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Freitag, 22. Juni 2018

Bibliothek überfallen oder was?

Hallo ihr Lieben,

also ich muss gestern wirklich ausgesehen haben als wenn ich gerade von einem Raubüberfall heim kam, denn mein Jutebeutel reichte nicht aus, um die Beute nach Hause zu schleppen. Vier Bücher hatte ich mir noch unter den Arm geklemmt.


Na könnt ihr schon erkennen, was ich da vor habe? Falls nicht, ja ich will mich an die ein odere andere Reihe wagen.

Hier nochmal alle in einem Schwung, damit ihr auch jedes Buch erkennen könnt:


Selection wollte ich vor Jahren schon lesen. Jetzt habe ich auch noch feststellen müssen, dass das keine Trilogie mehr ist, sondern bereits fünf Bände umfasst. Den ersten habe ich mir gestern Abend direkt geschnappt und die ersten 120 Seiten sind bereits vernichtet. So etwas leichtes brauche ich gerade. Einfach mal nicht zu viel nachdenken müssen und nur genießen.

Ewas anders sieht es da schon mit der Reihe von Elena Ferrante aus. Das wird sicher etwas anspruchsvoller, oder? Ich habe schon so viel über die Bücher gehört und nun gucke ich da auch endlich mal rein, nachdem sich der Hype darum etwas gelegt hat und die Bücher der Reihe in der Bibliothek nicht mehr so enorm gefragt sind. Kaufen ist mir hierbei leider zu teuer. Ich hab kurz mal reingelesen in den ersten Band. Das wenige gefiel mir.

Ansonsten wurde mir Carmen Korn im Buchladen neulich ans Herz gelegt, daher mal der erste Band. Band zwei habe ich vorbestellt. Mal sehen wie der erste so ist. Es scheint jedenfalls auch etwas entspannter zu sein.


Und zu guter letzt will ich endlich mal die Juwel Reihe fertig lesen. Vor Jahren habe ich den ersten Band gelesen, war unheimlich begeistert davon und dann hatte ich keine Zeit weiterzulesen. Weil ich mich nicht mehr an die Handlung erinnern kann, fange ich nochmal ganz von vorn an. Die Schrift ist ja recht groß, das wird schon zu schaffen sein.

Das Wochenende soll ja verregnet werden und da mich Fußball nicht wirklich interessiert, passt das Projekt doch ganz gut.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

eure Janine alias nicigirl85

Dienstag, 19. Juni 2018

Rezension Katrine Engberg

"Krokodilwächter" von Katrine Engberg


Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 2 (28. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257070284
ISBN-13: 978-3257070286
Originaltitel: Krokodillevogteren


Inhaltsangabe:

Gerade erst war Julie nach Kopenhagen gezogen, um Literatur zu studieren. Warum musste sie so jung sterben? Erstochen und von Schnitten gezeichnet? Es ist ein schockierender Fall, in dem Jeppe Kørner und Anette Werner ermitteln. Als bei Julies Vermieterin ein Manuskript auftaucht, in dem ein ähnlicher Mord geschildert wird, glauben die beiden, der Aufklärung nahe zu sein. Aber der Täter spielt weiter.
Autoreninfo:

Katrine Engberg, geboren 1975 in Kopenhagen, arbeitet für Fernsehen und Theater und ist als Tänzerin, Choreographin und Regisseurin landesweit bekannt. Mit "Krokodilwächter" hat sie in der Welt des skandinavischen Thrillers debütiert und stand damit wochenlang auf den ersten Rängen der dänischen Bestsellerliste. Sie lebt mit ihrer Familie in Kopenhagen.

Meine Meinung:

Titel: Warum musste sie so jung sterben?

Über die Verlagsvorschau bin ich auf den Titel aufmerksam geworden und da mich bereits Klappentext und Optik des Buches sehr ansprachen, begann ich gespannt mit der Lektüre.

In der Geschichte geht es um das Ermittlerduo Jeppe Kørner und Anette Werner, die den grausigen Mord an einer jungen Studentin aufklären müssen. Wurde sie wirklich nach einer Krimivorlage getötet? Wer steckt hinter der Tat? Als es nicht bei einem Mord bleibt, rennt den Ermittlern die Zeit davon. Werden sie den Fall dennoch lösen können?

