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Samstag, 7. September 2019

Rezension Riccardo Simonetti

"Mein Recht zu funkeln" von Riccardo Simonetti


Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Community Editions (28. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3960960514
ISBN-13: 978-3960960515


Inhaltsangabe:

Riccardo lebt seinen Traum. Vom Außenseiter wurde er zum Superstar. Davon hat er jahrelang geträumt. In Klatschmagazinen bewunderte er die Stars und Sternchen, denen er sich so viel verbundener fühlte als seinem persönlichen Umfeld. Er wollte so sein wie sie und vor allem: Er wollte dabei ganz er selbst sein. Doch der Weg dahin war steinig. Riccardo schreibt über schwere Zeiten, in denen er viel Kritik, Hohn und Spott erntete. Er erzählt von den Anfängen als Blogger und Modemagazin-Praktikant, von seiner großen Liebe zu Hollywood, wo er sich Zuhause fühlt, und dem schillernden Leben, das er heute führt. 

Autoreninfo:

Riccardo Simonetti gehört zu den gefragtesten männlichen Bloggern Deutschlands und ist erfolgreiches TV-Gesicht. Seine Fans lieben ihn für seinen extravaganten Stil und die täglichen Geschichten aus seinem Leben. In seiner Wahlheimat Berlin fühlt er sich zu Hause, auch wenn sein Herz für Hollywood schlägt. Riccardo steht aber für viel mehr als Mode und Styling: Er spricht über Schubladendenken, Selbstachtung und Anderssein und regt so zum Nachdenken an. 

Meine Meinung:

Titel: Mehr als nur ein Influencer...

Ehrlich gesagt kann ich gar nicht mehr genau sagen wann und wo ich über Riccardo seine Medienpräsenz gestolpert bin. Wahrscheinlich war es ein Bericht im TV, denn erst danach habe ich aktiv nach ihm gesucht und folge ihm seitdem auf Instagram. 

Mit großer Begeisterung verfolge ich seine Insta Storys, da sie einem auch den schlechtesten Tag nicht mehr ganz so grau sehen lassen und genau deswegen wollte ich auch sein Buch lesen.

Richtig klasse finde ich die optische Gestaltung, die vielen tollen Fotos und dass die Buchseiten dick und hochwertig sind. Das Buch eignet sich hervorragend immer mal wieder drin zu blättern, sich einfach mal nur die Fotos anzuschauen oder auch mal das ganze Buch zu lesen. Man kann immer wieder eintauchen, egal wie viel Pause zwischen dem Lesen liegt.

Ich fühlte mich dem Autor durch das Lesen nur noch näher und er ist mir jetzt noch mehr ans Herz gewachsen. Es ist einfach toll, dass er seine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen mit uns teilt und zeigt, dass das Leben nicht immer schön und leicht ist. Zudem zeigt er wie das Leben eines "Stars" hinter den Kulissen aussieht und dass eben nicht alles toll und perfekt ist.

Auch gut fand ich die "Leitsätze" und Anregungen wie man mit manchen Situationen umgehen soll und dass von Riccardo eben nicht nur kommt "Liebe dich selbst.", was ja schon sehr abgedroschen ist.

Bedrückt hat mich ehrlich gesagt nur zu lesen, dass Riccardo in der heutigen Zeit immer noch angefeindet wird für seine sexuelle Orientierung und für das was er tut. In meinen Augen sollte jeder das machen dürfen was ihn glücklich macht. Ich liebe seine besonderen Outfits und bei seinen tollen Haaren wird glaube ich jede Frau leicht neidisch.

Fazit: Ein Buch nicht nur für Fans. Jeder, der etwas für besondere Menschen übrig hat, der sollte einfach mal zu diesem Buch greifen.

Bewertung: 5/ 5 Sternen

Freitag, 30. August 2019

Rezension Esi Edugyan

"Washington Black" von Esi Edugyan


Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Eichborn; Auflage: 1. Aufl. 2019 (30. August 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3847906658
ISBN-13: 978-3847906650
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren


Inhaltsangabe:

Barbados, 1830: Der schwarze Sklavenjunge Washington Black schuftet auf einer Zuckerrohrplantage unter unmenschlichen Bedingungen. Bis er zum Leibdiener Christopher Wildes auserwählt wird, dem Bruder des brutalen Plantagenbesitzers. Christopher ist Erfinder, Entdecker, Naturwissenschaftler - und Gegner der Sklaverei. Das ungleiche Paar entkommt in einem selbst gebauten Luftschiff von der Plantage. Es beginnt eine abenteuerliche Flucht, die die beiden um die halbe Welt führen wird. 

Autoreninfo:

Esi Edugyan lebt im kanadischen Victoria. "Washington Black", Lieblingslektüre von Barack Obama, ist ihr dritter Roman und war 2018 eines der erfolgreichsten Bücher weltweit. Nominiert für den BOOKER PRIZE, die CARNEGIE MEDAL, den PEN-PREISund viele mehr. Ausgezeichnet mit dem GILLER-PREIS, dem wichtigsten kanadischen Literaturpreis. 

Meine Meinung:

Titel: Das Leben ist voller Prüfungen...

Dieses zauberhafte Buch durfte ich vorab in einer Leserunde lesen und ich kann nur sagen, dass es reichlich Diskussionsstoff bot und viel Interpretationsspielraum lässt.

In der Geschichte geht es um den Sklavenjungen Washington Black, kurz Wash, der seit Jahren auf einer Zuckerrohrplantage schuftet. Als der Bruder des graumsamen Plantagenbesitzers ihn unter seine Fittiche nimmt, lernt Wash mehr als jemals zuvor. Doch dann passiert ein Unfall und beide müssen fliehen. Wird ihnen die Flucht im neumodernen Wolkenkutter gelingen?

Zunächst einmal muss ich sagen, dass es der Autorin sehr gut gelungen ist ein Bild der damaligen Zeit zu zeichnen mit all seinen Grausamkeiten und Vorurteilen, die damals herrschten. Ich hatte beim Lesen oft Gänsehaut, gerade wie man die Sklaven auf der Plantage behandelt, las sich ein ums andere Mal sehr schmerzhaft.

Das Buch spielt in einem Zeitraum von sechs Jahren zwischen 1830 und 1836. Washington fungiert als Ich- Erzähler, so dass wir seine Gedanken und Gefühle hautnah miterleben dürfen. Gemeinsam mit ihm begibt sich der Leser nicht nur nach Barbados, sondern auch in die Arktis, England und einige Länder mehr.

Bereits auf den ersten Seiten hatte mich das Buch direkt in seinen Bann gezogen und gespannt las ich wie sich da eine Freundschaft zwischen einem weißen Wissenschaftler und einem farbigen Jungen entwickelt, die gar nicht sein dürfte. Die Flucht im Wolkenkutter, bereits im ersten Viertel des Buches, stellt sich als schwieriger als gedacht heraus.

Wash als Figur muss man einfach nur gern haben. Es ist nur schwer zu begreifen wie ein Mensch so viel Leid ertragen kann und dennoch an das Gute im Leben glaubt. Er hat so viel Mut und ist voller Stärke, dass man gern etwas mehr wie er wäre.

