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Samstag, 31. März 2018

Rezension Catharina Junk

"Bis zum Himmel und zurück" von Catharina Junk


Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Kindler; Auflage: 1 (13. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463406942
ISBN-13: 978-3463406947


Inhaltsangabe:

Drama, Crime und Love-Stories. Als Drehbuchautorin kann Katja unzählige Leben leben, ohne selbst große Gefühle zu riskieren. Perfekt also. Okay, manchmal kommt Ratko vorbei, aber Liebe ist das eigentlich nicht. Doch als Katja eine Familienserie entwickeln soll, klappt es mit dem Schreiben plötzlich nicht mehr. Ihre eigene Familie ist nämlich ein Trümmerhaufen. Als sich dann ihre Mutter mit einer erschütternden Neuigkeit meldet, wie aus dem Nichts eine Halbschwester auftaucht und Katja ständig an Joost denken muss, kann sie sich nicht länger vor ihrer eigenen Geschichte verkriechen. Die muss nämlich dringend neu geschrieben werden…

Autoreninfo:

Catharina Junk, in Bremen geboren, studierte Deutsche Sprache und Literatur, Psychologie und Volkskunde an der Universität Hamburg. Sie arbeitete mehrere Jahre als Redakteurin für Fernsehserien und Reihen beim NDR und ist seit 2008 selbständige Drehbuchautorin für Film und Fernsehen. "Liebe wird aus Mut gemacht" (als Hardcover unter dem Titel "Auf Null" erschienen) ist ihr erster Roman. 2014 erhielt Catharina Junk für eine frühe Fassung von "Auf Null / Liebe wird aus Mut gemacht" den Hamburger Literaturförderpreis. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hamburg. 

Meine Meinung:

Titel: Kopf in den Wolken oder wie das Leben einem passiert...

Auf den Roman bin ich durch eine Freundin aufmerksam geworden, denn eigentlich entspricht er nicht meinem Beuteschema bei Büchern.

In der Geschichte geht es um Katja, deren Leben nicht besonders spannend ist, aber irgendwie läuft, schließlich kann sie sich als Drehbuchautorin ja schönere Leben als ihr eigenes ausdenken. Doch eines Tages ruft ihre Mutter, mit der sie seit Jahren keinen Kontakt hat, an und sie erfährt, dass ihr Vater im Koma liegt. Seit 15 Jahren hat sie ihn nicht mehr gesehen und die Vergangenheit holt sie ein. Kannn sie den Schmerz von damals überwinden?

Katja führt uns als Ich- Erzählerin durch die Ereignisse. Diese Perspektivwahl führt dazu, dass wir als Leser sehr nah dran sind an ihr als Figur. Jeden Gedanken und jedes Gefühl bekommen wir ungeschönt mit. Die Handlung spielt zum Einen in der Gegenwart und zum Anderen erleben wir Katja als Kind und Jugendliche.

Am Anfang war ich etwas überfordert mit der Geschichte, denn Katja hat einen ganzen Karren voller Probleme, wovon eins allein bereits ausreichen würde, um den ein oder anderen Leser aus der Bahn zu werfen. In die Handlung ist so viel Elend, Ungerechtigkeit und Schicksal eingestreut, dass man kaum glauben kann wie ein Mensch allein das aushalten kann, aber niemand sucht sich sein Leben aus und manchmal ist es eben genauso voll gepackt und schlimm wie hier geschildert.

Die dargestellten Probleme, insbesondere das Thema Trauer sind sowohl ernst als auch lustig beleuchtet. Stets liest man mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Ins Detail kann ich leider nicht gehen, denn sonst würde ich zu viel von der Handlung verraten. Eins sei nur gesagt: Man sollte beim Lesen in einer gefestigten Gefühlslage sein und nicht emotional am Boden, denn sonst würde einen die Handlung komplett runterziehen.

Katja als Figur ist teilweise anstrengend, ein ums andere Mal möchte man sie gerne schütteln, denn sie steht ihrem Glück selbst im Weg. Aber je besser man sie kennenlernt, desto mehr ist klar warum sie so unsicher und ohne Selbstvertrauen ist, denn wer steckt solch einen Verlust schon so einfach weg? Zum Schluss mochte ich sogar ihre durchgeknallte Art, gerade wie sie alles im Leben immer mit einer Filmszene vergleicht.

Die anderen Protagonisten sind ebenfalls nicht vom Schicksal verschont geblieben. Egal ob Katjas Eltern, Joost, Susanne oder ihre Transgenderfreundin Alexa, jeder hat mit seinen Verlusten zu kämpfen.

Mir hat gut gefallen, dass das Ende offen gehalten ist mit einem Funken Hoffnung und nicht im Kitsch endet. So kann sich jeder die Handlung nach seinem Geschmack zu Ende spinnen.

Fazit: Eine tieftraurige Geschichte, die bewegt und zum Nachdenken anregt. Vielleicht sollte man nicht alles im Leben so todernst sehen. Gute Unterhaltung garantiert!

Bewertung: 4/ 5 Sternen

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Freitag, 30. März 2018

Rezension Erin Beaty

"Vertrauen und Verrat (Kampf um Demora Band 1)" von Erin Beaty



Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Carlsen; Auflage: 1. Aufl. (21. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551583838
ISBN-13: 978-3551583833
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: The Traitor's Kiss


Inhaltsangabe:

Mit einem Mann verheiratet zu werden, den sie noch nie getroffen hat: für Sage der absolute Albtraum, doch Tradition im Reich Demora. Um dem zu entgehen, beginnt Sage eine Lehre bei einer Kupplerin und begleitet zehn junge Damen aus adeligen Familien zum großen Verkupplungsball. Ihre Aufgabe ist es, die Bräute und die Soldaten, die auf der Reise für ihre Sicherheit sorgen, zu bespitzeln. Denn im Reich braut sich ein Krieg zusammen. Schon bald findet Sage sich zwischen den Fronten wieder. Und sie, die nie heiraten wollte, stolpert geradewegs auf eine große Liebe zu. Doch wem kann sie wirklich trauen?