Der Thriller besticht vor allem durch unglaublich gut gezeichnete Charaktere, egal ob das die Ermittler, die Opfer oder gar Täter sind.

Besonders eindrücklich waren die Gegensätze der beiden Ermittler. Während Anette unheimlich glücklich verheiratet ist und dies auch ausstrahlt, ist Jeppe einfach nur totunglücklich, weil er vor einiger Zeit von seiner Frau verlassen worden ist. Auch wenn er auf manche Leser enorm schwach wirken mag, so kann sein Verhalten wohl nur verstehen, der selbst so etwas durchgemacht hat. Mir hat die Figur aus der Seele gesprochen. Besonders gefallen hat mir, dass seine Verzweiflung unglaublich gut rüber kommt und er immer wieder mit sich hadert, ob er noch gut genug für andere ist, denn genauso fühlt es sich an verlassen zu werden. Auch wenn er teilweise unsympathisch wirkte, mochte ich ihn von allen Figuren im Buch am liebsten.

Noch sehr eindrücklich ist die pensionierte Dozentin Ester de Laurenti dargestellt, deren Leben auch alles andere als glücklich zu sein scheint. Sie versucht ihr Unglück im Alkohol zu ertränken. Ihr Krimi, der im Buch immer wieder auftauchte, las sich doch sehr poetisch und sprachlich sehr gewandt.

Beängstigend empfand ich die cholerischen Charaktere Christian Stender, dem Vater des ersten Opfers und Schriftsteller Kingo. Beide Männer stellten den typischen Macho und Geschäftsmann dar, der immer bekommt, was er will.

Die Erklärung, warum das Buch seinen Titel hat, gefiel mir gut. Das passt wirklich hervorragend dazu.

Der eigentliche Fall las sich so spannend, dass ich das Buch am liebsten in eins durchgelesen hätte, aber man muss immer mal wieder innehalten, einfach weil das Geschilderte doch recht heftig ist. Die Autorin beschreibt schon sehr detailliert wie die Opfer aussehen und beschönigt dabei nichts.

Für mich hat sich das vorliegende Buch zu keiner Zeit wie ein Debüt angefühlt, denn es las sich unglaublich flüssig und spannend. Auch der Stil von Frau Engberg gefiel mir richtig gut.

Erst wirklich ganz am Schluss wird gelüftet wer hinter dem Ganzen steckt. Ich mochte besonders, dass man während des Lesens immer wieder rätselt, wer es denn nun ist und durch die diversen Wendungen kommt man einfach nicht drauf, weshalb man immer tiefer in die Handlung eingesogen wird.

Fazit: Unglaublich spannend und fesselnd. Nur zu gern würde ich von diesem Ermittlerduo weitere Fälle lesen wollen. Ganz großes Kino, nur zu gern spreche ich eine absolute Leseempfehlung aus. Gänsehaut im Sommer? Hiermit gelingt das.

Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Donnerstag, 14. Juni 2018

Rezension David Barnett

"Miss Gladys und ihr Astronaut" von David Barnett


Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (28. Mai 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548289541
ISBN-13: 978-3548289540
Originaltitel: Calling Major Tom


Inhaltsangabe:

Die gute Miss Gladys kann sich nicht mehr alles merken, aber dieser Telefonanruf ist unvergesslich: Der Astronaut Thomas Major ist am Apparat, gerade auf dem Weg zum Mars. Er hat sich natürlich verwählt und will am liebsten gleich wieder auflegen. Aber Miss Gladys und ihre Enkel brauchen seine Hilfe. Zögerlich und leise fluchend wird der Mann im All zum Helfer in der Not. Tausende von Kilometern entfernt, führt er die drei auf seine ganz eigene Art durch schwere Zeiten, denn Familie Ormerod droht ihr Zuhause zu verlieren. Miss Gladys und ihr Astronaut brauchen einen galaktisch guten Plan …

Autoreninfo:

David Barnett ist ein etablierter Journalist, der u.a. für "The Independent", "Daily Mail" und "The Guardian" schreibt. Bisher veröffentlichte er Fantasyromane, "CALLING MAJOR TOM" ist sein erstes Buch in diesem Genre, sein nächster Roman wird ebenfalls im Bereich der gehobenen Unterhaltung sein.