Christopher, kurz Titch, hat mich zu Anfang für sich einnehmen können, weil er gänzlich anders denkt als seine Familie, aber mit der Zeit merkt man, dass er nicht nur gute Seiten hat, sondern oft eben auch nur an sich selbst denkt. Sein Bruder Erasmus war an Grausamkeit kaum zu überbieten. Ihn hatte ich mir wie einen jungen Mister Burns vorgestellt und niemals möchte ich so einer Person im echten Leben begegnen.

Richtig klasse fand ich Tanna, die Wash trotz allem sehr faszinierend findet und sich von Standesdünkeln oder Hautfarbe nicht abschrecken lässt. Was sie will, das nimmt sie sich auch. Das muss man sich als Frau zu der damaligen Zeit erst einmal trauen.

Während nach dem ersten starken Viertel die Handlung in den folgenden zwei Abschnitten mich nicht ganz so umhauen konnte, sorgen der letzte Part und das Ende dann doch noch für Überraschungen.

Ich habe mir die Handlung in vielen Bereichen vor dem Lesen ganz anders vorgestellt. An einigen Stellen hätte ich gern mehr erfahren als die Autorin uns wissen lässt wie zum Beispiel in der Arktis. Auch lief es mir an einigen Stellen zu glatt ab, was ein wenig die Glaubwürdigkeit einschränkte.

Dennoch kann ich nur sagen, dass mich dieser Roman sehr gut unterhalten hat und mich auch oft nachdenklich stimmte.

Das Leben eines Sklaven mal nicht in Amerika, sondern auf Barbados zu erleben, hatte auch mal etwas Besonderes.

Fazit: Schreiben kann Frau Edugyan auf jeden Fall. Wer sich vor Graumsamkeiten und Kaltblütigkeit nicht scheut und sich zudem für Geschichte interessiert, der sollte hier unbedingt zugreifen. Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus.

Bewertung: 4/ 5 Sternen

Donnerstag, 29. August 2019

Rezension Delia Owens

"Der Gesang der Flusskrebse" von Delia Owens


Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: hanserblau; Auflage: 3 (22. Juli 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446264191
ISBN-13: 978-3446264199


Inhaltsangabe:

Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.

Autoreninfo:

Delia Owens, geboren in Georgia, ist vor Kurzem nach North Carolina gezogen. Über zwanzig Jahre erforschte die Zoologin in verschiedenen afrikanischen Ländern Elefanten, Löwen und Hyänen. Als Kind verlebte Owens die Sommerurlaube mit ihren Eltern in North Carolina, wo auch ihr Romandebüt spielt.

Meine Meinung:

Titel: Die Natur ist ein Teil von uns...

Die Leseprobe zum Buch war so genial, dass ich es einfach lesen musste. Und meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.

In der Geschichte geht es um Kya Clark und ihre Familie, die abgeschieden im Sumpfland der Region leben, immer von der Hand in den Mund. Irgendwann ist Kya gänzlich allein, von allen verlassen. Wird sie als Kind in der Lage sein dies zu meistern? Was für Auswirkungen hat dies auf ihr späteres Leben?

Zunächst einmal muss ich gestehen, dass ich sehr lange für diesen Roman gebraucht habe. Dies lag aber nicht an der Qualität der Geschichte, sondern schlichtweg weil das Thema so ernst ist, dass man nicht fröhlich innerhalb weniger Tage liest.

Kya hatte ich bereits nach den ersten Seiten bildlich vor Augen und es tat mir in der Seele weh wie sie vernachlässigt wird. Für mich grenzte es an ein Wunder, dass jemand sich noch so positiv entwickeln kann. Ihre Kindheit las sich äußerst interessant, wenn auch viele Passagen bei mir auf die Stimmung gedrückt haben, weil einiges echt tragisch ist. Ich kann mir als Erwachsene schon nicht vorstellen wie es ist, wenn die eigene Mutter von heute auf morgen spurlos verschwunden ist. Wie soll das da erst für ein Kind sein? Und nicht lesen zu können, das ist für mich unvorstellbar. Ich habe Kya jedenfalls sofort in mein Herz geschlossen und mit ihr gelitten.

Mir hat gut gefallen, dass das Augenmerk mehr auf Kya lag und nicht auf dem Mordfall. Dieser wird am Rande immer wieder erwähnt mit allen Ermittlungen und erst zum Ende hin fügt sich wie der Fall mit dem Leben von Kya in Verbindung steht.

Die große Kunst der Autorin hier war ganz klar aufzuzeigen was Vorurteile und Gerüchte für einen Einfluss auf das Leben der Menschen hat. Nichts ist wie es auf dem ersten Blick erscheint.

Ebenfalls sehr gelungen empfand ich die Beschreibungen von Natur und Tieren, was für mich etwas sehr idyllisches hatte. Eigentlich nicht unbedingt das schlechteste Leben, wenn man so wie Kya im Einklang mit der Natur lebt.

Das Ende hatte ich mir so gewünscht und auch bekommen, von daher bin ich mit der Lektüre überaus zufrieden.

Fazit: Ein Roman, dessen Geschichte mir lange im Kopf bleiben wird, da sie mich sehr berührt hat. Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus. Klasse!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

Sonntag, 25. August 2019

Rezension Rhiannon Navin

"Alles still auf einmal" von Rhiannon Navin


Broschiert: 384 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (18. April 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423262176
ISBN-13: 978-3423262170


Inhaltsangabe:

Aufgeregt versteckt sich Zach mit seinen Klassenkameraden im Wandschrank. Es ist heiß und stickig und eng. Draußen fallen Schüsse − drinnen ahnt Zach, dass etwas Schreckliches geschieht. Er wird schließlich gerettet, aber sein älterer Bruder Andy stirbt, und nichts wird je wieder wie früher sein. Die Familie droht an dem Verlust zu zerbrechen. Doch es ist ausgerechnet der kleine Zach, der die Menschen, die er liebt, aus der Verzweiflung führt.


Autoreninfo:

Rhiannon Navin, aufgewachsen in Bremen, arbeitete in verschiedenen New Yorker Werbeagenturen, bevor sie Fulltime-Mutter und Autorin wurde. Heute lebt sie mit ihrem Mann, ihren drei Kindern, zwei Katzen und einem Hund außerhalb von New York City. 

Meine Meinung:

Titel: Wenn ein Amoklauf dein Leben verändert...

Auf dieses Buch bin ich eher zufällig in der Bahnhofsbuchhandlung aufmerksam geworden. Gespannt begann ich zu lesen und wurde völlig überwältigt.

In der Geschichte geht es um Zach, der bei einem Amoklauf seinen älteren Bruder Andy verliert. Wie geht die Familie damit um? Was macht die Presse aus der ganzen Sache? Und was verdammt soll man mit sechs Jahren fühlen, wenn der eigene Bruder nicht mehr lebt?

Die Handlung wird uns über den sechsjährigen Zach als Ich- Erzähler nahe gebracht. Deswegen ist man sehr nah an Zach als Figur dran und erlebt das Schlimmste was passieren kann aus der Sicht eines Kindes, was einige Gänsehautmomente parat hält.

Mich hat vor allem beeindruckt, dass es der Autorin sehr glaubwürdig gelingt die Sichtweisen eines Sechsjährigen darzustellen. Dieser findet es nicht immer schlimm, dass der große Bruder nicht mehr lebt, hat er die Eltern doch nun für sich alleine.