Autoreninfo:

Erin Beaty hat Raumfahrttechnik und Deutsch studiert und für die US-Marine gearbeitet, bevor sie sich ganz ihrer Familie und dem Schreiben widmete. Es verblüfft sie immer wieder, dass Menschen die Geschichten, die ihrer Fantasie entspringen, tatsächlich lesen wollen. Mit ihrem Mann, ihren fünf Kindern und zwei Katzen hat sie schon an vielen unterschiedlichen Orten gelebt. 

Meine Meinung:

Titel: Eine Liebe in schwierigen Zeiten...

Der Klappentext mit der Verkuppelei und dem angekündigten tollen Ball hatte mich so neugierig auf die Geschichte werden lassen, dass ich gebannt mit dem Lesen begann.

In der Geschichte geht es um Sage Fowler, die Vollwaise ist und deren Onkel sie am liebsten verkuppelt sehen will. Doch Sage will gar nicht heiraten, schon gar nicht jemanden, den sie nicht kennt. Als sie in die Lehre der Kupplerin geht, erlebt sie Dinge, die ihr komplettes Leben über den Haufen werfen. Wird sie ihr Glück finden?

Wer als Leser eine Art Dystopie erwartet, der wird enttäuscht sein, denn nach meinem Empfinden handelt es sich eher um einen Liebesroman, der eben in einer anderen Welt als der unseren spielt.

Die Autorin hat einen sehr angenehmen, schnörkellosen Schreibstil, der sich leicht und flüssig lesen lässt. Das erste Drittel des Romans war so spannend, dass ich kaum mit dem Lesen aufhören konnte, doch mit der Zeit nahm meine Begeisterung immer mehr ab, da schnell klar wird, dass es mehr um Krieg und die Rolle von Sage geht als um den im Klappentext beschriebenen Ball oder die Bräute, die vermittelt werden sollen. Dies nimmt in der Handlung eigentlich keinen Raum ein.

Sage als Charakter gefiel mir anfänglich sehr gut, einfach weil sie so anders ist als andere Mädchen in ihrem Alter. Leider übertreibt Frau Beaty mit den Fähigkeiten ihrer Protagonistin. Es gibt nichts, was Sage nicht kann und sie bewegt sich schlauer und gewitzter als jeder der lang erfahrenen Soldaten. Daher erschien mir Sage mit der Zeit immer mehr als unrealistisch, denn wer kann schon so viel wie sie?

Hauptmann Quinn wird erst im letzten Drittel des Buches so richtig ins Licht gerückt. Ich mochte ihn recht gern, da er klar seine Ziele verfolgt und vor nichts zurückschreckt, um das zu erreichen was er möchte. Mir gefiel wie er sich Sage gegenüber verhalten hat, sehr ehrenhaft und anständig. Außerdem war er auch seinem kleinen Bruder Charlie gegenüber sehr liebe- und verständnisvoll.

Das Hauptaugenmerk der Autorin liegt auf dem Krieg, der in Demora herrscht, so dass Kampfszenen den meisten Raum in der Handlung einnehmen, was ich nie erwartet hatte und wenn ich es vorher gewusst hätte, nicht hätte lesen wollen. Und ansonsten spielt die eingestreute Liebesgeschichte eine sehr große Rolle.

Das Geheimnis, welches um Ash Carter gelüftet wird, hat mich sehr überrascht, denn damit hatte ich absolut nicht gerechnet.

Das Ende war mir persönlich viel zu kitschig. Ich frage mich ernsthaft, was Erin Beaty in den anderen beiden Büchern erzählen will, denn eigentlich ist für mich alles geklärt. Einen weiteren Band würde ich aus heutiger Sicht eher nicht lesen wollen.

Fazit: Arg schade, dass man nicht annähernd das bekommt, was einem die Inhaltsangabe verspricht. Wer auf ganz viel Liebe und Kriegshandlungen steht, der wird dieses Buch mögen, alle anderen werden eher enttäuscht sein, so wie ich es bin.

Bewertung: knappe 3/ 5 Sternen

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Sonntag, 25. März 2018

Rezension Marc Raabe

"Schlüssel 17" von Marc Raabe


Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (9. Februar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548289134
ISBN-13: 978-3548289137


Inhaltsangabe:

In der Kuppel des Berliner Doms hängt eine grausam zugerichtete Tote mit schwarzen Flügeln: Es ist die prominente Dompfarrerin Dr. Brigitte Riss. Um den Hals trägt sie einen Schlüssel. In den Griff ist die Zahl 17 geritzt. Tom Babylon vom LKA will diesen Fall um jeden Preis. Denn mit diesem Schlüssel verschwand vor vielen Jahren seine kleine Schwester Viola. Doch Tom bekommt eine unliebsame Partnerin für die Ermittlungen. Die Psychologin Sita Johanns fragt sich schon bald, wer in diesem Fall mehr zu verbergen hat: Tom oder der Mörder, der sie beide erbarmungslos vor sich hertreibt.

Autoreninfo:

Marc Raabe wurde 1968 in Köln geboren. Mit 15 Jahren entdeckte er seine Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen und begann mit einem Freund Filme zu drehen. Zusätzlich studierte er Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften sowie Germanistik, beendete jedoch das Studium vorzeitig, um sich ganz seiner Firma zu widmen. Heute ist er Gesellschafter und Geschäftsführer einer Fernsehproduktion und lebt mit seiner Familie in Köln.

Meine Meinung:

Titel: Wer weiß, was im Sommer 1998 geschah?