Meine Meinung:

Titel: Der griesgrämige Kosmonaut und sein weiches Herz...

Ich bin auf das Buch vor allem durch seine coole Optik aufmerksam geworden und einfach weil ich mir nicht vorstellen konnte was ein Astronaut in einem Unterhaltungsroman für eine Rolle spielen könnte, doch ich wurde positiv überrascht.

In der Geschichte geht es in erster Linie um die Familie Ormerod, denen das Wasser bis zum Hals steht, denn durch ein unglückliches Missgeschick werden sie ihr Haus verlieren, wenn sie nicht innerhalb kürzester Zeit eine hohe Summe Geld beschaffen können. Werden sie das überhaupt in so kurzer Zeit schaffen? Und wie soll dabei ausgerechnet ein Astronaut helfen können?

Ein beobachtender Erzähler führt uns durch das Geschehen und im steten Wechsel begleiten wir mal Thomas und mal die Familienmitglieder der Ormerods. Dabei spielt die Handlung mal in der Gegenwart von 2017 und mal in der Vergangenheit, die bis in die 70er hineinreicht.

Der Roman besticht vor allem durch ungemein liebenswürdige Charaktere mit denen man direkt befreundet sein möchte. Besonders gefallen hat mir Teenager Ellie wie sie mit allen Mitteln versucht ihre Familie zusammen zu halten, denn eins will sie in keinem Fall: dass sie von Nan Gladys und ihrem Bruder James getrennt wird.

Auch cool war Delil, der trotz Ellies mürrischer Art sich nicht hat abschrecken lassen und trotzdem ihr Freund sein wollte. Frei nach dem Motto: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg."

Bei Gladys wusste ich nicht so genau, ob ich sie bedauern soll, weil sie so viel vergisst, aber sie schien dennoch immer sehr glücklich zu sein.

Thomas, unser Astronaut, den alle liebevoll Major Tom nennen, ist schon so eine Type. Selten habe ich einen Charakter mit so vielen Ecken und Kanten erlebt. Am Anfang mochte ich ihn gar nicht, doch mit der Zeit lernt man ihn ja näher kennen und erfährt warum er so ist wie er ist und gewinnt ihn dann doch lieb. Er macht als Protagonist für meinem Geschmack den größten Wandel durch. Seine Geschichte hat mich tief bewegt.

Richtig gut fand ich, dass David Barnett auch alltägliche Probleme thematisiert wie Mobbing, Scheidung, Demenz oder eben Fehler, die man macht im Leben. All jene, die davon betroffen sind, haben ein ordentliches Päckchen zu tragen, was im Buch sehr deutlich wird und man nach der Lektüre mehr Verständnis für Betroffene hat.

Das Ende war ehrlich gesagt eine ordentliche Überraschung, besser hätte man es nicht schreiben können.

Bei dem vorliegenden Roman liest man stets mit einem lachenden und einem weinenden Auge, das mochte ich wirklich gern.

Fazit: Für mich ein gelungener Unterhaltungsroman, der sehr kurzweilig war und den ich nur allzu gern weiterempfehle.

Bewertung: 4/5 Sternen

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Sonntag, 10. Juni 2018

Rezension Alexandra Kui

"Solange es hell ist" von Alexandra Kui


Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: cbj (12. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570165159
ISBN-13: 978-3570165157
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren


Inhaltsangabe:

Eine Irrfahrt von Leuchtturm zu Leuchtturm, ein verschollener Vater, zwei kleine Geschwister im Schlepptau: Manchmal, wenn sie nach Mitternacht aufs Meer schaut, kommt es Mika (15) vor, als ob die Pause zwischen zwei Lichtzeichen ewig dauert. „Man wartet und wartet, die Nacht wird immer schwärzer, aber irgendwann dann kommt es doch. Und solange es hell ist, für diesen kurzen Moment, ist plötzlich alles ganz einfach. Du siehst den Weg wieder“. 

Autoreninfo:

Alexandra Kui wurde 1973 in Buxtehude geboren. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Sozialgeschichte in Hamburg und arbeitete für verschiedene Tageszeitungen, bevor sie anfing, Bücher zu schreiben. "Solange es hell ist" ist ihr fünfter Roman für Jugendliche. 