Jede aufgeführte Figur weiß den Leser für sich einzunehmen und jeder geht mit dem Verlust anders um. Während die Mutter des Jungen mittels der Presse gegen die Eltern des Täters wettert und ihre Trauer in Wut verpackt, versucht der Vater das alltägliche Leben am Laufen zu halten, was ihm mehr schlecht als recht gelingt. Auch Großmutter Mimi versucht klein Zach zu unterstützen wo sie kann und dennoch ist jeder für sich irgendwie in seiner eigenen Trauer gefangen.

Mir hat unheimlich gut gefallen wie Zach den Fall beleuchtet und wie ihn das alles belastet. Besonders schön fand ich die Idee mit den Gefühlsblättern und dass jedes Gefühl seine eigene Farbe hat.

Ich habe noch nie so einen derben Verlust erleiden müssen wie Zach und seine Familie und dennoch konnte man es regelrecht am eigenen Leib beim Lesen erfahren wie hart es sein muss ein sehr nahes Familienmitglied zu verlieren.

Nachdem ich fast schon dachte, dass alles den Bach runtergehen wird, schafft Zach es dann doch noch seine Eltern zur Besinnung zu bringen. Das Ende hat mir daher unheimlich gefallen, da es doch so anders war als ich es erwartet hatte.

Fazit: Ein Roman voller Gefühl, der jede Menge Emotionen im Leser weckt. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Klasse!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

Samstag, 24. August 2019

Rezension Sally Rooney

"Gespräche mit Freunden" von Sally Rooney


Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Luchterhand Literaturverlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (22. Juli 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3630875416
ISBN-13: 978-3630875415


Inhaltsangabe:

Frances und ihre Freundin Bobbi, Studentinnen in Dublin, lernen das gut zehn Jahre ältere Ehepaar Melissa und Nick kennen. Sie treffen sich bei Events, zum Essen, führen Gespräche. Persönlich und online diskutieren sie über Sex und Freundschaft, Kunst und Literatur, Politik und Genderfragen und, natürlich, über sich selbst. Während Bobbi von Melissa fasziniert ist, fühlt sich Frances immer stärker zu Nick hingezogen … Ein intensiver Roman über Intimität, Untreue und die Möglichkeit der Liebe, eine hinreißende, kluge Antwort auf die Frage, wie es ist, heute jung und weiblich zu sein.

Autoreninfo:

Sally Rooney wurde 1991 geboren, ist in Castlebar, County Mayo, aufgewachsen und lebt in Dublin. Ihre frühen Arbeiten sind erschienen in The New Yorker, Granta, The White Review, The Dublin Review, The Stinging Fly, Kevin Barrys Stonecutter und der Anthologie Winter Pages. Sie studierte am Trinity College Dublin, zunächst Politik, machte dann ihren Master in Literatur. Sie war dort 2013 die Nr. 1 bei den European University Debating Championships. Rooneys Debütroman "Gespräche mit Freunden" war Book of the Year in Sunday Times, Guardian, Observer, Daily Telegraph und Evening Standard. Der Roman kam auf die Shortlist des Sunday Independent Newcomer of the Year Award 2017, des International Dylan Thomas Prize und des Rathbones Folio Prize 2018. Rooney war die Gewinnerin des Sunday Times/Peters Fraser & Dunlop Young Writer of the Year Award 2017, den u.a. auch Zadie Smith und Sarah Waters gewannen. Rooney ist inzwischen Redakteurin des irischen Literaturmagazins The Stinging Fly. Ihr zweiter Roman "Normal People" kam auf die Longlist des Man Booker Prize 2018, war Waterstones Book of the Year, ist auf der Shortlist des Costa Novel Award und gewann den An Post Irish Novel of the Year Award. 

Meine Meinung:

Titel: Was uns die Liebe antut...

Klappentext und Aufmachung des Buches hatten mich aufmerksam werden lassen und so begann ich gespannt mit der Lektüre.

In der Geschichte geht es um die beiden Studentinnen Frances und Bobbi, die als Teenager mal ein Paar waren und jetzt beste Freundinnen sind. Als sie ein Ehepaar kennenlernen, wird das ihre Welt gänzlich verändern. Was bedeutet Freundschaft? Was bedeutet Liebe? Werden es die beiden herausfinden?

Zunächst einmal muss ich den recht nüchternen Schreibstil der Autorin loben, der sich eher so anfühlt als würde man Menschen belauschen als dass man ein Buch liest. Auch wenn man anfänglich denkt, dass diese Art der Schreibe keine Gefühle bei einem hervorruft, so tut sie es doch.

Die Handlung wird uns aus der Sicht von Frances nahe gebracht, da sie hier als Ich- Erzählerin fungiert. Auch wenn sie mir nicht immer sympathisch war, so konnte ich ihr Handeln die ganze Zeit voll und ganz verstehen. Ihre unterkühlte Art hatte etwas sehr spezielles, bei der ich mir wirklich vorstellen kann, dass das andere Menschen anzieht.

Bobbi mochte ich persönlich am liebsten, denn sie ist so unglaublich selbstbewusst und macht ihr Ding. Von ihr könnte man sich glatt eine Scheibe abschneiden.

Bei Melissa und Nick dachte ich anfänglich, dass sie über vierzig sind, weil sie doch als recht konservativ beschrieben werden. Dass sie dann aber erst Anfang dreißig sind, erschien mir anfänglich etwas unglaubwürdig, aber wahrscheinlich hat jemand mit Anfang zwanzig genau diese Sicht auf jemanden in meinem Alter.

Melissa mochte ich nicht sonderlich, da ich sie immer als sehr herrisch empfunden habe. Aber wahrscheinlich ist einem jedes Mittel recht um die eigene Ehe zu retten.

Nick war hingegen sehr ambivalent. Klar konnte ich die Faszination verstehen, die er auf Frances ausübt, schlicht weil er Schauspieler ist und gut aussieht, aber das allein reicht ja kaum für eine feste Beziehung. Er war mir einfach zu fremdbestimmt, da er sich von den Frauen in seinem Leben so rumschubsen lässt. Andererseits hat ihn das auch sehr interessant wirken lassen, da man herausfinden will warum er so ist.

Die letzten hundert Seiten hatten es dann nochmal echt in sich und konnten mich dann völlig für den Roman einnehmen.

Mich hat sehr berührt, dass eine der Protagonistinnen Endometriose hat und wie sie damit umgeht. Da konnte ich sehr mitfühlen, weil ich dieselbe Erkrankung habe, die kaum einer kennt und doch sehr viele Frauen haben.

In meinen Augen werden sich vor allem Leser angesprochen fühlen, die im Alter der Protagonisten sind und ähnliches durch haben in puncto Beziehungen.

Fazit: Ein unterhaltsamer Roman, der die Arten der Beziehungsmöglichkeiten sehr interessant beleuchtet. Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus.

Bewertung: 4/ 5 Sternen

Sonntag, 11. August 2019

[Filmkritik:] A long way down

"A long way down"


Darsteller: Tuppence Middleton, Imogen Poots, Rosamund Pike, Aaron Paul, Pierce Brosnan
Regisseur(e): Pascal Chaumeil
Format: Breitbild
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 - 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: DCM (Vertrieb Universum Film)
Erscheinungstermin: 5. September 2014
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 96 Minuten


Inhaltsangabe:

Vier Menschen treffen sich in der Sylvesternacht zufällig auf dem Dach eines Londoner Hochhauses, jeder mit dem Vorsatz, seinem Leben ein Ende zu setzen. Nachdem sie sich gegenseitig ihre Leidensgeschichten erzählt haben, schließen sie gemeinsam einen Pakt: Neuer Selbstmord-Termin soll der Valentinstag sein. Es bleiben sechs Wochen, die gemeinsam überlebt werden müssen …

Meine Meinung:

Titel: Das Leben geht weiter, oder etwa nicht?