Der Titel wurde mir empfohlen und da mir bereits das Debüt von Marc Raabe gut gefallen hatte, begann ich mit dem Lesen und konnte dann einfach nicht mehr aufhören.

In der Geschichte geht es um den Polizisten Tom Babylon, der einen aktuellen Fall bearbeitet, der ihn in seine Jugend zurückversetzt. Die übel zugerichtete Leiche der Dompfarrerin hat einen Schlüssel um den Hals hängen, den er kennt. Mit diesem verschwand einst seine Schwester Viola vor 19 Jahren. Was hat sie mit all dem zu tun? Könnte sie noch leben?

Marc Raabe erzählt seine Geschichte über zwei Zeitebenen. Zum Einen bewegen wir uns im Jahr 2017, sprich in der Gegenwart bei seinem derzeitigen Fall als Polizist. Zum Anderen begleiten wir Tom als Teenager im Jahr 1998, in dem er eine Entdeckung zusammen mit seiner Clique macht, die ihr Leben schlagartig verändert.

Richtig klasse fand ich, dass die Beelitz Heilstätten eine Rolle spielten, denn darüber habe ich erst kürzlich eine Dokumentation gesehen und fand das Gelände dort immens spannend. Ideales Setting für einen Thriller.

Tom Babylon als Hauptchakater ist schon so eine Type. Seine Jobwahl kann jeder verstehen, denn als Jugendlicher hat er einiges durchleben müssen. Er ist jemand mit Ecken und Kanten und fast hat man etwas Mitleid mit ihm, dass er kaum Zeit für ein normales Leben mit Partnerin und Familie hat. Bedrückend fand ich seine "Selbstgespräche", weil man hier besonders spürt, wie er unter seinen Verlusten leidet.

Sita Johanns fand ich einfach nur unglaublich, was für eine taffe und mutige Frau. Richtig mitgefiebert habe ich als sie sich gezwungenermaßen ihrer Angst vor Dunkelheit stellen musste. Ich hoffe, dass sie in weiteren Bänden auch dabei sein wird und wir dann auch erfahren, was ihr passiert ist. An ihr fand ich besonders faszinierend wie sie in den Menschen lesen kann, ihre Jobwahl als Psychologin passt jedenfalls perfekt.

Richtig gruselig fand ich den Charakter der Klara Winter. Anfänglich dachte ich sie wäre eine alte, verwirrte Frau, dabei ist sie noch keine dreißig. Was sie erlebt haben muss, das kann man wohl mit normalen Menschenverstand kaum fassen. Sie tat mir unendlich Leid, denn im Grunde hat man ihr ihr Leben weggenommen.

Gut hat mir außerdem gefallen, dass ein Teil der Geschichte im Jahr 1998 spielt. Dem Autor gelingt es ein authentisches Bild der Zeit zu zeichnen, fühlte ich mich doch jedes Mal in meine Jugend zurückversetzt, denn rein zufällig bin ich genauso alt wie unser Ermittler Tom Babylon.

Der Spannungsbogen im gesamten Thriller war immens hoch, fühlte ich mich beim Lesen doch beinahe durch das Buch gepeitscht. Eine Leseunterbrechung nahezu unmöglich, da man unbedingt und schnellstmöglich wissen will, wie das Ganze ausgeht.

Die Auflösung des Falls war schlüssig, auch wenn ich ehrlich gesagt in eine ganz andere Richtung gedeutet hätte. Da es sich um den Auftaktband einer Reihe handelt, ist auch klar, dass Fragen offen bleiben.

Fazit: Absolute Hochspannung, bei der jeder Leser Zeit und Nerven wie Drahtseile braucht, denn die Geschichte ist nichts für Angsthasen. Klasse Lektüre, ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall mit Tom und Sita.

Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Samstag, 24. März 2018

Neuzugänge KW 12

Hallo ihr Lieben,

da ist die Messe noch keine Woche her, wo man so viele Haben-Will-Momente hatte, dass es nicht verwunderlich ist, dass es dann doch so zeitnah Neuankömmlinge bei mir gibt. 


Diese beiden Schätze sind nur zu Besuch, weil geborgt. Gestern Abend habe ich mit "Schlüssel 17" angefangen, meine Fresse was für ein krasser Thriller. Mir fehlen jetzt noch gut 130 Seiten. Ich glaube bis die nicht geschafft sind, kann ich weder was anderes lesen, noch was anderes machen. Sogar im Fitnessstudio beim einstündigen Radeln musste ich weiterlesen. "Bis zum Himmel und zurück" hat mich jetzt einfach doch gereizt, erst Recht weil ich die Lesung, organisiert durch Vorablesen, auf der Messe verpasst habe.


"Vertrauen und Verrat" aus dem Carlsen Verlag ist ein Leserundenbuch. Hiermit werde ich heute Abend, spätestens morgen früh durchstarten. Die Leserunde findet auf Wasliestdu.de statt, vielleicht habt ihr ja auch Lust mitzumachen. Auf der Messe hatte ich das Buch bereits in der Hand, optisch schon mal ein echtes Highlight.


Zu guter Letzt hat es mich in die Bahnhofsbuchhandlung gelockt. Eigentlich war ich auf der Suche nach "Das Ende des Schweigens", in meinem Buchmessebericht Teil 3 hatte ich bereits davon gesprochen. Tja und dann sind stattdessen diese drei mit mir mitgekommen, wo es das Gesuchte nicht gab. Bei der LBM bin ich auf die "Die Mitternachtsschwestern" aufmerksam geworden und da es eh auf meiner Wunschliste stand, habe ich nicht lang überlegt. Die anderen beiden kannte ich bis dato noch nicht, aber die Klappentexte klangen sehr vielversprechend. Bei "Das Versprechen der Jahre" handelt es sich um den ersten Teil einer Familiensaga, so etwas lese ich eh immer gern und "Das Licht der Insel" hat mich nicht nur optisch angesprochen, sondern auch die mysteriöse Geschichte um zwei Zwillinge (hey das ist mein Sternzeichen) fasziniert mich.