Meine Meinung:

Titel: Geh deinen Weg, denn der ist das Ziel...

Da mir bereits "Marias letzter Tag" unglaublich gut gefiel, wollte ich ein weiteres Buch der Autorin lesen und ich wurde wieder einmal belohnt.

In der Geschichte geht es um die Geschwister Mika, Penny und Elias, die sich auf eine besondere Reise gen Dänemark begeben, um einen ganz bestimmten Leuchtturm zu finden. Von diesem haben sie nur Zeichnungen ihrer Mutter und einen einzigen Wunsch: "Ankommen und angenommen werden." Wird dieser in Erfüllung gehen?

Die Handlung wird uns über das 15 jährige Mädchen Mika als Ich- Erzählerin nahe gebracht. Für ihr Alter wirkte sie auf mich mit ihren Gedankengängen schon äußerst reif, was wohl ihren bisherigen Lebenserfahrungen geschuldet war.

Die Kinder lebten bisher in Berlin in einem abgeranzten Wohnblock und hatten stets mit Ablehnung und Ausgrenzung zu kämpfen, doch damit soll jetzt Schluss sein.

Der Autorin gelang sehr gut ein typisches Verhältnis unter Geschwistern abzubilden, denn es ist nicht immer alles schön, man muss sich auch mal streiten, darf sich dann aber auch wieder versöhnen. Auch die unterschiedlichen Altersgruppen und ihr Verständnis für bestimmte Dinge sind sehr realistisch geschildert. Ein Fünfjähriger interpretiert so manches ganz anders als jemand, der elf oder fünfzehn ist.

Mir haben die dargestellten Charaktere sehr gut gefallen, da die Geschwister echt enorm unterschiedlich sind. Jeder ist für sich sehr liebenswert auf seine ganz besondere Art und Weise. Die Figur der Katie hat mich ehrlich gesagt etwas geschockt, da sie sich doch sehr anders verhält als es eine Mutter eigentlich tun würde.

Das Ende hat mich persönlich überrascht, denn ich hatte den Abschluss deutlich positiver erwartet. Zudem mochte ich, dass es zwar ein Wiedersehen mit Johannes gibt, wie dieses jedoch aussieht, muss der Leser in seiner Fantasie weiterspinnen.

Fazit: Ein Roadtrip voller Emotionen, der zu unterhalten weiß und auch zum Nachdenken anregt. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und spreche eine Leseempfehlung aus.

Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Freitag, 8. Juni 2018

[Filmkritik] Der Buchladen der Florence Green

Der Buchladen der Florence Green


Darsteller: Emily Mortimer, Bill Nighy, Patricia Clarkson
Regisseur(e): Isabel Coixet
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Studio: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
Erscheinungstermin: 14. September 2018
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 107 Minuten

ASIN: B07CPF52LF

Inhaltsangabe:

Florence Green (Emily Mortimer) hat früh ihren Mann verloren, doch ihre gemeinsame Liebe zu Büchern aller Art lässt sie nicht los. Sie investiert ihr gesamtes Vermögen in die Verwirklichung ihres Traums von einem eigenen Buchladen – ausgerechnet im verträumten englischen Hardborough am Ende der 50er-Jahre, wo die Arbeiter dem Bücherlesen skeptisch gegenüberstehen und die Aristokratie energisch vorgibt, was Hochkultur ist und was nicht. Doch trotz der Widerstände hat sie Erfolg und rasch finden auch progressive, polarisierende Werke wie Nabokovs „Lolita“ oder Bradburys „Fahrenheit 451 “ bei den Dorfbewohnern Anklang. Vor allem der seit Langem zurückgezogen lebende Edmund Brundish (Bill Nighy) findet Gefallen am neuen Buchladen und dessen Besitzerin. Doch Florence Greens sanfte Kulturrevolution bleibt nicht unbemerkt: Die alteingesessene graue Eminenz Violet Gamart (Patricia Clarkson) befürchtet einen Kontrollverlust in ihrem Heimatdorf und steht den radikalen Veränderungen mit Argwohn gegenüber. Mit aller Macht versucht sie, Florence Green Steine in den Weg zu legen, und die beiden Frauen beginnen eine Auseinandersetzung über Moderne und Konvention.

Meine Meinung:

Titel: Werden Träume immer wahr?