Auch wenn ich den Roman dazu nicht kenne, so fand ich die Grundhandlung doch so interessant, dass ich diesen Film unbedingt sehen wollte. Leider konnte er meine Erwartungen nur bedingt erfüllen.

In der Geschichte geht es um vier Leute, die unterschiedlicher kaum sein könnten und dennoch etwas gemeinsam haben: an Silvester wollen sie in den Tod springen, tun es dann aber erstmal nicht. Gemeinsam schließen sich einen Pakt sich sechs Wochen lang nichts anzutun und darüber nachzudenken. Wie wird ihre Entscheidung ausfallen?

Mir hat gut gefallen, dass die Besetzung nicht nur aus Stars bestand, die man bereits aus anderen Filmen kennt, sondern eine gute Mischung war. Die Handlung wird aus der Sicht der vier geschildert, sprich der Film ist in vier Teile gegliedert. In jedem Part erfahren wir über den jeweiligen Protagonisten etwas und warum er vermutlich mit dem Leben abschließen wollte.

Auch gefallen hat mir, dass das ernste Thema Suizid nicht in Lächerliche gezogen wird, sondern durchaus bedeutend beleuchtet wird. Aber es gibt auch ausreichend lustige Momente, so dass man beim Schauen nicht in Trübsinn verfällt.

Von den Figuren hat mir am Besten Maureen gefallen, einfach weil sie sich liebevoll um ihren Sohn kümmert und immer zurücksteckt, damit es ihm gut geht. Das hatte schon fast etwas von Selbstaufgabe. Alle anderen sind ja auch ein wenig selbst Schuld an ihrem Leid, schlichtweg weil sie falsche Entscheidungen getroffen haben, daher konnte ich mich bei ihnen nicht so tief einfühlen.

Was mir nicht gefallen hat war das Herangehen an die Presse und dass die vier so gehypt wurden. Ich hätte es besser gefunden, wenn sie sich gegenseitig geholfen und es unter sich geklärt hätten als es in der Öffentlichkeit auszubreiten.

Fazit: Recht gute Unterhaltung, aber Lust auf das Buch hat er nicht unbedingt gemacht. Solide!

Bewertung: 3/ 5 Sternen

Samstag, 10. August 2019

[Filmkritik:] The Best of Me - Mein Weg zu dir

"The Best of Me - Mein Weg zu dir"


Darsteller: Michelle Monaghan, James Marsden, Luke Bracey, Liana Liberato, Gerald McRaney
Regisseur(e): Michael Hoffmann
Format: Breitbild
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 - 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Senator Home Entertainment (Vertrieb Universum Film)
Erscheinungstermin: 15. Mai 2015
Produktionsjahr: 2014
Spieldauer: 118 Minuten


Inhaltsangabe:

THE BEST OF ME – MEIN WEG ZU DIR erzählt von Dawson und Amanda, die in der High School ein unzertrennliches Liebespaar waren, bevor sich Amandas Vater ihrem Glück in den Weg stellte. 20 Jahre später bringt der Zufall sie in ihrer alten Heimatstadt wieder zusammen. Das Wiedersehen lässt die Gefühle von damals aufleben, steht aber erneut unter keinem guten Stern. Können Dawson und Amanda jemals gemeinsam glücklich werden …

Meine Meinung:

Titel: Hat die Liebe eine zweite Chance verdient? 

Beim Aufräumen habe ich diesen zauberhaften Film gefunden. Eigentlich gucke ich schon lange keine Liebesfilme mehr, aber wo er einmal da war und es sich um eine Literaturverfilmung handelt, begann ich dann einfach ihn zu schauen.

In der Geschichte geht es um Amanda und Dawson, die als Teenager unsterblich ineinander verliebt waren. Leider brachte ein Zwischenfall sie damals auseinander. Als Dawson nach 20 Jahren wieder heimgekehrt ist, trifft er Amanda erneut und die Gefühle von damals sind wieder da. Empfindet sie genauso und hat die Liebe eine zweite Chance verdient?

Der Film zählt eher zur leichten Kost und ist an einigen Stellen etwas vorhersehbar, aber manchmal braucht es einfach etwas seichtere Unterhaltung.

Mir haben vor allem die Szenen zwischen den beiden Teenagern in den 90ern gefallen, die zum ersten Mal die Liebe für sich entdecken.

Gerade Dawson mit seiner verkorksten Familie hat es alles andere als leicht. An ihm mochte ich seine Unbeholfenheit. An Amanda hingegen mochte ich ihr Selbstbewusstsein und ihren Mut sich zu nehmen, was ihr ihrer Meinung nach zusteht. 

Zudem besticht der Film durch herrrliche Aufnahmen von romantischen Orten wie dem Meer, einem traumhaften Haus mit verwunschenem Garten oder einem Wasserturm, der den Weg zu den Sternen verkürzt.

Auch wenn ich Liebesromane und -filme eigentlich nicht ausstehen kann, so hat mich dieser Film dennoch berühren können.

Was ich besonders an dieser Ausgabe mochte: Es gibt zwei Enden, sprich zum Einen das Original aus dem Kino und zum anderen ein "Wahre Liebe" Ende.

Ich habe den Roman noch nicht gelesen, hätte aber jetzt durchaus Lust darauf.

Fazit: Ein Liebesfilm perfekt für eine Ladys Night. Gute Unterhaltung fürs Herz.

Bewertung: 4/ 5 Sternen
 

Freitag, 9. August 2019

[Filmkritik:] Cloud Atlas

"Cloud Atlas"


Darsteller: Tom Hanks, Keith David, Hugh Grant, Halle Berry, Susan Sarandon
Regisseur(e): Andy Wachowski, Tom Tykwer, Lana Wachowski
Format: Breitbild
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9 - 2.40:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Warner Home Video
Erscheinungstermin: 12. April 2013
Produktionsjahr: 2012
Spieldauer: 172 Minuten


Inhaltsangabe:

1850: Auf einer Schiffsreise freundet sich ein todkranker Notar mit einem blinden Passagier an. 1930er: Ein junger Mann wird Assistent bei einem Komponisten, der seine besten Jahre hinter sich hat. 1970er: Eine Journalistin deckt in San Francisco einen Skandal bei einem Nuklearkonzern auf. Heute: Ein Verleger gerät in ein Altersheim, das sich als siebter Kreis der Hölle entpuppt. Zukunft: In Seoul wird ein Arbeiter-Klon zur Leitfigur einer Revolution gegen das totalitäre System. Nach der Apokalypse: Ein Ziegenhirte wird von einer der letzten Überlebenden der Menschheit mit einer Mission betraut. 

Meine Meinung:

Titel: Volle Konzentration gefordert...

Irgendwie habe ich diesen Film schon ewig, aber noch nie geschaut. Das Buch dazu kenne ich nicht.