Man kann nie genug Lesestoff haben, oder? Sehe ich ja bei "Schlüssel 17" dessen über 500 Seiten ich nur so inhaliere. Aber es ist ja nicht mein erstes Buch von Marc Raabe, ich ahnte schon, dass das genial wird...

Liebe Grüße und euch ein schönes Wochenende!

eure Janine alias nicigirl85

Freitag, 23. März 2018

Rezension Jessie Burton

"Das Geheimnis der Muse" von Jessie Burton


Broschiert: 461 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (11. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458363297
ISBN-13: 978-3458363293
Originaltitel: The Muse


Inhaltsangabe:

Das Geheimnis der Muse erzählt von zwei jungen Frauen, deren Leben durch ein Gemälde schicksalhaft miteinander verwoben sind: Olive, eine talentierte Malerin am Vorabend des Spanischen Bürgerkriegs, und Odelle, eine angehende Schriftstellerin im London der Swinging Sixties.

Autoreninfo:

Jessie Burton, 1982 in London geboren, hat Englisch und Spanisch in Oxford sowie Schauspiel an der Central School of Speech and Drama studiert. Ihr erster Roman "Die Magie der kleinen Dinge" (2014) wurde mehrfach ausgezeichnet, derzeit wird er von BBC One fürs Fernsehen verfilmt. 2016 erschien ihr neuer Roman "Das Geheimnis der Muse". Ihre Bücher wurden in 38 Sprachen übersetzt und sind internationale Bestseller. Jessie Burton lebt in London und arbeitet an ihrem dritten Roman. Außerdem erscheint im Herbst 2018 ihr erstes Kinderbuch. 

Meine Meinung:

Titel: Das Leben ist voller Geheimnisse, entdecke sie!

Da mich Jessie Burton bereits mit "Die Magie der kleinen Dinge" sehr begeistern konnte, war ich doch sehr neugierig auf ihr neustes Werk und wurde regelrecht überrumpelt von diesem besonderen Roman.

In der Geschichte geht es um zwei Frauen, die sich gar nicht so unähnlich sind, die sich jedoch in verschiedenen Zeiten bewegen. Während Olive um 1936 den spanischen Bürgerkrieg miterlebt, hat Odelle im London von 1967 mit Diskriminierung zu kämpfen. Könnte es sein, dass die Frauen etwas miteinander verbindet?

Während uns die Handlung um Odelle durch sie selbst als Ich- Erzählerin näher gebracht wird, erleben wir die Ereignisse in Spanien rund um Olive durch einen beobachtenden Erzähler. Einige Zeit habe ich mich gewundert, warum ich mich Odelle stets näher fühlte als Olive, was aber eindeutig an der Erzählperspektive liegt, einfach weil man beim Ich- Erzähler zu der Handlung auch noch dessen Gedanken und Gefühle kennt und sich deswegen mit dem Protagonisten besser idenzifizieren kann.

Die Autorin fängt die jeweils beschriebenen Zeiten sehr klar ein. Man kann sich gut vorstellen wie es damals gewesen ist. Dennoch nimmt der geschichtliche Hintergrund niemals zu viel Raum ein, sondern findet immer nur hintergründig statt. Im Fokus stehen immer die handelnden Frauen in der Geschichte, was mir unglaublich gut gefiel.

Der Roman bietet besondere Charaktere. Die Hauptakteure sind Frauen. Sowohl Odelle als auch Olive sind künsterlisch tätig. Während die Eine unglaublich gut schreiben kann, malt die andere mit einer Passion, die kaum zu fassen ist. 

Doch nicht nur die Hauptdarsteller sind gut gezeichnet, lebt die Geschichte doch auch durch Randfiguren wie Teresa, Marjorie Quick oder Lawrie Scott. Ich bin der Meinung, dass jeder Leser einen Akteur finden wird, mit dem er sich gut identifizieren kann.

Im Roman nimmt auch die Kunst einen großen Raum ein. Frau Burton beschreibt hier sehr schön, was für eine Faszination Farben auf den Menschen ausüben können. Die im Buch vorkommenden Bilder konnte ich mir gut vorstellen.

Zum Ende hin finden alle losen Fäden zusammen, keine Frage bleibt offen und der Leser erkennt die Zusammenhänge zwischen den beiden Handlungssträngen.

Fazit: Ein Roman, der alles mitbringt, was ein Leser braucht: Spannung, Gefühl und sympathische Figuren. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Klasse!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Leipziger Buchmesse 2018 Teil 3: Autoren und Lesungen

Hallo ihr Lieben,

heute gibt es den dritten und letzten Teil zu meinem Buchmessebesuch.

Den einzigen festen Messetermin haben wir leider aufgrund der chaotischen Anreise mit der Bahn verpasst. Dies wäre ein Meet und Read mit der Autorin Catharina Junk gewesen, die aus ihrem aktuellen Buch "Bis zum Himmel und zurück" gelesen hat. Aber wir hatten zumindest soweit Glück, dass wir die Autorin noch persönlich am Stand getroffen haben und noch ein Selfie machen konnten.


Ansonsten habe ich einige Autoren eher per Zufall entdeckt als das fest auf dem Plan stand, dass ich sie sehen werde.


Das Autorenduo hinter dem Namen Iny Lorentz, die ich bei Droemer Knaur abpassen konnte. Ihr optischer Style ist so unvergleichlich wie ihre Bücher. ;-)



Sonja Kraus hätte ich fast übersehen, wenn mich meine Begleiterinnen nicht darauf aufmerksam gemacht hätten. Was für eine tolle Frau und so mega positive Ausstrahlung.