Der Trailer zum Film hatte mich so sehr fesseln können, dass ich mir diesen Film unbedingt im Kino anschauen musste, dachte ich doch, dass dieser genau das Richtige für einen Bücherwurm wie mich ist. Zudem handelt es sich um eine Literaturverfilmung des Romans "Die Buchhandlung" von Penelope Fitzgerald  und ich bin immer sehr angetan von solchen Verfilmungen.

In der Geschichte geht es um Florence Green, deren Mann im Krieg gefallen ist. Aus der Ehe sind keine Kinder entstanden und außer der Liebe zu Büchern bleibt Florence als Witwe nichts von ihrem Mann. Sie kratzt all ihr Erspartes zusammen, um sich ihren Traum von einem eigenen Buchladen zu erfüllen, doch konnte sie kaum ahnen, dass man sich im kleinen Örtchen Hardborough mit Händen und Füßen dagegen wehrt. Wird sie trotz aller Steine, die man ihr in den Weg legt, ihren Weg gehen können?

Der Film besticht vor allem durch dramatische Musik und Bilder von der Natur (raue See, raschelnde Bäume, etc.), was mir außerordentlich gut gefallen hat und ein ums andere Mal eine leichte Gänsehaut verschafft hat.

In den Charakter der Florence Green kann man sich gut hineinversetzen und ich empfand die Darstellung durch Emily Mortimer als äußerst gelungen. Sie ist in einem Alter, dass man ihr abkauft, dass sie ihre Träume verwirklichen möchte und das auch noch nicht zu spät ist.

Patricia Clarkson als böse Antagonistin Violet Gamart hat einem das Fürchten gelehrt. Unglaublich was sie alles durch ihre Beziehungen erreicht.

Die dargestellte Stadt Hardborough  war so richtig schön urig, gerade mit der Nähe zum Meer und den alten hutzeligen Häusern hatte das enormen Charme.

Die Sprache der 50er war schon etwas Besonderes, ich mochte sehr dass sich alle so überaus gewählt ausgedrückt haben.

Auch die scheinheilige Freundlichkeit aller Beteiligten war etwas, was mich nachdenklich gestimmt hat. Ich bin froh, dass ich in einer Zeit lebe wo man zum Ausdruck bringen darf wenn man jemanden nicht mag.

Das Ende des Films hatte ich gänzlich anders erwartet, aber ich kenne den Roman dazu auch nicht, daher hat mich dieses besonders überrascht. Ich kann mit dem Ausgang leben und finde ihn auch gut gelöst, gewünscht hätte ich mir jedoch ein etwas positiveres Ende.

Fazit: Ein Film voll Drama und Emotionen, den ich trotz seiner Länge sehr gern geschaut habe. In meinen Augen ein kleines Meisterwerk.

Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Mittwoch, 6. Juni 2018

Besondere Buchvorstellung Teil 2: Thema "Besondere Freundschaften"

Hallo meine Lieben,

wie ihr letzte Woche schon gelesen habt (falls nicht hier), nehme ich ja derzeit an einem besonderen Special teil, bei dem ich euch das Buch "Miss Gladys und ihr Astronaut" von David M. Batnett aus dem Ullstein Verlag vorstelle.

Da es in dem Buch um eine besondere Freundschaft geht, sollen wir auch eine besondere Freundschaft aus unserem Leben vorstellen.



In meinem Leben ist diese besondere Person meine Freundin Juliane, die ich nun schon seit über 20 Jahren kenne. Sie war immer für mich da, auch in der schwersten Zeit meines Lebens vor fast zwei Jahren als mich völlig unerwartet mein Ehemann verlassen hat, um mit einer Freundin von mir durchzubrennen. Der Schock saß tief, Juliane jedoch hat für Ablenkung gesorgt, mir immer gut zugesprochen, so dass ich irgendwann in der Lage war wieder nach vorn zu sehen.

Dafür war ich ihr unendlich dankbar und ich hoffe, dass wir auch die nächsten 20 Jahre befreundet sind und ich ihr auch eine Stütze in schweren Zeiten sein kann.

Ihr habt Lust mich mal live zu erleben? Ist für mich völlig untypisch, aber für diese Aktion habe ich ein kleines Video gedreht. Wenn ihr es euch ansehen wollt, dann besucht mich doch einfach auf meiner Facebook- Seite oder bei Instagram.