In der Geschichte wandeln wir durch die Zeiten von 1850 bis in die sehr ferne Zukunft und begegnen immer wieder ähnlichen Charakteren. Was verbindet die einzelnen Figuren und wie wird die Menschheit einmal enden.

Der Film kommt mit jeder Menge Stars um die Ecke, die wissen wie man schauspielert, denn ich stelle es mir nicht gerade einfach vor mehrere Figuren, die auch noch sehr unterschiedlich sind, in einem Film darzustellen. Ich mochte hier vor allem Tom Hanks und Halle Berry.

Sehr gut gefallen hat mir außerdem die Filmmusik und dass hier sehr viel Liebe zum Detail eingesetzt wurde, da jede Welt für sich sehr authentisch wirkt.

Das große Manko an dem Film ist, dass man wirklich immer hundert Prozent Aufmerksamkeit geben muss, sonst gehen einem die Zusammenhänge flöten. Somit ist ein Filmabend hiermit keine Entspannung, sondern fordert doch einiges von dem Zuschauer. Nachdem ich anfänglich sehr verwirrt war und keine Zusammenhänge erkannte, wird es mit der Zeit immer besser. Und man hat ja weit über zwei Stunden Zeit sich einzugewöhnen.

Ansonsten gibt es in dem Film Spannung, Action und auch lustige Momente, so dass für jeden Zuschauer was dabei ist.

Kritisch sehe ich eigentlich nur, dass in meinen Augen einige Szenen nicht für Zwölfjährige geeignet waren, aber das ist wahrscheinlich Geschmackssache.

Fazit: Mir hat der Film gut gefallen, weshalb ich eine Kaufempfehlung ausspreche. Macht Lust auf das Buch.

Bewertung: 4/ 5 Sternen

Dienstag, 6. August 2019

[Filmkritik:] Astrid

"Astrid"


Darsteller: Magnus Krepper, Trine Dyrholm, Alba August
Regisseur(e): Pernille Fischer Christensen
Format: Breitbild
Sprache: Schwedisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 24. Mai 2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 118 Minuten


Inhaltsangabe:

Bereits in jungen Jahren widerfährt Astrid Lindgren etwas, das sich für sie gleichermaßen als Schicksalsschlag und Wunder herausstellen und ihr Leben für immer verändern wird.
Dieser Abschnitt in Astrids Leben sollte aus ihr eine der inspirierendsten Frauen unserer Zeit sowie eine der angesehensten Geschichtenerzählerinnen der Welt machen. Dies ist die Geschichte, wie eine junge Astrid, entgegen aller Erwartungen ihres Umfelds und ihrer religiösen Erziehung, beschloss, sich von den Normen unserer Gesellschaft zu lösen und ihrem Herzen zu folgen.


Meine Meinung:

Titel: Einblicke in das Leben einer Kinderbuchautorin...

Auf Empfehlung habe ich mir diesen Film angeschaut und ich habe es keine Minute bereut, da die berühmte Kinderbuchautorin hier mal aus einem ganz anderen Blickwinkel gezeigt wird.

Im Film geht es um das Leben der jungen Astrid Lindgren, bevor sie die berühmte Schriftstellerin wird. Natürlich kennt man sie und ihre Geschichten für Kinder, aber über sie als junge Frau wusste ich bisher eher wenig.

Der Film gibt sehr berührend die Kindheit und Jugend von Astrid in Schweden wieder. Ich fand vor allem interessant mit welchen gesellschaftlichen Konventionen sie zu kämpfen hatte.

Am meisten berührt hat mich die verheimlichte Schwangerschaft, die Geburt von Lasse und wie sie ihn für längere Zeit einer Pflegemutter übergeben muss. Da konnte ich dann auch nicht mehr an mich halten und habe Rotz und Wasser geheult. Wirklich sehr bewegend und gemein, was junge Frauen damals so ertragen mussten.

Die Besetzung der Astrid durch Alba August hat mir gut gefallen, da doch eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden ist. Zudem mochte ich ihre teilweise recht ernste Ausdrucksweise und Mimik.

Ich kann nur bestätigen, dass der Film "Prädikat wertvoll" verdient hat, weil man sowohl emotional berührt wird als auch über die berühmteste Kinderbuchautorin der Welt Neues erfährt.

Fazit: Auch wenn die Thematik recht ernst ist, so war der Film ungemein unterhaltsam und hat ein realistisches Bild der damaligen Zeit abgegeben. Ich spreche eine klare Kauf- und Schauempfehlung aus. Klasse!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

Sonntag, 4. August 2019

[Filmkritik:] Der Trafikant

[Filmkritik:] Der Trafikant


Darsteller: Rainer Wösse, Michael Fritz, Karoline Eichhorn, Regina Fritsch, Emma Drogunova
Regisseur(e): Nicolaus Leytner
Format: Breitbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 2.40:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Tobis
Erscheinungstermin: 12. April 2019
Produktionsjahr: 2018
Spieldauer: 109 Minuten


Inhaltsangabe:

Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel (Simon Morzé) verlässt sein Heimatdorf am Attersee, um beim Wiener Trafikanten Otto Trsnjek (Johannes Krisch) in die Lehre zu gehen. Zu den Stammkunden des kleinen Tabakladens zählt auch der bereits von fortschreitendem Alter und Krankheit gezeichnete Sigmund Freud (Bruno Ganz), von dem Franz auf Anhieb fasziniert ist. Als der Junge sich unglücklich in die schöne Varietétänzerin Anezka (Emma Drogunova) verliebt, sucht er Rat bei Freud, muss aber feststellen, dass dem weltbekannten Psychoanalytiker das weibliche Geschlecht ein mindestens ebenso großes Rätsel ist. Franz ist dennoch fest entschlossen, um seine Liebe zu kämpfen, wird aber in den Strudel der politischen Ereignisse gezogen, als Hitlers Truppen das Kommando übernehmen...

Meine Meinung:

Titel: Kann dem Roman nicht das Wasser reichen...

Ich habe mit großer Begeisterung den Roman gelesen und war nun sehr gespannt auf den Film, der mit "Prädikat wertvoll" beworben wird.

In der Geschichte geht es um Franz, der nach Wien geht, um dort eine Lehre als Trafikant zu machen. Hier entdeckt er nicht nur die große Stadt für sich, sondern erfährt was Liebe ist und lernt Sigmund Freud kennen. Wird der Junge sein Glück finden?

Ich muss gestehen, dass ich sehr große Erwartungen an den Film hatte, die leider nur bedingt erfüllt wurden.

Zunächst einmal hatte ich enorme Schwierigkeiten den Dialekt zu verstehen. Ich brauchte bestimmt 30 Minuten eh ich mich darauf eingestellt hatte.

Positiv überrascht hat mich, dass viele zauberhafte Sätze aus dem Buch auch den Weg in den Film gefunden haben.

Schade fand ich, dass die Treffen zwischen Franz und dem berühmten Psychologen immer nur sehr kurz wiedergegeben wurden und so gar nicht die Tiefe der Gespräche und dieser Freundschaft im Besonderen erkennbar war.

Die Szenen zwischen Franz und Anezka habe ich als sehr passend empfunden. Mir hat gut gefallen, dass man die Liebesthematik nicht zu sehr ins Kitschige gezogen hat. Genauso wie die Besetzung Anezkas durch Emma Drogunova.