Derek Landy am Loewe Stand, fleißig am Bücher signieren. Bei einigen hat er sogar zu seiner Signatur noch etwas rein gemalt, was ich echt unglaublich fand.

Uwe Laub, dem Autor von "Sturm" aus dem Heyne Verlag habe ich auch gesehen, aber der wirkte auf mich eher wie ein Messebesucher. Erst als ich Zuhause seine Visitenkarte wiedergefunden habe, dachte ich mir: "Ach ja der stand ja direkt neben dir, Mist warum hast du kein Foto gemacht..."


Die Lesung zu "God's Kitchen" von Margit Ruile aus dem Loewe- Verlag haben wir komplett mitverfolgen können. Die Autorin hat tolle Leseabschnitte rausgesucht und diese auch echt sehr angenehm und interessant vorgetragen. Wenn sich mein Schwesterherz das Buch nicht gekauft hätte, dann hätte ich es mir von der Messe mitgebracht. Wirklich sehr vielversprechend.


Beim blauen Sofa waren wir auch als es das Krimi Speeddating gab. Hier hat Moderator Michael Sahr mit Claudia Rikl, Oliver Bottini, Stephan Ludwig und Elisabeth Herrmann gesprochen. Das Buch "Zartbittertod" von Frau Herrmann werde ich auf jeden Fall lesen. Überlegen tue ich noch bei "Das Ende des Schweigens" von Claudia Rikl, was ebenfalls sehr spannend klang.

Ansonsten ist es echt mal spannend das Gesicht hinter einem Buch zu sehen und die meisten Persönlichkeiten sind so normal wie du und ich, was ich sehr angenehm finde. Anders als bei Schauspielern oder Musikern müssen Autoren nicht mega gut aussehen, sondern können einfach durch ihre Art zu schreiben überzeugen.

Wen habt ihr auf der Messe gesehen? Hattet ihr ein Autorenhighlight?

Liebe Grüße

eure Janine alias nicigirl85

P.S.: Ich ziehe mich jetzt zum Lesen zurück. Endlich mal ein freies Wochenende, welches ich ausschließlich dem Lesen widmen werde. :-)

Mittwoch, 21. März 2018

Leipziger Buchmesse 2018 Teil 2: Mitbringsel und Neuentdeckungen

Hallo ihr Lieben,

kurz hatte ich schon Sorge, dass mein zweiter Messebericht heute nicht folgen kann, weil mein altersschwacher Laptop langsam aber sicher den Geist aufgibt, aber er hat sich dann doch nochmal gefangen.

Auf der Messe gibt es an den Ständen natürlich reichlich Werbematerial. Ich liebe ja die kleinen gedruckten Leseproben, die es in den Ladenketten ja leider eher selten gibt und auch von Postkarten und Lesezeichen bin ich ein großer Fan.


Bei Vorablesen haben wir zwar unser Meet und Read verpasst (Details dazu im 3. Teil meiner Messeberichte), bekamen wir aber glücklicherweise einen prall gefüllten Vorablesenbeutel. Hier seht ihr einen Teil des Inhaltes. Das Basecap gab es am ZDF Stand. Der Vorablesenbeutel ist jetzt meine Büchertasche für die Stadtbibliothek.


Ja ich weiß es sind sehr viele Postkarten, aber ich liebe sie, weil man sie verschenken, verschicken oder auch als Lesezeichen benutzen kann.


Und hier alle Leseproben, die den Weg nach Hause gefunden haben. Wenn ich mit Schmökern durch bin, wandern die ganz sicher in der Familie und im Freundeskreis.

Und im Anschluss möchte ich euch noch einige Bücher zeigen, die mein Interesse geweckt haben. Da ich mir Buchtitel immer so schlecht merken kann, sondern mich eher an die Aufmachung eines Covers erinnere, habe ich von allen ein Foto gemacht. Dann muss ich den örtlichen Buchhändler nicht mit Äußerungen foltern wie: ja also das Buch war weiß mit roter Schrift oder die Autorin hieß Karin, öhm oder vielleicht doch Katrin. Das ist für beide Seiten wenig angenehm und führt nicht zum Erfolg.














Habt ihr eines der Bücher gelesen? Falls ihr mir eins besonders empfehlen könnt, dann lasst mir einfach einen Kommentar da. Was ich unbedingt lesen möchte ist "Dumplin".

Und ja ich liebe mittlerweile Bücher zu Fitness und gesundem Kochen. Da werden bald ein paar Vorstellungen kommen, wenn ich beruflich nicht mehr ganz so stark eingebunden bin.

Ansonsten habe ich mir ein zauberhaftes Buch gegönnt, aus dem Löwe- Verlag.


Habt ihr was auf der Messe gekauft? Wenn ja was und wie viel? Ich hätte gern mehr gekauft, aber da ich ja bekanntlich mit der Bahn angereist bin und nicht wusste, ob die Rückfahrt nicht genauso chaotisch wird wie die Hinfahrt, wollte ich nicht zu viel zum Schleppen dabei haben.

Ich wünsche euch ein schönes Bergfest der Woche und der nächste Bericht zur Messe folgt zeitnah.

Liebe Grüße

Janine Appel alias nicigirl85

Montag, 19. März 2018

Leipziger Buchmesse 2018 Teil 1: Die Anreise

Hallo ihr Lieben,

das Messewochenende ist zu Ende, jetzt darf fröhlich darüber berichtet werden, wo man wieder daheim ist.

Jetzt mag sich der Ein oder Andere fragen, warum ich einen ganzen Blogbeitrag der Anreise widme. Wer Nachrichten gesehen hat oder selbst mit der Bahn zur LBM wollte, der weiß eh schon längst Bescheid.

