergangenheit hat mir ebenfalls gefallen. Bereits bei seinen ersten Auftritten war mir klar, dass er kein Sympathieträger in der Geschichte sein wird.

Ich mochte sehr mit ansehen zu dürfen wie Kurt nach und nach zu seiner Kunst findet. Die sozialistischen Bilder, die er zuerst malen musste, fand ich eher amüsant, aber so war damals die Zeit und teilweise gibt es solche Bilder ja heute noch.

Da das Hauptaugenmerk auf Kurt liegt, hat es mich nicht gestört, dass das Euthanasiethema nur am Rande angeschnitten wurde. Mir haben bereits die wenigen Szenen dazu gereicht, um mir die Tränen in die Augen zu treiben. Man sollte sich also ausreichend Zeit für den Film nehmen und beim Schauen emotional geerdet sein, um sich nicht zu sehr runterziehen zu lassen.

Der Film hat mich generell sehr emotional mitgenommen, da Kurt im Leben einiges durchstehen muss, was in einem alltäglichen Leben nicht wirklich passiert. Die Liebesgeschichte des Ehepaares empfand ich da als angenehme Abwechslung zur sonst eher düsteren Grundstimmung.

Fazit: Zu Recht Oscar nominiert gewesen. Ich spreche in jedem Fall eine Kaufempfehlung aus. Prädikat wertvoll ist hier fast schon untertrieben.

Bewertung: 5/ 5 Sternen

Sonntag, 3. November 2019

[Filmkritik:] Monsieur Claude 2

"Monsieur Claude 2"


Darsteller: Christian Clavier, Chantal Lauby, Ary Abittan, Medi Sadoun, Frederic Chau
Regisseur(e): Philippe de Chauveron
Format: Dolby, PAL, Breitbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: EuroVideo Medien GmbH
Erscheinungstermin: 16. August 2019
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 95 Minuten


Inhaltsangabe:

Sie sind wieder da! – Monsieur Claude, seine Töchter und die unversöhnlichen Schwiegersöhne kehren zurück für einen neuen großen Wurf im Roulette der Traditionen. Regisseur Philippe de Chauveron und seine grandiose Schauspielmannschaft haben der Fortsetzung des rekordverdächtigen Erfolgsfilms viel Liebe und noch mehr Scharfsinn, Esprit und Witz eingehaucht. In seiner Paraderolle als naserümpfender Claude Verneuil verbreitet Christian Clavier bei seinem Drahtseilakt zwischen Vernunft und Vorurteil abermals große Heiterkeit. MONSIEUR CLAUDE 2 ist herrlich schlagfertiges Komödienkino voller Provokationen und Spitzfindigkeiten, das den Vorgänger an Charme sogar noch übertrifft. 

Meine Meinung:

Titel: Ich will doch nur das Beste für meine Töchter...

Ich schaue unheimlich gern französische Filme und da mir bereits "Monsieur Claude und seine Töchter" so gut gefiel, wollte ich natürlich wissen wie es mit ihm, seinen Töchtern und seinen Schwiegersöhnen weitergeht.

Nachdem sich Claude nun an seine Schwiegersöhne gewöhnt hat und alles perfekt zu sein scheint, haben plötzlich alle vor das Land zu verlassen. Das kann Claude nicht zulassen, will er doch seine Enkel aufwachsen sehen. Wird es ihm gelingen seine Liebsten bei sich zu behalten?

Mir hat hier wieder gut gefallen, dass jeder Spaß über jeden macht und dass man sich nicht dauernd an politische Korrektheit hält. Der Film ist voller Klischees, aber stets mit einem zwinkernden Auge und nie wirklich wertend und ernst gemeint. Und letztendlich wissen ja alle was sie aneinander haben und die vermeintlichen Schranken fallen.

In diesem Teil hat mir vor allem André Koffi gefallen, weil er so ein bisschen wie Claude im ersten Film ist. Ich mochte seine leicht weltfremde Sicht auf die Welt, die durch seine Kinder herrlich durcheinander gewirbelt wird.