Ansonsten fand ich bis auf Bruno Ganz als Sigmund Freud alle anderen Darsteller etwas fad. Keinem bin ich so wirklich nahe gewesen. Vor allem Franz, mit dem ich im Buch regelrecht mitgefiebert habe, blieb mir hier fremd.

Fazit: Eine recht solide Umsetzung des Bestsellers, die ganz gut unterhält, aber nicht komplett überzeugt. In meinen Augen sollte man lieber das Buch lesen.

Bewertung: 3/ 5 Sternen

Mittwoch, 31. Juli 2019

Rezension Robert Seethaler

"Der Trafikant" von Robert Seethaler


Taschenbuch: 249 Seiten
Verlag: Kein & Aber; Auflage: 34. (1. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783036959092
ISBN-13: 978-3036959092
ASIN: 3036959092


Inhaltsangabe:

Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik - einem kleinen Tabak- und Zeitungsgeschäft - sein Glück zu suchen. Dort begegnet er eines Tages dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von ihm. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Männern. Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf in die Varietétänzerin Anezka verliebt, sucht er bei dem alten Professor Rat. Dabei stellt sich jedoch schnell heraus, dass dem weltbekannten Psychoanalytiker das weibliche Geschlecht ein mindestens ebenso großes Rätsel ist wie Franz. Ohnmächtig fühlen sich beide auch angesichts der sich dramatisch zuspitzenden politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse. Und schon bald werden Franz, Freud und Anezka jäh vom Strudel der Ereignisse mitgerissen.

Autoreninfo:

Robert Seethaler, 1966 in Wien geboren, wurde 2007 für seinen Roman "Die Biene und der Kurt" mit dem Debütpreis des Buddenbrookhauses ausgezeichnet. Er erhielt zahlreiche Stipendien, darunter das Alfred-Döblin Stipendium der Akademie der Künste. Der Film nach seinem Drehbuch "Die zweite Frau" wurde mehrfach ausgezeichnet und lief auf verschiedenen internationalen Filmfestivals. 2008 erschien sein zweiter Roman "Die weiteren Aussichten". "Jetzt wirds ernst" wurde 2010 veröffentlicht, darauf folgte 2012 der Bestseller "Der Trafikant". Robert Seethaler lebt und schreibt in Wien und Berlin. 

Meine Meinung:

Titel: Sprachgewaltig und berührend zugleich...

Ich habe sehr viel Gutes über den Film gehört, wollte aber zuerst das Buch lesen und so begann ich mit der Lektüre.

In der Geschichte geht es um den jungen Franz, der nach Wien zieht, um Lehrling in einer Trafik zu werden. Schnell gewöhnt er sich an das Leben in der Stadt. Doch dann erlebt er zwei Begegnungen, die sein Leben für immer verändern: er begegnet Sigmund Freud und der Liebe in Form einer hübschen Böhmin. Wie wird er mit seinen neuen Erkenntnissen umgehen?

Zunächst einmal muss ich den tollen Schreibstil des Autos loben. Er verwendet so gekonnt sprachliche Bilder, dass es einem leicht fällt sich alles vorzustellen und man regelrecht beschwingt die Seiten liest. Für mich schon allein aufgrund der Wortwahl ein Genuss.

Franz als Figur hat mir immens gefallen. Man spürt seine Jugendlichkeit auf jeder Seite, denn er möchte was erleben und dafür geht er gern auch Risiken ein. Ich mochte, dass er seine Heimat vermisst auch wenn es ihm in der neuen Umgebung gut geht. Seine Entdeckung der Liebe hat mich an meine Jugend erinnert, was ich sehr mochte.

Die Briefe zwischen Mutter und Sohn fand ich einfach nur schön, weil es so etwas heute schlichtweg nicht mehr gibt, was echt schade ist.

Zudem fand ich, dass es Seethaler sehr gut gelungen ist die damalige Zeit darzustellen, die unterschwellige Feinseligkeit und wie sich die Lage für manche Menschen immer mehr zuspitzt.

Die Treffen mit Freud habe ich als sehr realistisch empfunden, schließlich hat er ja wirklich dort gewohnt und warum sollte er nicht auch mal einem jungen Burschen einen guten Rat geben?

Fazit: Ein toller Roman, der mich sehr gut unterhalten und zudem im Inneren berührt hat. Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus und jetzt freue ich mich erst Recht auf den Film.

Bewertung: 5/ 5 Sternen

Sonntag, 28. Juli 2019

Rezension Ann Kidd Taylor

"Shark Club - Eine Liebe so ewig wie das Meer" von Ann Kidd Taylor


Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Penguin Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (10. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 332810237X
ISBN-13: 978-3328102373
Originaltitel: The Shark Club


Inhaltsangabe:

An einem Sommermorgen erlebt die zwölfjährige Maeve an einem Strand in Florida zwei Dinge, die ihr Leben für immer verändern: Sie küsst Daniel, ihre erste große Liebe. Und sie wird von einem Hai gebissen. Achtzehn Jahre später reist Maeve als Meeresbiologin um die Welt und erforscht das Verhalten von Haien. Doch an ihrem dreißigsten Geburtstag kehrt sie zurück in das Hotel ihrer Großmutter, in dem sie aufwuchs. Und an den Strand, den sie noch immer mit Daniel verbindet. Als sie dort einem kleinen Mädchen begegnet, wird ihr klar, dass sie nicht ewig fliehen kann. Vor ihrer Vergangenheit, vor der Liebe – und vor dem Mann, der ihr Herz brach.

Autoreninfo:

Ann Kidd Taylor lebt mit ihrer Familie in Florida. Gemeinsam mit ihrer Mutter, der Bestsellerautorin Sue Monk Kidd, veröffentlichte sie bereits einen Reisebericht. Ihre Leidenschaft für Geschichten, ihre Heimat Florida und das Meer führten dazu, dass sie sich mit SHARK CLUB einen großen Wunsch erfüllte: ihren ersten Roman zu schreiben. Die Presse in den USA war begeistert, und für viele Leserinnen wurde es der Lieblingsroman des Sommers. 

Meine Meinung:

Titel: Schöne Sommerlektüre...

Der Klappentext zum Buch hatte mich so sehr angesprochen, dass ich unbedingt mehr wissen wollte. Und so begann ich mit der Lektüre und erhielt eine zauberhaft leichte Sommergeschichte.

Im Roman geht es um Maeve, die sich mit 12 Jahren nicht nur verliebte, sondern auch zeitgleich von einem Hai gebissen wurde. Als sie mit 30 in ihre Heimat zurückkehrt, trifft sie auf ihre alte Liebe. Hat diese immer noch Bestand nach all den Jahren?

Ich bin ja kein sonderlicher Fan von kitschigen Liebesromanen, aber da muss man hier keine Angst haben, denn Kitsch oder unrealistische, überzogene Vorstellungen von Liebe gibt es hier nicht. Zum Glück.

Maeve als Figur hat mir gut gefallen, da sie eine taffe Frau ist, die ihren Weg geht auch wenn das Schicksal es nicht immer gut mit ihr gemeint hat. Ich mochte sehr, dass sie ein tolles Verhältnis zu ihrer Familie hat und dass sie sehr hilfsbereit ist. Etwas unnormal empfand ich ihre enorme Leidenschaft für Haie. Ich konnte ihre Arbeit und alles verstehen, aber das jeder Winkel ihres Zimmers mit Haien dekoriert ist und sich ihr ganzes Leben um Haie dreht, das war schon sehr viel.