Plan war es ursprünglich eigentlich mit dem eigenen PKW am Samstag anzureisen. Gegen 8 Uhr los fahren, wäre man vor 10 Uhr locker aus dem Harz heraus in Leipzig da und könnte bei Öffnung der Messepforten vor Ort sein. Leider machte uns das Wetter einen kleinen Strich durch die Rechnung. Es schneite bereits Freitag wie verrückt, über Nacht fror der matschige Schnee an und weiterer Schnee fiel, so dass Samstagfrüh die Straßen eine einzige Eisbahn waren. Auch die örtliche Schnellstraße sah nicht anders aus.

Hm dann müssen wir wohl die Bahn nehmen, was kostentechnisch bei drei Leuten ja erst einmal nicht das Problem ist. Der nächste Zug sollte planmäßig 8:31 Uhr fahren und zwei Stunden dafür brauchen, ok dann würde man eben etwas nach 10 Uhr in Leipzig sein, alles kein Problem.

Am Startbahnhof lief noch alles reibungslos, die 15 Minuten Verspätung waren ja jetzt nicht so das Problem, war der rutschige Fußmarsch zum Bahnhof doch schon ein kleines Abenteuer, wenn man nicht auf dem Hintern landen wollte.

In Halberstadt dann die erste Ernüchterung. Der Zug sollte eigentlich bis Halle durchfahren, tat er dann aber nicht, sondern wurde kurzerhand in Halberstadt durch einen anderen ersetzt, also schnell sein, um einen Platz zu bekommen, denn nur weil Messe ist, muss man ja nicht einen Personenwagen mehr dran hängen, die Kunden zahlen ja eh, egal ob sie einen Sitzplatz bekommen oder die ganze Fahrt stehen müssen. Wir hatten Glück und bekamen einen Sitzplatz. Herrlich, dass zur selben Zeit ein Trupp Männer als Junggesellenabschied unterwegs waren, die uns die Fahrt etwas kurzweiliger gestalteten.

In Halle angekommen, huschten wir zum nächsten Zug, der auch schon stand. Dieser war enorm überfüllt und einige sitzende Insassen teilten uns mit, dass sie bereits seit zwei Stunden in diesem stehenden Zug sitzen würden und keiner gesagt hätte wie es weiter gehe. Nach einer weiteren Stunde wurde dann zumindest am Bahngleis angezeigt, dass der Zug nicht mehr fahren würde und man nicht einsteigen soll. Im Bahnhof, an der Anzeigetafel jedoch, wurde nach wie vor gezeigt, dass er doch führe, was er aber nicht tat. Auch bei der vermeintlichen Bushaltestelle, wo Schienenersatzverkehr starten würde, tat sich nichts.

An die örtlichen Taxizentralen kam man nicht dran, immer wieder flog man aus der Warteschleife und wenn dann mal ein Taxi in Halle kam, so war es entweder für jemand anderen bestellt oder die Fahrer teilten uns mit, dass sie nur in Halle führen und ihnen der Weg nach Leipzig zu riskant wäre, egal wie viel man zahlen würde.

Ernüchterung machte sich in unserer Frauengruppe breit, hatten wir doch das Gefühl nur noch unverrichteter Dinge heimfahren zu können. Ein letzter Blick zur Bushaltestelle ließ uns aufzucken. Kam da tatsächlich ein Bus? Beine in die Hand und los rennen. Am Bus stand zwar kein Ziel dran, aber das konnte doch nur der Schienenersatzverkehr sein. Durch Gedrängel und Geschupse irgendwie im Bus gelandet, zumindest zwei von uns. Ich stand noch draußen und der Bus war voll. Kurzerhand griff meine Schwester mir förmlich an den Kragen und irgendwie passte ich dann doch noch in den Bus und alle drei standen wenigstens wieder im Warmen.

Die Busfahrt lief dann mit 50 km/h sehr sehr langsam, nahezu eine Stunde lang ging es vorsichtig nach Leipzig. Würde er uns zur Messe bringen? Der Fahrer fuhr äußerst konzentriert, zum Glück, denn der Bus stand voller Leute, alle dicht an einander gequetscht. Ein falscher, ruckartiger Bremser und die Leute würden durch den Bus fliegen.

Irgendwann erreichten wir das Ortseingangsschild Leipzig. In der Stadt waren wir ja zumindest schon mal. Doch dann hielt der Bus plötzlich an einer Haltestelle und der Fahrer meinte nur: "Alle Messebesucher bitte aussteigen, ich fahre nicht zur Messe. Einmal links über die Ampel und dann müssen Sie sehen wie sie weiter kommen." Die Verwirrung war groß,denn wie sollten wir bitte weiter kommen?

Nach dem Aussteigen haben wir dann aber schnell erkannt, dass dort wo der Busfahrer uns hin haben wollte, eine Straßebbahnstation war. Dort fuhr auch oh großes Glück regelmäßig eine Bahn ab. Aber auch hier alles voller Menschen. Nichts ging ohne Drücken und Schieben, nervöse Menschen, wütende Kommentare und ähnliches.

Als die Straßenbahn dann endlich bei der Messe hielt, wir über 2,5 h später da waren als ursprünglich per Bahn geplant war, konnten wir es selber gar nicht so recht fassen, es dann doch irgendwie geschafft zu haben.

Unser erster und einziger Messetermin bei Vorablesen zu einem Meet und Read war zwar traurigerweise längst verpasst, aber wir waren da.

Nur zu gern hätte ich euch von den Szenen Bilder gemacht, aber es war einfach bei dem ganzen Gedränge zu riskant, dass mein Handy auch noch flöten geht oder unsere Dreiergruppe auseinander gerissen wird. Wirklich nachempfinden können das Ganze wohl nur all diejenigen, die auch vor Ort waren. Und uns ging es ja gut, hatten wir uns doch schön warm eingepackt. Die vielen tollen Menschen, die sich für die Manga Con verkleidet hatten, taten uns echt Leid, denn das ein oder andere Kostüm war leider nicht für die extremen Witterungsbedingungen geeignet.