Claude empfand ich hier als deutlich liebenswerter seinen Kindern gegenüber. Herrlich fand ich wie er seinen neuen Gärtner Arash behandelt. Daran sah man sehr schön was Vorurteile verursachen können.

Die Töchter standen hier nicht so sehr im Vordergrund, sondern mehr deren Ehemänner mit ihren kulturellen Unterschieden, was ich mochte.

Fazit: Mir hat der Film gut gefallen und ich habe herzhaft lachen können, allerdings konnte er nicht ganz an den ersten Teil heranreichen. Ich spreche trotzdem eine Kaufempfehlung aus, den unterhalten wird man richtig gut.

Bewertung: 4/ 5 Sternen

Samstag, 2. November 2019

[Filmkritik:] Dumbo (Realverfilmung)

"Dumbo"


Darsteller: Colin Farrell, Eva Green, Danny DeVito, Michael Keaton, Nico Parker
Komponist: Danny Elfman
Künstler: Deborah Maxwell Dion, Ben Davis, Colleen Atwood, Tim Burton, Rick Heinrichs, Katterli Frauenfelder, Chris Lebenzon, Nigel Gostelow, Derek Frey, Susie Figgis, Ehren Kruger, Justin Springer
Format: Dolby, PAL
Sprache: Italian (Dolby Digital 5.1), German (Dolby Digital 5.1), English (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Italienisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Walt Disney
Erscheinungstermin: 8. August 2019
Produktionsjahr: 2019
Spieldauer: 108 Minuten


Inhaltsangabe:

Das Leben des ehemaligen Zirkusstars Holt Farrier ist aus den Fugen geraten. Zirkusbesitzer Max Medici stellt ihn ein, um für einen neugeborenen Elefanten zu sorgen, dessen übergroße Ohren ihn zur Zielscheibe für Spott machen. Doch als Holts Kinder Milly und Joe herausfinden, dass Dumbo fliegen kann, setzt nicht nur die Zirkustruppe ihre Hoffnungen in den kleinen Dickhäuter... 

Meine Meinung:

Titel: Steht dem Original in nichts nach...

Als Disney- Fan, der mit "König der Löwen", "Cinderella" und Co aufgewachsen ist, kann ich mich natürlich auch für die Neuverfilmungen begeistern und so war ich gespannt auf die Umsetzung des Stoffes.

Vorweg kann ich nur sagen, dass man sich an die FSK Angabe halten sollte, denn einige Szenen sind schon ganz schön traurig und auch etwas düster, was ein Kind unter sechs Jahren sicher verängstigen könnte.

Ansonsten bemerkt man bereits ab den ersten Minuten, dass nur ein Tim Burton diesen Film gemacht haben kann allein wegen seines Mixes aus bunt und düster und der unverwechselbaren Musik im Film.

Dumbo mit seinen großen, blauen Augen nimmt den Zuschauer bereits kurz nach seiner Geburt für sich ein, da er einfach nur unglaublich niedlich ist. Für mich wirkte die Animation zusammen mit den großen Ohren sehr realistisch.

Colin Farrell als gefallener Zirkusstar Holt, dem das Leben übel mitgespielt hat, hat mir gut gefallen. Man nimmt ihm den Schmerz ab, den seine Verluste verursachen.

Meine Lieblingsfigur, natürlich nach Dumbo, bleibt aber der Zirkusdirektor Max Medici, gespielt von Danny DeVito, schlicht weil ich mir für diese Rolle keinen besseren hätte aussuchen können. DeVito ist der perfekte Mix aus lieb und böse mit einem Spritzer sonderbar.

Mich hat der Film jedenfalls sehr berrührt. Bei einigen Szenen hatte ich Tränen in den Augen, bei anderen habe ich herzhaft gelacht. Zudem ist die Zeit nur so verflogen und ich war regelrecht traurig als der Film zu Ende war.

Fazit: Gelungene Umsetzung eines Klassikers. Sehenswert und daher spreche ich eine Kaufempfehlung aus. Spitze!

Bewertung: 5/ 5 Sternen