Richtig süß war Hazel. Also ich wäre auch an Maeves Stelle komplett schwach geworden bei so einem zauberhaften Kind. Mir hat gefallen, dass Hazel offen allem Neuen gegenüber ist.

Daniel mochte ich ehrlich gesagt nicht sonderlich. Mir war seine dominante Art einfach zu viel. Man kann wohl kaum erwarten, dass sich der Partner für einen völlig aufgibt. Jeder muss immer noch eine eigenständige Person sein dürfen. Zudem war er mir zu Besitz ergreifend.

Klasse fand ich, dass der Roman anders endet als man es erwarten würde. Gerade das hat Maeve sehr authentisch und die Handlung realistisch wirken lassen.

Auch gut fand ich, dass man viel über Meeresbewohner und ihre Eigenheiten erfährt.

Fazit: Für mich ein schöner, leichter Sommerroman, der perfekt für den Urlaub oder einen Schwimmbadbesuch ist. Gelungen!

Bewertung: 4/ 5 Sternen

Mittwoch, 24. Juli 2019

Rezension Stina Jackson

"Dunkelsommer" von Stina Jackson


Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (22. Juli 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442205786
ISBN-13: 978-3442205783


Inhaltsangabe:

Drei Jahre ist es her, dass Lelles Tochter in einem abgelegenen Teil Nordschwedens spurlos verschwand. Seither fährt er jeden Sommer im düsteren Licht der Mitternachtssonne die Straße ab, an der Lina zuletzt gesehen wurde. Nacht für Nacht sucht er verzweifelt nach seiner Tochter, nach sich selbst und nach Erlösung. Dann kommt eines Tages die siebzehnjährige Meja in der Hoffnung auf einen Neuanfang in Norrland an. Doch als sich die Dunkelheit des aufkommenden Herbstes über das Land legt, verschwindet ein weiteres Mädchen. Und Lelles und Mejas Leben werden durch dramatische Ereignisse miteinander verbunden, die sie nie wieder loslassen werden.

Autoreninfo:

Stina Jackson stammt aus Skellefteå in Nordschweden. Vor mehr als einem Jahrzehnt zog sie nach Denver, Colorado. Hier schrieb sie auch ihren Debütroman "Dunkelsommer", mit dem sie sich sofort als aufstrebender neuer Stern am Himmel der nordischen Spannung etablierte. 

Meine Meinung:

Titel: Gib die Hoffnung nie auf!

Nachdem mein letztes Buch, welches ich gelesen habe, nicht so der Knaller war, hoffte ich hier auf ganz viel Spannung. Und ja ich habe sie bekommen und meine Erwartungen wurden gänzlich übertroffen.

In der Geschichte geht es um Lelle, dessen Tochter Lina seit drei Jahren spurlos verschwunden ist. Seine Ehe zerbrach daran und er kann sein Kind einfach nicht vergessen. Er sucht sie jeden Tag seitdem sie verschwunden ist. Wird er sie irgendwann finden?

Das Besondere an dem Buch ist, dass wir die Geschichte aus zwei Perspektiven kennenlernen. Zum einen begleiten wir Lelle auf der verzweifelten Suche nach seiner Tochter, zum anderen erleben wir das kuriose Leben der jungen Meja, die gerade erst in die Gegend gezogen ist, in der Lelle wohnt. Durch die Szenenwechsel entsteht nochmal mehr Spannung, da meist eine Szene unterbrochen wird, wenn es gerade richtig interessant wird.

Auch wenn Lelle als ziemlich abgerissen und verbraucht beschrieben wird, so fühlt man ihm sich bereits nach wenigen Seiten sehr nahe. Sein Schicksal ist hart, denn niemand sollte Sorge haben müssen, dass sein Kind verschwunden ist. Ich mochte seine Art und wie er daran glaubt das Rätsel lösen zu können.

Ähnlich gebeutelt vom Schicksal ist Meja, deren alkoholkranke Mutter immer nur von einem Ort zum anderen tingelt. Meja will endlich mal ein normales Leben leben wie andere auch. Meja hat mehr als nur typische Teenagerprobleme. Auch sie muss man einfach gern haben.

Das Setting in Nordschweden mit Wäldern, reichlich Dunkelheit und Abgeschiedenheit sorgte bei mir für das nötige Gänsehautfeeling. Es handelt sich hier um einen Spannungsroman, der alles hat was gute Unterhaltung braucht: sympathische Figuren, interessante Handlung und eine geniale Auflösung.

Ich hatte ja schon fast nicht mehr damit gerechnet, dass es eine Auflösung geben wird. Bis zuletzt tappte ich im Dunkeln. Das Ende war enorm schlüssig und absolut realistisch. Ich glaube die letzten dreißig Seiten habe ich mit offenem Mund und Lauten des Erstaunens gelesen. Das Ende hat mir richtig gut gefallen, gern lese ich zukünftige Bücher der Autorin. Ich habe zu keiner Zeit gespürt, dass es sich hier um ein Debüt handelt.

Fazit: Klasse Unterhaltung, die für Gänsehautmomente sorgt. Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus. Spitze!

Bewertung: 5/ 5 Sternen 

Montag, 22. Juli 2019

Rezension Yrsa Sigurdardóttir

"R.I.P." von Yrsa Sigurdardóttir


Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: btb Verlag (24. Juni 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442756650
ISBN-13: 978-3442756650


Inhaltsangabe:

Er mordet kalt und brutal: Zwei Jugendliche sind seine Opfer. Über Social Media müssen Freunde deren letzte qualvolle Minuten mitansehen. Und dieser Mörder ist noch nicht fertig: Ein weiterer Junge wird vermisst. Was verbindet die Jugendlichen? Wer glaubt, sie verdienten den Tod? Und kann der Junge noch gerettet werden?

Autoreninfo:

Yrsa Sigurdardóttir, geboren 1963, ist eine vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin, deren Spannungsromane in über 30 Ländern erscheinen. Sie zählt zu den "besten Kriminalautoren der Welt" (Times Literary Supplement). Sigurdardóttir lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Reykjavík. Sie debütierte 2005 mit "Das letzte Ritual", einer Folge von Kriminalromanen um die Rechtsanwältin Dóra Gudmundsdóttir. DNA ist Start einer neuen Serie um die Psychologin Freyja und Kommissar Huldar von der Kripo Reykjavik. 

Meine Meinung:

Titel: Langweiliger Krimi statt spannender Thriller...

Mir wurde schon des Öfteren Positives über die Bücher von Yrsa Sigurdardóttir berichtet, daher wollte ich jetzt auch endlich mal was von ihr lesen. Ich habe es leider bereut.

Stella, der Liebling in der Schule, wird im Kino überfallen und verschleppt. Sie soll sich entschuldigen, weiß aber gar nicht wofür. Über Social Media wird ihre Entschuldigung in die Welt verbreitet. Wird sie dieses Martyrium überleben?

Ich gestehe gleich vorweg, dass es mein erstes Buch der Autorin ist und das ich kein weiteres aus der Reihe kenne, aber ich glaube, dass das für das Verstehen der Geschichte nicht unbedingt wichtig ist.