War eure Anreise zur Messe auch so extrem? Nach dem Ganzen kann ich nur sagen: Buch keine Survival Tour, sondern fahre einfach nur mal mit der Deutschen Bahn und du wirst was erleben...

Liebe Grüße

eure Janine alias nicigirl85

P.S.: Weitere Messeeindrücke folgen in den nächsten Tagen.

Sonntag, 18. März 2018

Rezension Anna Romer

"Der Schattengarten" von Anna Romer



Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (22. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 344248684X
ISBN-13: 978-3442486847
Originaltitel: Beyond the Orchard


Inhaltsangabe:

Nach einigen Jahren in London kehrt Lucy Briar wieder nach Melbourne zurück. Sie möchte ein ruhiges Leben führen, doch als ihr Vater Ron einen Unfall hat, holt sie ihre Vergangenheit ein. Lucys Vater bittet sie, in Bitterwood Park, dem mittlerweile halb verfallenen Anwesen der Familie, nach einem alten Fotoalbum zu suchen. Mit Bitterwood verbindet Lucy böse Erinnerungen und düstere Träume, die sie seit ihrer Kindheit quälen. Auf der Suche nach dem Album entdeckt sie schließlich ein schreckliches Geheimnis. Und sie muss sich endlich ihren Dämonen stellen ...

Autoreninfo:

Anna Romer wuchs in New South Wales in einer Familie von Büchernarren und Geschichtenerzählern auf, weshalb sie sich schon früh für Literatur zu interessieren begann. Sie arbeitet als Grafikerin und hat lange Reisen ins australische Outback, nach Asien, Neuseeland, Europa und Amerika unternommen, wo sie viel Stoff sammelte, den sie in ihren Bildern und Texten verarbeitet. Die Autorin lebt in einem abgelegenen Landsitz im nördlichen New South Wales, wo sie an ihrem nächsten Roman schreibt. 

Meine Meinung:

Titel: Wenn dein Schicksal ein düsteres Geheimnis ist...

Als Fan von Familiensagen mit dunklen Rätseln stieß ich auf diesen Roman. Bisherige Buchbewertungen haben mich anfänglich zurückschrecken lassen, doch meine Neugierde war größer und wurde letztendlich mehr als nur belohnt.

In der Geschichte geht es um Lucy, die nach Melbourne zu ihrer Familie zurückkehrt. Sie braucht Abstand zu ihrem Partner und da kommt die Bitte ihres Großvaters gerade Recht. In Bitterwood Park beginnt sie zu stöbern und stößt dabei auf etwas Unsägliches, was ihr Leben und das ihrer Familie für immer verändern wird...

Anna Romer entführt uns durch diesen Roman gleich in mehrere Zeiten, denn es bleibt nicht bei zwei Zeitebenen die nebeneinander herlaufen und diese springen auch mal vor und zurück. Da kann es bereits August 1930 sein und hundert Seiten später ist man dann wieder im Mai 1930. Als Leser sollte man also stets aufmerksam sein und das mochte ich hier durchaus gern. Wir werden  in die 30er Jahre entführt, machen einen kurzen Ausflug ans Ende der 70er, um die Haupthandlung im Jahr 1993 erleben zu dürfen.

Die dargestellten Figuren sind so facettenreich beschrieben, dass man sich jeden Einzelnen sehr gut vorstellen kann. Mein Herz schlug vor allem für Clarice und Edwin. Gerade Edwin sein Schicksal hat mich lange berührt. Als Leserin hatte ich fast die ganze Geschichte über negative Gefühle zu ihm und am Ende kommt alles anders als gedacht. Clarice hingegen ist fast ein Mysterium, denn die Schicksalsschläge die sie alle durchstehen musste, die würden auch für zehn Menschen reichen.

Auch Lucy ihr Leben, die in großen Teilen des Buches als Ich- Erzählerin fungiert, hat mich nicht mehr kaltgelassen. Ihre düsteren Albträume erschienen mir unerklärlich, aber dann kommt ja irgendwann doch die Wahrheit ans Licht.

Die Autorin verwöhnt den Leser mit einer sehr bildhaften Sprache, was mir persönlich sehr gut gefiel, da es die eigene Fantasie nur noch mehr anregt. Teilweise habe ich abends mit dem Lesen des Buches begonnen und konnte einfach nicht mehr aufhören, so fesselnd schreibt Frau Romer.

Zudem fand ich die eingestreuten, neu erdachten Märchen sehr schön.

Der Roman besticht vor allem durch Düsternis, immer schwingt irgendwie ein schlechtes Gefühl über allem mit. Als Leser kann man zwar sehr schnell Vermutungen anstellen, was da passiert sein könnte, doch sind Indizien nur zaghaft gestreut und solche können bekanntlich auch in die falsche Richtung führen.

Die Auflösungen am Ende der Geschichte waren alle schlüssig und nachvollziehbar. Für mich blieben keine offenen Fragen zurück.

Fazit: Ein Roman, der mich so sehr in seinen Bann gezogen hat, dass ich alles um mich herum vergessen habe. Das muss man erstmal schaffen. Absolute Leseempfehlung!

Bewertung: 5/ 5 Sternen

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Freitag, 16. März 2018

Neuzugänge KW 11

Hallo ihr Lieben,
 

bevor es für mich morgen zur Buchmesse geht, möchte ich euch noch ein paar meiner Neuzugänge in dieser Woche zeigen.


Aus dem Diogenes Verlag ist diese Woche "Leinsee" bei mir eingezogen. Da es sich um ein Leserundenbuch handelt, habe ich es direkt verschlungen. Die Rezension zum Buch findet ihr hier.


Wie immer kurz vor der Buchmesse erscheinen die tollsten Romane, so unter anderem beim Limes- und Diana- Verlag. Ich freue mich auf beide sehr, da die Leseproben bereits sehr vielversprechend waren.