Ich hoffe ich habe eure Neugier wecken können!

Liebe Grüße

eure Janine alias nicigirl85

Rezension Matthias Sachau

"Alicia verschwindet" von Matthias Sachau


Taschenbuch: 242 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: Originalausgabe (7. Mai 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458363424
ISBN-13: 978-3458363422


Inhaltsangabe:

Alicia und Robert sind beste Freunde. Eines Tages jedoch ist Alicia plötzlich verschwunden, ohne ein Wort der Erklärung. Die einzigen Hinweise, die sie hinterlassen hat, sind drei Fotos und ihr Lieblingsbuch "Sturmhöhe". Roberts Nachforschungen in London verlaufen im Nichts. So begibt er sich auf eine abenteuerlichen Reise, die ihn nicht nur quer durch England führt, sondern auch zurück in seine eigene Vergangenheit ... Die Suche nach der Freundin wird immer mehr zur Suche nach sich selbst. Erst wenn er sich seinen wahren Gefühlen stellt, kann er Alicia finden. Und ihre Liebe.

Autoreninfo:

Matthias Sachau, geboren 1969, begann nach einer kurzen Karriere als Architekt zu schreiben. Er veröffentlichte mit großem Erfolg einige heitere Romane, unter anderem "Wir tun es für Geld", "Kaltduscher: Ein Männer-WG-Roman" und "Linksaufsteher: Ein Montagsroman". Matthias Sachau lebt und arbeitet in Berlin und Regensburg.

Meine Meinung:

Titel: Mir fehlen die Worte...

Von Matthias Sachau hatte ich bereits ein paar heitere Romane gelesen und da dieser so ganz anders klang, wollte ich herausbekommen, ob der Autor auch ernsthaft schreiben kann.

In der Geschichte geht es um Robert, der der Upperclass entstammt und dessen beste Freundin Ali spurlos verschwunden ist. Ihn plagt das Gewissen, was mit ihr nur passiert sein könnte und begibt sich auf die Suche nach ihr. Wird er sie aufspüren können?

Gleich vorweg: Mir hat das Buch absolut nicht gefallen und es fällt mir unheimlich schwer in Worte zu fassen warum nicht, denn so etwas Schlechtes ist mir schon ewig nicht mehr untergekommen und die positiven Stimmen zum Buch kann ich einfach nicht nachvollziehen.

Die Handlung wird uns über einen Freund von Robert nahe gebracht, der die Geschichte um Alicia mal von Robert erzählt bekommen hat. Diese Perspektivwahl empfand ich als absolut unstimmig, da man als Leser das Gefühl hat nie ganz nah dran an der Geschichte zu sein. Hinzu kam noch, dass viel wörtliche Rede enthalten ist, so dass es sich oft wie ein fader Dialog liest und nicht wie ein Wohlfühlroman.

Die angewandte Sprache wirkte auf mich enorm gestelzt und ließ sich leider auch sehr schwer lesen. Immer mal wieder musste ich einige Seiten doppelt lesen, weil ich nicht alles verstanden hatte beim ersten Mal lesen.

Von den Figuren war mir weder eine sympathisch, noch konnte ich mich mit jemanden identifizieren. Zudem spürte man direkt, dass für Robert wohl mehr als Freundschaft zu Alicia besteht, er aber dennoch eine Beziehung zu Rovena eingeht als eine Art Sicherheitsnetz, was ihr gegenüber einfach nur gemein ist.

Die Handlung plätscherte das ganze Buch über nur so vor sich hin und ich quälte mich mehr und mehr durch die Seiten. Hätte ich das Buch nicht in einer Leserunde gelesen, hätte ich wohl vorzeitig abgebrochen. So jedoch habe ich weitergelesen in der Hoffnung, dass da noch was Gutes auf mich wartet, was dann aber leider nicht kam.

Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt: Was will mir der Autor damit sagen, doch ich bin nicht darauf gekommen.

Fazit: Für mich leider eine derbe Enttäuschung. Ich kann keine Leseempfehlung aussprechen und bin der Ansicht, dass der Autor nicht fähig ist ernsthaft zu schreiben.

Bewertung: 0/ 5 Sternen

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