Ich hatte mich auf einen sehr spannenden und hoffentlich blutrünstigen Thriller gefreut, bekam aber leider einen langweiligen Krimi. Die ersten dreihundert Seiten passiert leider echt nicht wirklich viel. Am meisten hat mich gestört, dass es mehr um das Privatleben der unsympatischen Ermittler geht als um den eigentlichen Fall. Viel Ermittlerarbeit erlebt man nicht. 

Bis auf Psychologin Freyja mochte ich gar keine der Figuren. Gerade die Polizisten wie Huldar und seine Kollegen blieben mir fremd. Nie hatte ich das Gefühl, dass die Autorin einen als Leser richtig nah an die Figuren heranlässt. Auch identifizieren konnte ich mich mit niemanden.

Freyja war mir jetzt auch nicht übermäßig sympathisch, aber sie schien noch recht normale Probleme zu haben wie die Suche nach einem passenden Partner und ihre Erfahrungen. Zum Thema Mobbing hätte ich gern mehr erfahren, was ihr denn als Jugendliche passiert ist. Die dauernden Andeutungen ohne etwas preis zu geben, fand ich ermüdend.

Die einzig spannenden Momente sind wirklich als der Täter auf die Opfer los geht, aber das war meist nur ein bis zwei Seiten lang und daher viel zu kurz.

Auf den letzten hundert Seiten wird dann aufgelöst wer hinter all dem steckt. Ich fand die Auflösung leider zu unrealistisch und an den Haaren herbeigezogen. Auch konnte man vieles bereits erahnen. War es anfänglich gähnend langweilig, war es zum Ende hin einfach zu viel und zu übertrieben.

Ansonsten hat mich noch gestört, dass einiges dauernd wiederholt wird. Ich hatte bereits beim ersten Mal verstanden, dass sie den Psychologen für Mobbing aus dem Studium kennt.

Das einzig Gute an dem Buch war, dass es um Mobbing geht. In meinen Augen ist das noch zu sehr ein Tabuthema und kaum wird Opfern davon geholfen. 

Fazit: Mein erstes und auch letztes Buch der Autorin. Ich kann keine Leseempfehlung aussprechen und war froh als es vorbei war.

Bewertung: 2/ 5 Sternen

Freitag, 19. Juli 2019

Rezension Cornelia Funke

"Das Labyrinth des Fauns" von Cornelia Funke und Guillermo del Toro


Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1. (2. Juli 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3737356661
ISBN-13: 978-3737356664
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren


Inhaltsangabe:

Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte vor ihrem unbarmherzigen Stiefvater: ein Königreich voller verzauberter Orte und magischer Wesen. Ein geheimnisvoller Faun stellt dem Mädchen drei Aufgaben. Besteht sie diese, ist sie die lang gesuchte Prinzessin des Reiches. Immer tiefer wird Ofelia in eine phantastische Welt hineingezogen, die wundervoll ist und grausam zugleich. Kann Unschuld über das Böse siegen? 

Autoreninfo:

Cornelia Funke zählt zu den international erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. In ihrem Schreibzimmer hing jahrelang das Filmposter von "Pans Labyrinth" des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro an der Wand. Del Toro wusste, wie sehr Cornelia Funke seine Filme liebt, seit sie ihm eine spanische Ausgabe der "Tintenwelt" für seine Kinder zukommen ließ. Als er sie schließlich bat, eine Romanfassung von "Pans Labyrinth" zu schreiben, hielt sie das für ein unmögliches Unterfangen: "Aber zu unmöglichen Aufgaben kann man nicht nein sagen!", so die Autorin, "das wissen wir schließlich aus den Märchen. Die Aufgabe wurde eins meiner aufregendsten kreativen Abenteuer." Cornelia Funke wurde für ihre Bücher mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sie lebt in Malibu, Kalifornien.

Guillermo del Toro ist Filmregisseur, Drehbuchautor, Produzent und Romanautor und erhielt für sein Schaffen unzählige Preise. Mit Werken wie "Pans Labyrinth" zählt er zu den bekanntesten und erfolgreichsten Regisseuren der Welt. 


Meine Meinung:

Titel: Märchen mit ganz viel Gänsehautpotenzial... 

Da "Pans Labyrinth" zu meinen Lieblingsfilmen zählt und ich die Reckless- Reihe der Autorin sehr gern gelesen habe, musste ich dieses Buch unbedingt lesen und ich wurde sehr belohnt.

In der Geschichte geht es um Ofelia, die mit ihrer Mutter zu ihrem grausamen Stiefvater in einen finsteren Wald in eine Mühle zieht. Der neue Mann an der Seite ihrer Mutter ist an Grausamkeit kaum zu überbieten. Als ein Faun in Ofelias Leben tritt, bekommt sie wieder Hoffnung. Wird sie die gestellten Aufgaben erfüllen können?

Zunächst einmal kann ich Eltern nur raten sich an die Altersvorgabe ab 14 Jahren zu halten, denn der Jugendroman ist doch mächtig gruselig gehalten. Gänsehaut ist hier garantiert, aber ich könnte mir vorstellen, dass das für Kinder unter 14 Jahren zu gruselig werden könnte.

Bereits die ersten Worte des Buches sind märchengleich und haben mich direkt in den Bann gezogen. Ich konnte es mir nicht verkneifen immer mal wieder laut zu lesen, weil es mich wirklich an meine Kindheit erinnert hat, die mit Märchen zum Schlafengehen gefüllt war.

Das Buch wird nicht nur durch ein wunderschönes Cover geziert, sondern innen trifft man auf zahlreiche bildhübsche Zeichnungen zur Geschichte, die die Fantasie nur noch zusätzlich anheizen.

Die Handlung ist so gegliedert, dass wir als Leser zum einen Ofelia zur Zeit des zweiten Weltkrieges in Spanien begleiten und zum anderen lesen wir Märchen und Sagen, die eng mit der eigentlichen Geschichte verwoben sind.

Die vom Faun gestellten Aufgaben empfand ich als sehr spannend und aufregend. Ich hätte mich nicht getraut eine Tür ins Ungewisse zu zeichnen.

Mir hat Ofelia als Figur gut gefallen, denn trotz der Umstände gibt sie nicht auf. Ich stelle es mir schon schwer vor, wenn man einen Elternteil verliert, aber dann mit einem so fiesen Stiefvater wie Vidal gestraft zu sein, das hat es in sich.

Vidal ist wirklich einer der bösesten Charaktere, die mir je in meiner Lesehistorie untergekommen ist. Seine Taten haben sich nur schwer lesen lassen. Auch wenn es hart klingt, so habe ich sein Schicksal zum Ende hin doch sehr genossen.

Die Magd Mercedes mochte ich sehr gern, weil sie sich liebevoll um Ofelia kümmert, während es die eigene Mutter nicht so recht konnte. Sie war für mich ein Bildnis der starken Frau, die viel zu sehr unterschätzt wird. Solche tollen Frauenfiguren sollte es weit häufiger in der Literatur geben.

Ich habe mich beim Lesen des Buches einfach nur wohl gefühlt und alles um mich herum vergessen können. Für mich eine gelungene Umsetzung des Filmstoffs.

Fazit: Wer Märchen mag, der wird dieses Buch lieben. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Ein Must- Read 2019!

Bewertung: 5/ 5 Sternen