Dieses Büchlein ist mein Vorablesen- Gewinn. Dort versuche ich jetzt wieder aktiver unterwegs zu sein, wie auch bei anderen Lesecommunities.



Ebenfalls sehr vielversprechend und ein Must- Read sind wohl auch diese Schätze aus der Rowohlt Gruppe, hier jeweils aus dem Wunderlich Verlag.



Hierbei handelt es sich um ein Leserundenbuch. Diese findet auf Lovelybooks statt, vielleicht habt ihr ja auch Lust da noch mitzumachen? Die Runde ist gerade erst gestartet und ich werde heute Abend mit dem Lesen beginnen. Perfekt ist zudem, dass es sich bei "Das Geheimnis der Muse" aus dem Insel Verlag um eine Vorstellung handelt, die auch bei Vorablesen zu finden ist, so dass ich da dann auch meine Rezension posten und mehr Aktivität zeigen kann.



Und zu guter Letzt ein Sachbuch aus dem S.Fischer Verlag, welches ich mir beim örtlichen Buchhandel gekauft habe. Reingelesen habe ich schon, das wird in jedem Fall lustig und für Schmunzler und herzhafte Lacher sorgen.

Fahrt ihr zur Buchmesse oder bleibt ihr daheim? Ich bin gespannt, ob ich es dieses Mal noch schöner finde. Selbstverständlich werde ich euch über meine Erlebnisse dort am Laufenden halten via Social Media und später ausführlich hier darüber berichten.

Liebe Grüße und ein erholsames Wochenende 

eure Janine alias nicigirl85


Donnerstag, 15. März 2018

Rezension Anne Reinecke

"Leinsee" von Anne Reinecke


Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (28. Februar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257070144
ISBN-13: 978-3257070149


Inhaltsangabe:

Karl ist noch nicht einmal 30 und hat sich schon als Künstler in Berlin einen Namen gemacht. Er ist der Sohn von August und Ada Stiegenhauer, ›dem‹ Glamourpaar der deutschen Kunstszene. Doch in der symbiotischen Beziehung seiner Eltern war kein Platz für ein Kind. Nun ist der Vater tot, die Mutter schwer erkrankt. Karls Kosmos beginnt zu schwanken und steht plötzlich still. Die einzige Konstante ist ausgerechnet das kleine Mädchen Tanja, das ihn mit kindlicher Unbekümmertheit zurück ins Leben lockt. Und es beginnt ein Roman, wild wie ein Gewitter, zart wie ein Hauch.

Autoreninfo:

Anne Reinecke, geboren 1978, hat Kunstgeschichte und Neuere deutsche Literatur studiert und für verschiedene Theater-, Film- und Ausstellungsprojekte sowie als Stadtführerin gearbeitet. "Leinsee" ist ihr erster Roman. Für das Manuskript wurde sie mit einem Stipendium der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Berlin. 

Meine Meinung:

Titel: Ein neuer Stern am Autorinnenhimmel... 

Versprochen bekam ich seitens des Verlages (Klappentext), dass es sich bei diesem Roman um ein Debüt handelt, das Aufsehen erregen wird, geliefert bekam ich so viel mehr.

In der Geschichte geht es um den Mittzwanziger Karl, dessen Eltern gefeierte Kunststars sind. Als sein Vater stirbt, kehrt er nach langer Abwesenheit heim und was ihn da erwartet, damit hat er selbst nie gerechnet.

Durch die Handlung führt uns ein auktorialer Erzähler, der uns Karl und seine Umgebung näher bringt.

Karl ist als Figur schon etwas Besonderes. Am Anfang weiß man noch nicht so recht was mit ihm anzufangen, da er sich direkt in der Einstiegsszene übergibt und generell zu viel trinkt. Doch je mehr man über ihn erfährt, desto mehr Verständnis hat man für ihn. Ich konnte mich gut in seine Lage hineinversetzen und mit ihm mitfühlen.

Ebenfalls nicht unerwähnt lassen möchte ich die Figur der Tanja. Auch wenn man nicht sonderlich viel über sie erfährt, so macht sie den Leser doch aber neugierig auf sich. Besonders gefallen hat mir wie gut sie Karl tut und das wo sie zu Beginn der Handlung gerade einmal acht Jahre alt ist.

Das Besondere an dem Roman ist zudem, dass jedes Kapitel mit einer Farbe überschrieben ist, die dann später in der Handlung auftaucht. Dabei sind das keine normalen Farben wie rot, grün oder blau, sondern Farben wie föhnblond, geranienrot oder nebelgrau.

Kunst spielt in der Handlung zwar eine Rolle, liegt aber nie im Fokus.

Ansonsten besticht das Geschriebene vor allem durch überaus gelungene Sätze, die lange im Gedächtnis bleiben. Ich habe selten ein Buch voll so schöner Worte und Formulierungen gelesen. Ich bin ja ein Fan von sprachlichen Bildern und die bekommt man geboten.
 

Hier mal ein Beispiel: "Das Laken, mit dem sie den Vater bedeckt hatten, trug rechtwinklige Linien, wo es gefaltet gewesen war, ein schöner Kontrast zu der unregelmäßigen Form darunter, fand Karl." (S. 21) oder "Aufregung kroch seine Wirbelsäule hoch, wie eine Ameisenstraße, in den Nacken und dann in den Kopf hinein, bis an die Schädeldecke." (S.81)
 

Diesen geschriebenen Appetithappen habe ich innerhalb von zwei Tagen regelrecht inhaliert.
 

Fazit: Wer eine besondere Geschichte sucht, der ist hier genau richtig. Ich kann nur eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Auch wenn das Lesejahr 2018 noch recht jung ist, so zählt dieses Buch bereits jetzt zu meinen Highlights.
 

Bewertung: 5/ 5 Sternen

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